17.11.2017 - 20:00 Uhr
HahnbachOberpfalz

Bürgerbeteiligung zu geplanter Flächen-Photovoltaikanlage bei Ursulapoppenricht Große Mehrheit gegen Projekt

Ursulapoppenricht. Engagiert diskutierten die rund 100 Teilnehmer an einer Versammlung über die umstrittene Flächen-Photovoltaikanlage in Ursulapoppenricht. Im Zuge des Genehmigungsverfahrens ist eine solche Bürgerbeteiligung vorgeschrieben, zu der die Marktgemeinde Hahnbach in das Sportheim in Ursulapoppenricht eingeladen hatte.

von Externer BeitragProfil

Neben Bürgermeister Bernhard Lindner, der die Veranstaltung moderierte, waren auch mehrere Markträte sowie der Grundstückeigentümer und sein Investor gekommen. Der mit der Bauplanung beauftragte Landschaftsarchitekt Manfred Neidl stellte Lage, Ausmaß und die bauliche Gestaltung der Anlage vor. Anschließend kam die Aktionsgruppe zu Wort, die sich gegen die geplante Anlage gebildet und im Vorfeld über 400 Unterschriften gesammelt und an Bürgermeister Lindner übergeben hat (wir berichteten).

Es entzündete sich eine engagierte Diskussion. Während der Antragsteller auf die Umweltverträglichkeit der Anlage und seinen Idealismus verwies, erklärten die Gegner, dass sie zwar grundsätzlich für erneuerbare Energie seien, aber eine Verunstaltung des Ortskerns und der gewachsenen Kulturlandschaft befürchteten. Die einst idyllisch gelegene Ortschaft im Gebenbachtal sei bereits durch einige in der näheren Umgebung angesiedelte Industriebetriebe und Infrastrukturmaßnahmen beeinträchtigt. Sollte die geplante Anlage errichtet werden, würden zudem Rechtspositionen geschaffen, die weitere solcher Anlagen im Gebenbachtal entlang der Bahnlinie erleichtern würden. Bürgermeister Lindner bestätigte diese Möglichkeit.

Die Gegner der Anlage schlugen vor, nicht nur die bestehende Kulturlandschaft zu erhalten, sondern den Gebenbach, sofern möglich, abschnittsweise zu renaturieren. Erneut wurde Kritik an den ortsansässigen Markträten laut. Sie hätten den einstimmig vom Marktrat abgesegneten Aufstellungsbeschluss mitgetragen, obwohl betroffene Anwohner solche Anlagen erfahrungsgemäß sehr kritisch sehen. Abschließend bat Bürgermeister Bernhard Lindner die Anwesenden um eine informelle Abstimmung, um ein Stimmungsbild zu erhalten. Dabei wandte sich die große Mehrheit im Saal gegen die geplante Anlage.

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