Robert "Rob" Hiemer und seine "Southern Rock Junkies"
Dampf im Kessel

Er hat den "Southern Rock" in der Nordoberpfalz populär gemacht: Robert "Rob" Hiemer (rechts im Bild Schlagzeuger Rene Baumann). Bild: privat
Kultur
Hirschau
20.04.2018
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Robert "Rob" Hiemer hat einen Lebenstraum: Er mag bodenständige Oberpfälzer und bis vor nicht allzu langer Zeit über Jahrzehnte hinweg in seinem früheren zivilen Beruf Banker gewesen sein. Aber eigentlich ist der entspannte Sympathieträger ein Rebell, ein Rocker.

Um genauer zu sein - ein Südstaaten-Rocker, der mit seiner Formation "Southern Rock Junkies" Außenstehenden den Sound von Genre-Koryphäen wie Lynyrd Skynyrd, Allman- Brothers-Band oder Molly Hatchet mit vollem Herz-Einsatz näher bringen möchte. "Amigos & Banditos" ist das aktuelle, vierte Doppel-Album (eine DVD gibt es für den Käufer dieses Mal dazu. Zu beziehen über rob@southernrockjunkies.de) der Formation rund um Hiemer, diesem Enthusiasten, der voll hinter der kernigen Urgewalt jener vor Energie strotzender Raubeinen steht.

Es geht launig ab

Hiemer schreibt seit Jahren sämtliche Titel selbst, im Vergleich zu früheren Aufnahmen - nur bei Urgestein Doc Holliday macht er eine Ausnahme, der wird mit "Hole In Me" groovend gepowert. Und ansonsten, ganz allgemein: Fette Südstaaten-Sause, es geht launig ab, hier wird garantiert kein Bier oder Tequila warm.

"Ich selbst bin während der 70er von diesem musikalischen Genre infiziert worden", erinnert sich Hiemer. "In jener Ära war ich hobbymäßig als Rock-DJ unterwegs", erzählt der gemütliche Mann aus Hirschau (Kreis Amberg-Sulzbach). "Das war die Zeit, als ich einige Rock-Open-Air-Festivals vor allem in Nürnberg besucht habe. Dort traten meine zukünftigen Helden aus der Southern-Rock-Szene auf. Ich war sofort angefixt von deren Stoff." Im nächsten Jahrzehnt existierte im Oberpfälzer Städtchen Eschenbach eine inzwischen legendäre Kneipe namens "Pumpe", in welche eine Disco integriert war, die ebenfalls die Hymnen von Lynyrd Skynyrd, der Marshall-Tucker-Band oder Charlie Daniels zum Besten gab. Grund dafür: Fünf Kilometer von dem Club entfernt, befand sich in Grafenwöhr der größte Truppenstützpunkt der US-Army in Deutschland. "Jeden Freitag kamen die GI's in die 'Pumpe', dort wurde der Southern Rock rauf und runter gespielt, wir haben zwischen 22 bis drei Uhr morgens die Haare wehen lassen", berichtet Hiemer mit breitem Grinsen. "Am nächsten Tag bin ich ins gut sortierte Weidener Plattengeschäft 'Pla-Plue' und habe mir Southern-Rock-Alben gekauft, die ich in der Nacht zuvor gehört hatte. Die haben meine Musik-Kumpels und ich gierig aufgesaugt. Dann haben wir die als Cover-Gruppe einstudiert. Und irgendwann hatten wir das Zeug gut genug drauf, dass wir es live präsentieren konnten. Was für eine geile Zeit!"

Eigene Band

Doch Rob wollte mehr als nur seine musikalischen Favoriten nachspielen - eine eigene Band musste her! Ehe er 2003 die "Southern Rock Junkies" ins Leben rief, hatte er ein paar Dutzend eigene Stücke komponiert. Hiemer singt die meisten dieser Titel, spielt wahlweise Gitarre und Bass. Bis 2008 gab die lose zusammengesetzte Formation, deren Mitglieder aus den unterschiedlichsten Orten in Deutschland stammen, Konzerte vor begeistertem Publikum, welche die Köpfe gerne mit Cowboyhüten schmückten. "Doch irgendwann war das nicht mehr zu organisieren, wir sind mittlerweile allesamt Familienväter, außerdem keine Profis", seufzt der Ehemann und Vater von zwei Kindern.

Jetzt aber hat Rob eine neue Vision: "2019 würde ich gerne zumindest ein paar neue Auftritte absolvieren", schwärmt er in Vorfreude. "Das wird nicht einfach zu organisieren, weil in der Regel mindestens sieben Leute auf der Bühne stehen müssen, sonst wirkt diese Art des Sounds einfach nicht. Du brauchst wenigstens einen Sänger, drei Gitarren, einen Blues-Harp-Spieler und zwei Schlagzeuger. Nur dann entsteht genügend Dampf im Kessel."

CDs selbst finanziert

Denn das Entscheidende bei "Southern Rock" ist laut Hiemer, "dass jedes Instrument einzeln heraus gehört werden kann. Dazu bedarf es Musiker, von denen alle etwas drauf haben müssen. Das unbedingte Können steht im Vordergrund!"

Rob hat sämtliche bislang erschienenen vier Werke seiner Combo selbst finanziert. "Ich bin Realist und Visionär gleichermaßen", meint er zu diesem Prozedere. "Ich möchte und werde mit meiner großen Leidenschaft kein Geld verdienen. Mir ist es wichtig, dass ich meine künstlerische Obsession mit möglichst vielen Verrückten teilen kann. Wenn ich mit den neuen Freunden bei einem Treffen unseren Stoff hören und noch ein Gläschen irischen 'Jameson'-Whiskey oder ein Oberpfälzer Zoiglbier trinken kann, bin ich in meinem ureigenen Paradies angekommen."

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Weitere Informationen und CD über:

www.southernrockjunkies.de

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