Éire Music kleiden den Hirschen in ein grünes Gewand
Irische Gäste fühlen sich wie zu hause

Einmal Mundharmonika, zweimal Gitarre, dreimal Stimme: Anita Kinscher, Sam Stadler und Holger Herrmann begeistern im Hirschen. Bild: tat
Vermischtes
Hahnbach
22.03.2018
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Königstein. Irgendwann hat sogar einer die Tür ausgehängt, so brechend voll war es im Gasthaus zum Hirschen. Und ebenso grün: Zum St. Patrick's Day standen Guinness, Lamm und feinste irische Musik von der Band Éire Music auf dem Programm. Sogar das anwesende irische Pärchen war begeistert.

Eine Bühne gibt es im Hirschen nicht. Einfach auf einer Sitzbank nahmen Anita Kinscher, Sam Stadler und Holger Herrmann von Éire Music Platz. Die drei Musiker hatten gerade mal zwei Quadratmeter für ein bisschen Ausstattung und ihre Instrumente. Sie saßen damit mittendrin statt nur dabei. Ein kuscheliges Dicht-an-dicht auch in der übrigen Stube sorgte für Wohnzimmerqualität - typisch Irish Pub.

Richtig irisch wurde es dann aber mit der emotional und technisch gut gemachten Musik: lupenreiner, dreistimmiger Gesang, ausdrucksstarke Soli und gekonntes Spiel mit Halbakustik-Gitarre, Mundharmonika und Ukulele. Dazu lieferten Éire Music Geschichten über Seefahrt, Krieg, Abenteuer und natürlich Liebe. Authentische Bilder von der grünen Insel, vielseitig und mit viel Liebe gezeichnet. Dafür sorgten die Lieder der Band, mal mit Schwung und Mitklatsch-Schunkelcharakter, mal beschaulich-gedämpft.

In diesen ruhigen Momenten taten sich besonders die tiefe Bassstimme von Sam Stadler und sein hingebungsvolles Mundharmonikaspiel hervor. Doch eine One-man-show war es beileibe nicht. Alle drei Musiker sind schon lang in wechselnder Begleitung auf den regionalen Kleinkunstbühnen unterwegs. Seit über fünf Jahren begeistern sie gemeinsam als Éire Music ihre Zuhörer.

Auch im Hirschen war das nicht anders. In Dublin oder Galway hätte es nicht schöner, melodischer, rühriger oder fetziger sein können. Die Stimmung war sehr ausgelassen, und die Textsicheren sangen lauthals mit. Klatschen, Trommeln oder zumindest Mitwippen war eh Pflicht, besonders bei "Dicey Riley", "Adventures of Isabell" oder "Whiskey in the Jar", der fast schon furiosen Finalvorbereitung. Das Trio wurde sogar aufgefordert lauter zu spielen, weil die Leute auf den hinteren, vollgestopften Stehplätzen und draußen auf dem Gang gern mehr Musik und Gesang hören wollten. Für eine Band das vielleicht beste Kompliment. Es gab aber noch ein Sahnehäubchen obendrauf: Ein zufällig in Königstein urlaubendes Pärchen landete im Kurzzeit-Dublin, wie man den Hirschen auch bezeichnen könnte, und sang ausgelassen und mit leuchtenden Augen jeden Song mit.

Und als Anita Kinscher, Sam Stadler und Holger Herrmann nach drei Zugaben erschöpft, aber glücklich ihre Irlandreise beenden wollten, war das Publikum noch lange nicht bereit dazu. Also gab es noch eine Runde grüne Insel für alle. Danke - bzw. go raibh maith agat, Éire Music!
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