30.06.2010 - 00:00 Uhr
HirschauOberpfalz

Am Freitag Wallfahrt zur Vierzehn-Nothelfer-Kirche 200-jährige Tradition

von Werner SchulzProfil

Unter den Hirschauer Sakralbauten gilt sie als echtes Kleinod und Fachleute stufen ihren Hochaltar als Meisterwerk der Akanthus-Schnitzerei ein - die Hirschauer Vierzehn-Nothelfer-Kirche. Vor der Reformationszeit bis in das 18. Jahrhundert war das Gotteshaus eine vielbesuchte Wallfahrtskirche, zu der, wie die Chroniken ausweisen, an ihrem Patrozinium, dem Fest Maria Heimsuchung (2. Juli), die Pilger in Scharen strömten. Die letzte Quelle dafür stammt aus dem Jahr 1792. Am Freitag, dem Patroziniumstag des spätgotischen Kirchleins, erfährt die mehr als zwei Jahrhunderte unterbrochene und vor neun Jahren wieder aufgenommene Wallfahrtstradition eine Fortsetzung.

Die Initiative zur Wiederbelebung der Wallfahrt war vom Heimat- und Trachtenverein und seiner stellvertretenden Vorsitzenden Brunhilde Fehlner ausgegangen. Die Pflege auch des kirchlichen Brauchtums gehört schließlich zum Selbstverständnis des Vereins. Am Fest Maria Heimsuchung, das am Freitag begangen wird, sind alle Pfarrangehörigen eingeladen, sich an dem um 18.45 Uhr am Bischof-Bösl-Platz beginnenden Kirchenzug zu beteiligen. Der Festgottesdienst, bei dem der verstorbenen Trachtenvereinsmitglieder gedacht wird, beginnt um 19 Uhr.
Die Anfänge der Nothelfer-Kirche, die auf einer Anhöhe neben der Kreisstraße AS 18 nach Ehenfeld an der Westseite des Friedhofs steht, gehen bis in das 15. Jahrhundert zurück in eine Zeit, in der in Hirschau die Pest wütete. Die erste urkundliche Erwähnung des Kirchleins stammt aus dem Jahr 1522. Seine heutige Gestalt dürfte es Ende des 17. Jahrhunderts erhalten haben.

Wertvollstes Stück der Inneneinrichtung ist der Hochaltar mit dem Akanthusschnitzwerk aus dem Jahr 1710. Im Rankenwerk, das einer Ikonostase (Bilderwand) vergleichbar die gesamte Ostwand einnimmt, sind 18 Figuren zu sehen. Auch die Anfang des 18. Jahrhunderts entstandene Emporenbrüstung mit den Ölbildern der zwölf Apostel, Christus als Salvator sowie Maria und Paulus ist von besonderem Wert. Ein Schmuckstück ist die im Original erhaltene, 1769 von Josef Adam Funtsch aus Amberg erbaute Orgel.

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