Waldbesitzer ziehen Bilanz
Beim Holz guten Aussichten

Der Klimawandel bietet auch Chancen: Dr. Christian Knölling informierte die Waldbesitzer. Bild: ibj
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Hahnbach
08.12.2016
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Der trocken-heiße Sommer und Herbst 2015 hatten Folgen: Der Borkenkäfer entwickelte sich zum Problem - und sorgte für Preisabschläge auf dem Holzmarkt. Trotzdem sind die Aussichten gar nicht schlecht.

Altmannshof. (ibj) Mit diesen Themen befasste sich die Waldbesitzervereinigung Sulzbach-Rosenberg (WBV) bei ihrer Jahreshauptversammlung im Gasthof Kopf in Altmannshof. Mit Mehrheit beschlossen wurde eine Beitragserhöhung von jährlich acht auf zwölf Euro. Vorsitzender Robert Pirner berichtete, dass seit der Gründung vor 47 Jahren die Zahl der Mitglieder auf 1775 (mit einer Waldfläche von 12 256 Hektar) gewachsen sei.

Neben den Gebietsversammlungen in Süß, Neukirchen und Auerbach wurde im vergangenen Wirtschaftsjahr bei sechs Ortsterminen über waldbauliche Themen informiert. Groß sei das Interesse an einer Exkursion im Truppenübungsplatz Grafenwöhr und an der Forstmesse in Roding gewesen, bilanzierte Pirner. Den Weihnachtsmarkt in Sulzbach-Rosenberg nutzte man für die Öffentlichkeitsarbeit. Großes Lob zollte Pirner den vom Borkenkäferbefall betroffenen Waldbesitzern für die fast reibungslose Aufarbeitung des Schadholzes. Der Maschinenpark der Vereinigung wurde um einen Liegendholzspalter erweitert. Hinzu kommt ein weiterer Holzhäcksler. Schäden an Maschinen sollen nur an deren Standorten von fachkundigen Personen behoben werden.

Die Geschäftsführer Jörg Berendes und Uwe Gmach informierten über den Holzmarkt. Das Damoklesschwert des Borkenkäfer-Befalls schwebe noch über ihm: Dies sei auch der Grund für eine Zurückhaltung beim Einschlag von Frischholz. Dennoch seien durch einen Anstieg der Baugenehmigungen und den überproportionalen Zuwachs beim Holzhausbau die Konjunkturaussichten sehr gut. Eine Belastung ist nach Ansicht der Experten die Versorgung der Sägewerke aus dem europäischen Ausland. Deshalb sei die Pflege der Kundenbeziehung durch Verlässlichkeit und kontinuierliches Liefern besonders wichtig. Der Holzpreis habe sich nach dem Tief um 2003 und einer Hoch-Phase 2013 nun auf einem mittleren Niveau stabilisiert. Die weitere Entwicklung sei von Käferholz-Importen und Schadmengen in Südbayern abhängig.

Geplante Durchforstungen sollten sofort angepackt und bis Ende Februar abgeschlossen werden, empfahlen die Fachleute. Zur Unterstützung biete die WBV eine kostenlose Beratung durch staatliche Revierleiter und Geschäftsführer an. Die Zukunftsaussichten für den Rohstoff Holz seien jetzt und auch weiterhin nicht schlecht - es müssten nur die Chancen genutzt werden: Eine nachhaltige Nutzung sei eine Versicherung für Waldbesitzer.

MdL Harald Schwartz, stellvertretender Landrat Franz Birkl und Simon Lösch vom Bayerischen Bauernverband würdigten die Aktivitäten der WBV. Forstdirektor Richard Schecklmann (AELF) wies auf Fördermöglichkeiten beim Waldumbau hin und empfahl, die Bildungsangebote für Waldbesitzer zu nutzen.

KlimawandelZum Thema "Klimawandel - was kann man als Waldbesitzer tun?" informierte Diplom-Forstwirt und Bereichsleiter Forsten, Dr. Christian Kölling, vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) aus Roth. Das Gebot der Stunde seien BaumartenVielfalt und Anpassung.

Bei ansteigenden Temperaturen reiche die jetzige Niederschlagsmenge nicht mehr aus, betonte der Experte. Folge von Hitzesommern wie 2015 sei die Zunahme des Borkenkäfer-Befalls. Rein-Bestände aus Fichte und Kiefer seien dafür sehr anfällig. Dies sei mit hoher Sicherheit erst der Anfang einer langen Entwicklung im Klimawandel, prophezeite Kölling.

Man müsse dabei aber nicht tatenlos zusehen: Es gelte, den Wald durch einen Umbau mit bewährten, zukunftsangepassten und vielfältigen Baumarten im Mischbestand den sich ändernden klimatischen Bedingungen anzupassen. Empfehlenswert seien vermehrt Arten aus wärmeren Regionen.

Die Forstwirtschaftliche Vereinigung der Oberpfalz (FVO) stellte deren Vorsitzender Josef Liegl als Dachverband aller Forstbetriebsgemeinschaften vor. Er betonte, die Waldbewirtschaftung und Teilnahme am Markt dürften nicht vernachlässigt werden. (ibj)
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