11.01.2018 - 20:00 Uhr
HahnbachOberpfalz

Viele Gäste beim Neujahrsempfang in Hahnbach Mit Künstlicher Intelligenz in das neue Jahr

Von Anfang an ist beim Neujahrsempfang der Marktgemeinde bei den drei Bürgermeistern Kondition gefragt. Rund 250 Mal schütteln sie Hände, bis die Veranstaltung in der Aula der Schule beginnt.

Aufmerksam verfolgten die Gäste die Neujahrsrede des Bürgermeisters.
von Josef IbererProfil

Neben den Trägern von Bürgermedaillen, Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche, Bürgermeistern der Nachbarkommunen, Vereinsfunktionären und Ortsvorstehern machten Verantwortliche aus der Bundes- und Landespolitik sowie der heimischen Wirtschaft und eine Abordnung der US-Streitkräfte ihre Aufwartung. Das Waldhörnerquartett "3H" sorgte für den musikalischen Rahmen.

Digitalisierung im Fokus

Als Hauptreferent trat Bürgermeister Bernhard Lindner ans Rednerpult. Er stellte dabei den immer mehr raumgreifenden Ausdruck "Digitalisierung" in den Mittelpunkt. Von der Bertelsmannstiftung als Megatrend bezeichnet, komme aber in diesem Zusammenhang meist als weiterer Ausdruck "Künstliche Intelligenz" hinzu. Neben den vielfältigen Möglichkeiten, die diese beiden Bereiche den Usern des 21. Jahrhunderts bieten, lasse sich die Frage, ob diese Digitalisierung nun eine Chance oder ein Risiko für unsere Gesellschaft darstellt, nicht einfach mit ja oder nein beantworten.

Ein Doppelleben

Vielmehr führte der Redner vor, dass ein Großteil aller Anwesenden bereits ein analog-digitales Doppelleben führe. Es gebe im Wirtschaftsleben der Marktgemeinde auch Dienstleister, Softwareanbieter, die ausschließlich digitale Produkte herstellen und verkaufen. Sie seien dabei, obwohl oft nicht als "Firma" wahrgenommen, sehr erfolgreich.

"Zugleich sind aber auch die vielen analogen, eben traditionellen Firmen aus der Marktgemeinde nicht wegzudenken", so Lindner. Handwerksbetriebe, Bäcker, Metzger und Frisöre könnten zwar vor der Digitalisierung nicht haltmachen, diese aber nur bis zu einem geringen Grad zu ihren Dienstleistungen durchdringen lassen. Auch vor der Rathaustüre und den Aufgaben der Kommune bleibe der Megatrend nicht stehen, wobei das Ziel klar sei: Der Dienstleistungsbetrieb Rathaus solle auch in Zukunft offen sein, nicht nur digital, sondern auch analog: "Hand in Hand mit dem Bürger." Die Beurkundung einer Eheschließung von zu Hause aus per Mausklick werde nicht der Abschluss sein.

Als konkrete Beispiele für die Digitalisierung auf Kommunalebene nannte der Sprecher neben dem weiteren Breitbandausbau auch ein digitales Gesamtkonzept im Bildungsbereich zum Lernen und Lehren.

Hauptbestandteil der gemeindlichen Aufgaben für 2018 seien aber trotzdem eher analoge Tätigkeiten. Dass auch den Hahnbachern das herkömmliche analoge Leben wichtig sei, zeige die aktuelle Aktion "Hausnamensschilder" der LAG Amberg-Sulzbach, an der sich aus allen Ortschaften der Marktgemeinde fast 140 Anwesen (im Landkreis ein Spitzenwert) beteiligen und diese Tafel mit dem Hinweis auf ihren überlieferten Hausnamen anbringen möchten. Lindner führte ferner verschiedene Projekte im Bereich der Marktgemeinde, größere Investitionen für Bauhof und Feuerwehr und als kulturelles Highlight das internationale Musikfestival zum 25-jährigen Bestehen der Marktbläser auf.

Basis für Weitergabe

In diesem Konsens seien aber der oft ehrenamtliche Einsatz in aller Vielfalt und Bandbreite der anwesenden Verantwortlichen der Vereine und Organisationen unabdingbar. Als Basis für die Weitergabe "unserer" Kultur empfahl er den Zuhörern, dabei am besten auf ein "digitales Doppelleben zu verzichten".

Kulturausschussvorsitzender Martin Wild brach in seinen Neujahrswünschen eine Lanze für die Vereine und setzte auf eine Fortdauer der bisherigen Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde.

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