Ursulapoppenricht: Unterschriftenaktion gegen PV-Anlage rund um den Ort
Bürger gehen auf Barrikaden

Noch haben die Anwohner freien Blick auf Felder und Wiesen. Damit das auch in Zukunft so bleibt, wehren sie sich gegen Photovoltaik-Anlagen rund um Ursulapoppenricht. Bild: exb
Politik
Hahnbach
30.06.2017
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Aufruhr in Ursulapoppenricht: Auf freien Wiesen und Feldern rund um den Ort soll eine Photovoltaikanlage gebaut werden. Die Bürger rebellieren - hauptsächlich aber wegen etwas anderem.

Ursulapoppenricht. Die Anwohner fühlen sich übergangen. "Die Gemeinderäte und der Bürgermeister haben das über unsere Köpfe hinweg entschieden", kritisieren Wolfgang Meißner und Peter Wagner. Sie hatten deshalb zum Gegenschlag ausgeholt und eine Unterschriftenaktion gestartet.

Die Ursulapoppenrichter und Gebenbachtaler unterstützten sie kräftig dabei: 417 Unterschriften kamen zusammen, die Meißner und Wagner dem Hahnbacher Bürgermeister Bernhard Lindner überreichten. Ein Zeichen, dass die Bürger auf ihr Mitspracherecht bestehen. Laut Lindner will ihnen das auch niemand nehmen: "Wir waren erst in dem Stadium, zu überlegen, ob wir uns PV-Anlagen bei Ursulapoppenricht überhaupt vorstellen können." Danach hätten die Bürger in die Pläne mit einbezogen werden sollen. "Das müssen sie schon allein des Rechtes wegen", erklärte Lindner.

Was Anwohner dennoch kritisieren: Keiner der Gemeinderäte habe vorher ein Wort über eine mögliche Solaranlage verloren. "Wir haben erst davon erfahren, als die Tagesordnung der nächsten Gemeinderatsitzung in der Zeitung stand", erklärte Meißner. Seine Nachbarin - sie ist Mitglied des Gremiums - habe ihm sogar abgeraten, in die Sitzung zu gehen. Ihre Begründung: Es bringe sowieso nichts, gegen die Pläne zu protestieren. Grundsätzlich haben die Bewohner nichts gegen Photovoltaikanlagen. Wenn sie aber auf dem gut 10 000 Quadratmeter großen Grund zwischen dem Bahngleis entlang des Dorfes und Gebenbach kommen soll, dann schon. Dabei stört sie weniger der Anblick. "Es schaut zwar keiner gern von der Terrasse aus direkt auf eine Solaranlage, aber gut, damit kann man leben", räumte Meißner ein. "Uns geht es darum, die Nachhaltigkeit unseres Dorfes und die Zukunft unserer Kinder zu sichern", sagte Wagner. Eine Photovoltaikanlage sei der falsche Weg. "Besser wäre es, den Bach im Bereich Ursulapoppenricht zu begradigen." Ist der Bau der ersten Anlage genehmigt, könnte das die Türen für weitere PV-Anlagen öffnen, befürchten die Anwohner. Eine Angst, die Lindner verstehen kann. "Die Fläche entlang des Bahngleises entspricht den Anforderungen, um eine PV-Anlage zu bauen."

Der Antragssteller sei außerdem kein Fremder, sondern ein Einheimischer aus Ursulapoppenricht. "Ihm gehört auch das Grundstück, auf dem die Anlage gebaut werden soll." Er nehme die Sorgen der Bürger ernst, sagte der Bürgermeister. Bevor aber die Gemeinderäte weiter über eine mögliche PV-Anlage nachdenken könnten, müssten sie die Unterschriftenliste dem Grundstücksbesitzer vorlegen. "Der muss dann entscheiden, ob er seinen Antrag aufrecht erhalten will."

Uns geht es um die Nachhaltigkeit unseres Dorfes und um die Zukunft unserer Kinder.Anwohner Peter Wagner
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