29.05.2017 - 20:00 Uhr
HirschauOberpfalz

OVIGO-Ensemble strapaziert mit Komödie Männerhort Lachmuskeln des Publikums in Hirschau und ...: Männerhort in DEZ-Heizung

Mit "Männerhort" sorgte das Ovigo-Theaterensemble im Ehenfelder Pfarrheim und im Josefshaus für Lachsalven am laufenden Band. Zu verdanken hatte das Publikum den Komödienspaß dem Umstand, dass mit Christian Gnan als Lars und Roland Fritsch (Brandschutzexperte Mario) zwei Hauptrollen mit heimischen Akteuren besetzt waren.

Lars (r., Christian Gnan) hatte mit Mario (l., Roland Fritsch) ein Hühnchen zu rupfen. Er sollte ein für alle Mal aufhören, sich permanent in seine Frau Anne zu verlieben.
von Werner SchulzProfil

Hirschau/Ehenfeld. (u) Dass es in Ehenfeld und Hirschau ein volles Haus gab, war nicht zuletzt ihrem Mitwirken zuzuschreiben. Beiden waren ihre Rollen als Lars und Mario geradezu auf den Leib geschnitten. Gleiches galt für Stefan Neubauer als Helmut und Michael Zanner als Eroll. Regisseur Florian Wein und seine Co-Regisseurin Theresa Weidhas hätten die vier Rollen nicht passender besetzen können.

Im Heizungskeller

Gleich zu Beginn sah das Publikum überraschend Julia Troglauer (Connie), Franzi Bauer (Marion), Christina Götz (Alexis) und Bettina Roßmann (Anne) als Ehefrauen des Quartetts in einem Aktionstanz. Statt jeden Samstag mit ihnen beim Shoppen von Laden zu Laden zu ziehen, hatten sich Errol, Helmut und Lars ein Männerrefugium im Heizungskeller des Donau-Einkaufszentrums geschaffen: "Das DEZ ist unser Kreuzweg, die Shopping-Samstage mit unseren Frauen unser Karfreitag", war die einhellige Meinung.

In diesem Männerhort war alles, was Mann braucht: eine Ledercouch zum Lümmeln, ein Kühlschrank für Bier, ein Fernseher und jede Menge Poster an der Wand. Auch sie zeigten, was Männern wichtig ist, nackte Haut. Da konnte gut philosophiert werden. Das funktionierte, bis der Brandschutzexperte Mario auf die Fremdnutzung aufmerksam wurde und damit drohte, alles auffliegen zu lassen.

Dem Trio blieb nur übrig, ihn aufzunehmen. Doch die Idylle bröckelte allmählich. Helmut, der Männerhort-Gründer, merkte, dass sich seine Lebenslügen langsam zum Orkan zusammenbrauten. Software-Entwickler Eroll entwickelte sich zum Frauenversteher, nicht allerdings ohne die Utensilien aus dem Intimbereich seiner Connie akribisch auf Spuren untersucht zu haben.

Der selbstverliebte, eitle Lars bediente zwei Handys gleichzeitig, das eine, auf dem seine Frau Anne anrief, und das andere, auf dem sich ständig neue Liebschaften meldeten. Mario sorgte mit Mimik und flotten Sprüchen dafür, dass die Lachmuskeln der Zuschauer kräftig strapaziert wurden. Die Fetzen flogen auf der Bühne, als sich herausstellte, wer schon mal etwas mit einer der vier Damen gehabt hatte und dass daraus sogar ein Kind entstanden war.

Panik um den Erhalt des Zufluchtsortes brach aus, als Errol verkündete, er habe seiner Frau vom Männerhort berichtet. Um den Hausfrieden wiederherzustellen, probten die vier auf Helmuts Vorschlag im Gänsemarsch die Shoppingbegleitung. Plan B sah vor, den Hort bis zum letzten Blutstropfen zu verteidigen: "Wir kämpfen wie Männer." Mario zwang sich gar in Klamotten von Connie, um die Frauen beim Schmieden ihres Schlachtplanes zu belauschen.

An Scheidung gedacht

Dabei ergab sich, dass die Damen über eine Scheidung nachdachten. Schließlich löste sich alles in Wohlgefallen auf. Lars ging zu seiner Anne zurück und Mario zog es zur Telefonliebschaft von Lars. Übrig blieben Helmut und Eroll. Letzterer hatte eine neue Idee - raus aus dem Keller in eine "Männerlounge im Dachgeschoss des DEZ". Nicht nur für diese Schlusspointe, sondern für ihre großartigen Leistungen erhielten alle Mitwirkenden donnernden Applaus.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.