04.03.2018 - 15:58 Uhr
Hirschau

"Derblecken" beim Bockbieranstich in Hirschau Schlossgeist liest die Leviten

Gut gefüllt der Schlosskeller, guter Dinge Braumeister Franz Dorfner zum Bockbieranstich. Und dazu gesellt sich der Schlossgeist, um Politiker und Prominenz beim "Dablecka" auf die Hörner zu nehmen.

Bürgermeister Hermann Falk (Mitte) durfte das erste Fass anzapfen. Er hob den Krug mit dem süffigen Bockbier zusammen mit stellvertretendem Landrat Martin Weiß (links) und Braumeister Franz Dorfner. Bilder: vt (2)
von Autor VTProfil

Zünftig spielten dazu wieder Heinz Dirnhofer aus Kienlohe mit der Steirischen und Martin Seidl aus Amberg mit der Gitarre auf. Bürgermeister Hermann Falk hatte die Ehre das erste Fass anzuzapfen und erhob dann den Bockbierkrug: "Salve, pater patriae! Bibas, princeps optime!" Zu fortgeschrittener Stunde wurde es gruselig und schaurig, die Kirchenglocken läuteten und eine weiße Gestalt erschien: Ein Ehenfelder, Martin Winkler, tat als Schlossgeist kund, was geschah im letzten Jahr.

Von Berufung ist er Geist und einmal im Jahr hält er die Fastenpredigt. Es waren recht viele Stadträte da, jedoch keiner von der SPD. Da bemerkte auch der Geist, dass Landtagswahlen anstehen. Die Junge Union hatte sich mit "Pizza meets Politik" präsentiert, jedoch kamen nicht viele. Dann wurde halt Bürgermeister Hermann Falk Gutes getan und gemästet. CSU-Projekte seien durchgewunken worden, die SPD hingegen habe man zappeln lassen und die Freien Wähler seien beim Ausflug zum Truppenübungsplatz nach Grafenwöhr gesichtet worden. "Hoffentlich machen sie demnächst keinen Ausflug in die JVA Amberg. Sie werden vielleicht gar nicht mehr rausgelassen", unkte der Schlossgeist.

Mit der Sicherheit im Straßenverkehr habe es der Stadtrat nicht so. Darauf deute der Beschluss hin, den Zebrastreifen beim AKW beseitigen zu lassen: "Dabei blieb aber ein weißer Rand stehen, so dass man denken muss, Hirschau hat jetzt den ersten schwarzen Zebrastreifen", schrieb der Starkbierredner dem Gremium ins Stammbuch. Da kann sich dann der Bürgermeister fürs nächste Wahlplakat hinstellen mit folgendem Slogan: "Mit uns gehen Sie sicher im Hirschauer Straßenverkehr."

Hunger beim Dousamma

Statt eines Drive-In von McDonalds, den die Jungen schon ersehnt hatten, habe Hirschau einen BäckerDrive-In bekommen. Der leuchte am Abend pink, fast könnte man meinen, da gebe es andere Dienstleistungen, Ein Riesen-Event habe Hirschau mit dem Volksmusik-Spektakel Dousamma gehabt. Es hätte aber eher heißen müssen "Dou verhungern ma" oder Dou verdurscht ma". Aber im Großen und Ganzen sei es dennoch eine super Veranstaltung gewesen. Heuer gebe es ein "Dou löschma", denn die Feuerwehr werde 150 Jahre alt. Heiß sei das Programm: Seit einem Jahr bereits verkaufe die Feuerwehr einen Kalender mit heißen Bildern drauf. Beim Weihnachtsbaum wurde sich auf den Lorbeeren vom Vorjahr ausgeruht: "Der hat ja ausgeschaut." Man hätte den Rentner vom vergangenen Jahr brauchen können, der einfach ein paar Äste rausgeschnitten habe. Die Fußball-Seniorenmannschaften hätten die Spielklasse nach oben und wieder nach unten gewechselt - wie der Wirt im Sportpark: "Nach zwei Griechen, Überraschung, schon wieder ein Grieche." Hoffentlich "griechen" sie den ständigen Wirtswechsel mal in den Griff. Mit den Schlussworten "nix für unguat" entschwand der Geist wieder. Die Predigt kam sehr gut an, der Schlossgeist erhielt lange anhaltenden Beifall.

Beste Masskrug-Stemmer

Für den beliebten Wettbewerb das Krügestemmens wurden Teilnehmer gesucht und gefunden. Auf die ersten drei Sieger je Männlein und Weiblein warteten Gutscheine von der Brauerei Dorfner und vom Schlosshotel. Ein gefüllter Masskrug musste am ausgestreckten Arm mit geradem Kreuz durchgängig gehalten werden. Zuerst zeigte die Damenwelt was sie konnte. Den letzten Krug hielt dabei Gisela Kummer oben, vor Maria Scheffmann und Rita Beck. Bei den Männern siegte Joachim Winkler vor Günter Birner und Heinz Dirnhofer.

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