27.08.2017 - 16:18 Uhr
HahnbachOberpfalz

Elternschule besucht Hahnbacher Felsenkeller Schaurig-schönes Erlebnis

Am Anfang war es noch hell und warm. Weiter vorne verschluckte einen die Dunkelheit. Gerade richtig für schaurig-schöne Märchen im Licht der Taschenlampe.

In den Kellern erzählte Margarete Mildner den Kindern schaurig-schöne Märchen und Geschichten. Bild: tat
von Tatiana SichelstielProfil

Amberg/Hahnbach. In und vor den Felsenkellern von Hahnbach gab es für Kinder des Feriencamps der Elternschule Amberg einen etwas anderen Nachmittag. Den Anfang machte Franz Erras, Jäger und Vorsitzender der Kreisgruppe Amberg des Jagdverbandes. Er hatte einige Tierpräparate mitgebracht und erzählte den Buben und Mädchen viel Wissenswertes über Waldtiere wie Marder und Dachs. Auch Fachbegriffe wie Spiegel, womit die helle Fellfärbung am Hinterteil beispielsweise beim Reh gemeint ist, erläuterte der Jagdexperte. Besonders die Tierpräparate hatten es den Kindern angetan. Sie durften die ausgestopften Waldbewohner sogar ein bisschen streicheln, während Erras den Neugierigen Genaueres dazu erklärte.

Im Anschluss übernahmen Ludwig Graf und die Märchenerzählerin Margarete Mildner und lotsten die kleine Gruppe in die kühlen Kellergewölbe. Mit Taschenlampen bewaffnet, erkundeten die Besucher das alte Gemäuer, das wohl im 18. Jahrhundert entstanden ist und sich aus gut 20 Kellern zusammensetzt. Graf erklärte, dass die Keller als Gär- und Lagerstätte für das schon damals immer beliebter werdende untergärige Bier verwendet wurden.

In Kriegszeiten dienten sie als Unterschlupf, als Hahnbach im April 1945 beschossen wurde. Sogar jetzt seien die Keller noch bewohnt, erzählte der Ortsheimatpfleger und spielte damit auf die Fledermäuse an, die die Keller als Winterquartier sehr schätzen. Immer passend zu den Erklärungen Grafs klinkte sich Märchenerzählerin Margarete Mildner ein und gab - nur im Schein einer kleinen Taschenlampe - Geschichten wie "Die Fledermaus" oder "Der kleine graue Stein" und sogar Franz Xaver Schönwerths Märchen "Die Geldmühle" zum Besten.

Es war manchmal ein kleines bisschen gruselig, was die Hahnbacherin vortrug. Der eine oder andere war daher nicht nur wegen der durchdringenden Kälte froh, als sich die Gruppe wieder ins Warme aufmachte und im hellen Tageslicht noch Wissenswertes zur Fledermaus erzählt bekam. Damit schloss der informativ-tierische Nachmittag.

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