Jahreshauptversammlung des Festspielvereins Hirschau
Großprojekte vor der Brust

Einige Baumaßnahmen haben Festspielvereinsvorsitzender Hans Drexler (rechts) und sein Stellvertreter Alfred Härtl in absehbarer Zukunft auf der Agenda. Bild: u
Kultur
Hirschau
14.02.2018
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Als herausragender Kultur- und Werbeträger der Stadt Hirschau präsentiert sich der Festspielverein bei seiner Hauptversammlung. Nach dem erfolgreichen Jahr 2017 liegt nun der Fokus auf weiteren Großprojekten.

Am 27. Juni 2003 gegründet, hat sich der Festspielverein zu einer wichtigen Einrichtung gemausert. 2017 stellte er das mit zwei Höhepunkten unter Beweis - den 7. Stückl-Festspielen und der Keramik-Sonderausstellung Vasen-Kunst. Bei der Zusammenkunft wurde deutlich, dass damit die Aktivitäten keineswegs erschöpft waren und der Verein Großes vorhat.

Es war eine beeindruckende Erfolgsbilanz, die der Vorsitzende, Altbürgermeister Hans Drexler, präsentierte. Der Mitgliederstand hat sich durch acht Neuzugänge bei zwei Todesfällen auf 87 erhöht, darunter vier Jugendliche. Viele davon haben mitgeholfen, die Herausforderungen des vergangenen Jahres zu bestehen.

Rund 2600 Besucher

Herausragend waren die Stückl-Festspiele. Rund 2600 Zuschauer kamen laut Drexler zu den neun Aufführungen des Volksstücks "Der Heldenstammtisch" in den Schlosshof. Das Schauspieler-Ensemble habe seitens des Publikums gute Kritiken geerntet. Als innovatives Kulturangebot der Sonderklasse habe sich die vom Hamburger Kulturhistoriker Volker Zelinsky organisierte Keramik-Sonderausstellung Vasen-Kunst in der Alten Mälzerei erwiesen. Rund 400 Besucher hätten sich für das Schaffen zweier 1930 in der Hirschauer Carstens-Steingutfabrik tätigen Designerinnen interessiert.

Positiv bewertete der Vorsitzende die Unterstützung, die man der Ovigo-Theatergruppe bei den Aufführungen der Komödie "Männerhort" und des Familien-Musicals "Peter Pan" gewährt habe. Den Vereinsfinanzen hätten nicht nur die Einnahmen aus den Stückl-Festspielen und der Bewirtung bei den Ovigo-Aufführungen gut getan.

Ebenfalls positiv habe sich ausgewirkt, dass der Verein für das Volksmusikspektakel Dousamma sein Gelände samt Freilichtbühne zur Verfügung gestellt hat. Zufrieden zeigte sich Drexler mit dem Verlauf der Hirschauer Kirwa. Wie jedes Jahr habe man sich abermals in das Jura-Gartenfest eingebracht.

Die Aktivitäten habe man nur dank des großartigen Engagements der Mitglieder bewältigen können, stellte Drexler fest und dankte allen Spendern. Das Finanzpolster, das Schatzmeister Georg Zimmermann detailliert erläuterte, werde dringend gebraucht für die anstehenden Investitionen für den Festspiel- und den Steingutbereich.

Drexler gab die weiteren Vorhaben bekannt. Nach erfolgtem Umbau von Bühne und Tribüne finden turnusgemäß 2019 die 8. Festspiele statt. Aufgeführt wird das Hirschauer Stückl "Die Erbschaft" von Katrin Klewitz. Zur Inszenierung gehören Musik- und Tanzeinlagen. Außerhalb der Reihe soll 2020 der Versuch gestartet werden, ein Theaterangebot in kleinerem Stil in Angriff zu nehmen. Gedacht ist an die Uraufführung des Volksstücks "Der Prinzregentenhirsch" aus der Feder von Werner Asam. Bei den Festspielen 2021 will man sich wieder an ein großes Stück machen. Auf der Wunschliste des Ensembles ganz oben steht die Komödie "Die Pfingstorgel" von Alois Johannes Lippl.

Auch das Thema Steingut und Steingutmuseum wolle der Verein weiter voranbringen, kündigte Hans Drexler an. Ab März wird im Ausstellungsraum in der Alten Mälzerei wieder die "neu konzipierte, allumfassende normale Steingutausstellung" aufgebaut. Für diese werden weitere Exponate beschafft. Ab April soll die Ausstellung jeweils am ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr zu besichtigen sein.

Derzeit 97 Mitglieder

Christian Gnan und Roland Fritsch stellten den Mitgliedern einige Überlegungen zur Diskussion, die sich 25 Vereinsangehörige gemacht hatten. Gedanken sollte man sich zum Beispiel machen über eine Aufgliederung des Vereins in die Sparten Theater, Museum und Anderes. Auf jeden Fall sollte die Mitgliederwerbung - aktuell sind es 97 Vereinsangehörige - intensiviert und der Aufbau einer Jugendabteilung versucht werden. Außerdem stehe eine Verjüngung des Vorstands an.

Angesichts der Erfolgsbilanz und der geplanten Vorhaben sprach Bürgermeister Hermann Falk anerkennende Worte. Er lobte den Festspielverein als einen beispielgebenden Aktivposten, "dessen Festspiel- und Steingutaktivitäten der Attraktivität Hirschaus sehr gut tun". Falk ging davon aus, dass das vorgesehene städtische Tourismusbüro eine auch für den Festspielverein hilfreiche Einrichtung sein werde.

430 PlätzeAuf dem Festspielgelände wird noch heuer mit dem Umbau der Bühne und der Tribüne begonnen. Die Genehmigung liegt ebenso vor wie die Förderzusagen von Stadt, Leader-Programm und Kulturfonds Bayern. Die neue Bühne wird teilweise in Ständerbauweise errichtet. Diese ermöglicht eine flexiblere Bühnengestaltung und erleichtert auch andere Nutzungen. Die Tribüne erhält höhere Stufen und soll künftig 430 Besuchern Platz bieten. Die geplanten Beleuchtungstürme entfallen in der geplanten Form. Unter der Tribüne werden neben einer Toilettenanlage zwei Lagerräume für externe Vereine geschaffen. (u)
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