04.09.2014 - 00:00 Uhr
HahnbachOberpfalz

Ehepaar Flach überreicht letztmals den Erlös aus dem Losverkauf beim Frohnbergfest Nach 44.200 Euro ist Schluss

"Ja, Wahnsinn!" war das Erste, was dem Hahnbacher Ortspfarrer Dr. Christian Schulz entfuhr, als das Ehepaar Wlach ihm einen symbolischen Scheck über 2600 Euro überreichte. "Im Namen der ganzen Pfarrei sage ich Ihnen und Ihrem Team ein herzliches Vergelt's Gott", setzte er hinzu und wiederholte: "Ja, Wahnsinn!"

Die stolze Summe von 2600 Euro steht auf dem letzten Scheck, den Theresia und Peter Wlach an Pfarrer Dr. Christian Schulz überreichten. Das Geld kam als Erlös der Losbude beim Frohnbergfest zusammen. Bild: mma
von Autor MMAProfil

Es ist tatsächlich eine einzigartige Bilanz von sagenhaften 44 200 Euro insgesamt. Präsentieren können sie Theresia und Peter Wlach zum Abschluss ihres Engagements im Loswagen über zehn Jahre hinweg. Gemeinsam mit 20 ehrenamtlichen Helfern haben sie auch beim Frohnbergfest 2014 Großes geleistet.

Hälfte geht nach Bolivien

In 18 Schichten haben die Freiwilligen 12 600 Lose verkauft - zum Einzelpreis von 50 Cent. Der erzielte Reinerlös beläuft sich heuer auf stattliche 5200 Euro. Das Ehepaar Wlach möchte sich auf diesem Weg bei seiner Kundschaft bedanken, ohne die aller Einsatz umsonst gewesen wäre. Wie in den Jahren davor wird der Ertrag halbiert. Die eine Hälfte bleibt in der Pfarrgemeinde und soll dem Erhalt der Wallfahrtskirche auf dem Frohnberg dienen. Der zweite Teil geht nach Bolivien. Die Ortsgruppe "Coraje" der Dachorganisation "Runa Masi" wird damit Wasserbauprojekte in der armen Region Ayopaya unterstützen, die zunehmend durch die Klimaerwärmung unter Trockenheit leidet. Dort ist zudem "jeder Euro fast das Doppelte wert" und die Ärmsten der Armen bräuchten nicht ganz zu verzweifeln und in Slums der Großstädte abwandern.

Der Leiter des Centro Cultural, der Agraringenieur Jorge Aquino, wird am Sonntag, 9. November, mit seiner Musikgruppe Sacambaya nach Hahnbach kommen und den Gottesdienst musikalisch mitgestalten. Er soll mit dieser "Riesenspende" überrascht werden.

Ein Nachfolger fehlt

Leider, so bedauern die Wlachs zutiefst, hätten sich noch keine Nachfolger für diesen einmal im Jahr acht Tage lang laufenden Benefiz-Losverkauf gefunden. Schlimmstenfalls würde damit diese beliebte Tradition zu Ende gehen. Gut könnten sie sich einen Verein oder einen Freundeskreis als neue "Unternehmer" vorstellen, auch wären ausreichend Frauen und Männer "der alten Garde" bereit, sich weiter im Schichtdienst zur Verfügung zu stellen, versicherten die beiden. "Was fehlt, wäre aber ein Hauptorganisator, der Regie führt", betonen sie, "und wenn es nur übergangsweise wäre." Auch sind sie bereit, ihre reiche Erfahrung weiterzugeben, damit dieser "Geldsegen" für Hahnbach und Ayopaya bestehen bleibt.

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