Festspielverein Hirschau präsentiert 742 Exponate
130 Jahre Hirschauer Steingutproduktion

Mit einer Steingut-Ausstellung erinnert der Festspielverein an 130 Jahre Hirschauer Wirtschafts- und Kulturgeschichte. Auf eine Rarität sind der Förderkreisvorsitzende Hans Drexler (links) und sein Stellvertreter Alfred Härtl besonders stolz - einen Reservistenkrug des 6. Amberger Regiments aus der Zeit von 1896 bis 1898. Ab Ostern ist die Ausstellung jeden ersten Sonntag im Monat bei freiem Eintritt geöffnet. Bild: u
Kultur
Hirschau
18.03.2018
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Sie begann im April 1826 und endete im Dezember 1956 - die Ära der Hirschauer Steingutproduktion. An dieses 130 Jahre währende Kapitel Wirtschafts- und Kulturgeschichte der Stadt erinnert eine Ausstellung, die der Festspielverein ab Ostersonntag in der alten Mälzerei präsentiert.

Nachdem 2016 und 2017 zwei Sonderausstellungen dem Wirken der zur Carstens-Zeit in Hirschau tätigen Künstler Siegfried Möller beziehungsweise Helene Fischer und Maria Piffl gewidmet waren, sind jetzt in acht Vitrinen exakt 742 in der alten und neuen Fabrik hergestellte Steingutstücke - Gebrauchsgeschirr genauso wie dekorative und künstlerisch gestaltete Exemplare - aus den drei Epochen Dorfner (1826 bis 1918), Carstens (1918 bis 1936) und Luckscha (1936 bis 1956) im Erdgeschoss der alten Mälzerei im Pflegschloss zu besichtigen.

243 Exponate stammen aus der Dorfner-, 170 aus der Carstens- und 329 aus der Luckscha-Zeit. Aus der Dorfner-Ära sind auch Druckplatten für den Umdruck zu sehen. Unter den Ausstellungsstücken sind rund 40 Krüge. Hauptattraktion ist ein Reservistenkrug des 6. Amberger Regiments aus der Zeit von 1896 bis 1898. Außerdem sind in Regalen über 30 verschiedene Dekore auf Tassen und Milchkännchen zu bewundern.

Insgesamt verfügt der Verein, so der Vorsitzende, Altbürgermeister Hans Drexler, zwischenzeitlich über 1500 Einzelstücke. Sie sind zum allergrößten Teil Eigentum des Vereins. Bei den anderen Stücken handelt es sich um Leihgaben.

36 an den Wänden des Ausstellungsraumes angebrachte Schautafeln machen deutlich, dass die beiden Hirschauer Steingutfabriken einst zu den größten der Oberpfalz gehörten. Die dort produzierten Waren wurden in die ganze Welt exportiert. Die Tafeln erzählen die Geschichte der Fabriken von der Gründung bis zum Konkurs. Zeitdokumente informieren über ihre Besitzer und über einige in ihren Betrieben tätige namhafte Künstler. Sie schildern ebenso den Alltag der Arbeiter, Dreher und Maler. Außerdem erklären sie, welche Rohstoffe für die Herstellung der Steingutwaren benötigt wurden, und beschreiben die Fertigungsprozesse.

Gut zu wissenGeöffnet ist die Ausstellung jeden ersten Sonntag im Monat, jeweils von 14 bis 17 Uhr - erstmals am Ostersonntag (1. April) und auch am Ostermontag (2. April). Besuchergruppen können mit dem Vereinsvorsitzenden Hans Drexler (09622/56 75) auch andere Besichtigungstermine vereinbaren. Der Eintritt ist frei. Spenden werden gerne angenommen. Sie werden für den Aufbau eines Steingutmuseums verwendet. (u)
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