Renaturierung in vollem Gange
Vils geht nicht den Bach runter

Peter Fröhlich (rechts) vom Wasserwirtschaftsamt erläutert, wie Steinaufschüttungen die Vils beleben. Auch die abgeflachte Uferregion trägt dazu bei, dass die Vils ein gutes Stück ökologischer wird. Bild: tat
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Hahnbach
09.07.2017
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Es plätschert wieder an der Vils. Das Wasser sprudelt über Steine, strömt mal wild, mal sanft, wartet aber auch mit ruhigen Zonen auf. Wasserwirtschaftsamt, Fischereiverein, Vilsallianz und Anwohner sind sehr zufrieden.

Süß. (tat) Der Auftrag war klar: Die Vils sollte und musste in einen ökologisch besseren Zustand versetzt werden. Die Bewohner in und am Wasser sollen nahezu perfekte Brutbedingungen vorfinden, mehr Schutz- und Laichgebiete bekommen und sich rundum wohlfühlen. Am besten wäre es, wenn sich auch neue, am besten alte Arten wieder ansiedelten. Allein das war eine große Aufgabe für die Flussmeisterstelle in Kümmersbruck, die für die Umsetzung tätig war. Doch damit nicht genug. Zusätzlich war es auch nötig, die Hochwassergefahr zu bannen, die von der Vils ausging.

Die Quadratur des Kreises? Keineswegs. Mit ausgeklügeltem Plan, einem Händchen für die örtlichen Gegebenheiten, einer großen Menge an Steinen und Holz sowie etlichen Bagger- und Lkw-Stunden hat es das Team der Flussmeisterstelle Kümmersbruck tatsächlich geschafft, die Vils zwischen Gumpenhof und Süß "aufzumöbeln".

Schaufeln voller Kies und gröberer Steine landeten im Flussbett, damit das Vilswasser schön über die Erhebungen plätschern und schnell durch Verengungen strömen kann. Der Bagger hat an anderen Stellen Uferbereiche abgeflacht, so dass in dem seichten, ruhigen Wasser mit entsprechender Begrünung Ablaichmöglichkeiten für die sogenannten Krautlaicher entstehen. Schöner Nebeneffekt: Diese Ausweitungen mit viel Bewuchs sind gute Verstecke. Hier bekam die Natur Schützenhilfe in Form von Baumstämmen, die am und im Uferbereich halb vergraben wurden. Dabei ist auch das Totholz als Lebens- und Schutzraum von großer Bedeutung. Sauber aufgeräumte und entrümpelte Uferzonen gehören so der Vergangenheit an.

Die Männer der Flussmeisterstelle haben ebenfalls am Gefälle gearbeitet. Größere Abstürze in der Vils haben die Wanderung der Fische stark behindert. Durch mehrere flache Schwellen soll diese künftig gewährleistet sein. Vor Ort weist Peter Fröhlich, der am Wasserwirtschaftsamt für den Wasserbau zuständig ist, auf die verschiedenen Maßnahmen hin. "Wir haben fast ausschließlich Rohstoffe verwendet, die schon in dieser Gegend vorhanden waren. Das Ganze sieht daher sehr natürlich aus und ist auch ein ästhetischer Gewinn für die Vils", sagte er. Diese Vorgehensweise habe sogar noch einen Vorteil: Die Hochwassergefahr sei durch die ausgebaggerten, abgeflachten Bereiche deutlich gesunken.

Für die richtige Wirkung an der passenden Stelle gab es viel Lob auch vom Fischereiverein Amberg und der Vilsallianz. Noch dazu war das ganze sehr kostengünstig, wie Hans Pickelmann, der Leiter der Flussmeisterstelle Kümmersbruck, vorrechnet: "Baggerleistung, Lkw, Wasserfuhrsteine - mehr haben wir nicht gebraucht." Er geht von einem Betrag unter 10 000 Euro für den Bereich von Gumpenhof bis Süß aus. Als nächstes ist das Gebiet flussaufwärts bis Vilseck an der Reihe. Damit auch hier die Vils (wieder) ein Stück ökologischer wird.
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