29.06.2015 - 00:00 Uhr
HirschauOberpfalz

Ansturm kommt am Nachmittag

Als Landrat Richard Reisinger am Sonntag den Tag der offenen Gartentür eröffnete, prophezeite er Maria Lang, der Vorsitzenden des Kleingartenvereins, einen Besucheransturm. Das war ziemlich mutig, denn am Vormittag sah es noch gar nicht danach aus.

Die üppigen Pflanzen und liebevoll hergerichteten Gärten zogen so viele Interessierte an, dass es am Nachmittag in der Kleingartenanlage vor Besuchern geradezu wimmelte. Die Besitzer der Parzellen freuten sich, dass die Gäste so diszipliniert waren und keine Flurschäden anrichteten. Bild: u
von Werner SchulzProfil

Am Nachmittag aber wimmelte es in den fünf Hektar großen vier Kleingartenanlagen in der Tat vor Gartenfreunden. Auf dem Moosweiherdamm, der die südlichen und nördlichen Anlagen verbindet, fand eine kleine Völkerwanderung statt. Die Autokennzeichen verrieten, dass die Besucher nicht nur aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach und der Stadt Amberg kamen.

Für Reisinger war es keineswegs selbstverständlich, dass die Pächter der Gartenparzellen bereit waren, ihre "Intimsphäre für einen Tag der Öffentlichkeit zugänglich zu machen". Es habe sie gewiss Überwindung gekostet, ihren privatesten Bereich zu präsentieren. Generell diagnostizierte der Landkreis-Chef, zugleich Vorsitzender des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege, bei der Bevölkerung einen Trend hin zur "Liebe zum Garten und zur Natur". Mit der idyllisch gelegenen Oase habe man für die Veranstaltung eine sehr gute Wahl getroffen.

Enorm angestrengt

Der Hirschauer Bürgermeister Hermann Falk würdigte die enorme Arbeitsleistung, die die Kleingärtner für die Veranstaltung erbrachten. Er spreche aus Erfahrung, da er sich mit seinem privaten Garten selbst schon einmal am Tag der offenen Gartentür beteiligt habe.

Dank sagte Falk an die Adresse von Gartenfachberaterin Michaela Basler dafür, dass die Hirschauer Anlage als Veranstaltungsort ausgewählt wurde. Diese wiederum lobte Maria Langs spontane Bereitschaft, den Aktionstag auszurichten. Die Entscheidung sei im Winter vor Ort bei anhaltendem Regen getroffen worden. Erstmals habe man im Landkreis eine Kleingartenanlage ausgesucht.

Maria Lang war voll des Lobes über das Engagement ihrer Vereinsmitglieder. Sie hätten ihr Möglichstes getan, um die Anlage optimal herauszuputzen. Seitens der Stadt sei man bestens unterstützt worden. Sie wies darauf hin, dass die am Nordufer gelegene Anlage noch attraktiver sei als die am Südufer. Auf der Südseite gebe es einige freie Parzellen, für die sich hoffentlich im Laufe des Tages Interessenten fänden.

Gefragt: Rekordtomaten

In der Tat erkundigte sich eine ganze Reihe von Besuchern bei Maria Lang und bei den in ihren Parzellen anwesenden Pächtern nach den Größen der Fleckchen und den Pachtkosten. Überhaupt wurden die Kleingärtner zwischen ihren Beeten und in ihren Gewächshäusern mit allerhand Fachfragen konfrontiert. Als Gesprächspartner besonders gefragt war Klaus Berg, der über seine Rekord-Tomatenstauden Auskunft gab. Viele wagten auch einen Blick in Albert Sterks Parzelle, in denen seine Bienen einen regen Flugverkehr an den Tag legten.

Das 20-köpfige Helferteam brauchte über Arbeitsmangel nicht zu klagen. An den beiden Verpflegungsständen in der südlichen und nördlichen Anlage wurden 600 Paar Bratwürste, 70 geräucherte Forellen und 40 Kuchen und Torten konsumiert.

Maria Lang zog eine durchweg positive Bilanz. Die Besucher hätten sich sehr diszipliniert verhalten und keine Flurschäden angerichtet. Interessant sei, dass viele Hirschauer sehr wenig über die Gesamtanlage wüssten und ihnen etwa die beiden westlich des oberen Moosweiherdamms gelegenen Bereiche nicht bekannt seien. Ihr Fazit: "Der Aktionstag war nicht nur eine Werbung für den Gartenbau und die Natur, sondern auch für die Stadt Hirschau."

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