03.06.2005 - 00:00 Uhr
HirschauOberpfalz

Die Proben für das historische Freilichtfestspiel "Hirschauer Stückl" beginnen - 70 Schauspieler Herr Buche kommt im Heißluftballon

Mit dem Beginn der Proben im Hof des Pflegschlosses nimmt das historische Freilichtfestspiel "Hirschauer Stückl" konkrete Formen an. Für die Schauspieler stehen nun fast täglich Theaterproben im abendlichen Freizeitkalender.

von Adele SchützProfil

Erstmals konkret zur Sache ging es für die Schauspieler des "Stückl" am Dienstagabend auf einer provisorischen Bühne im Schlosshof, nachdem bisher "nur" die Vorbereitungsarbeiten angelaufen sind. Die Akteure werden nun jeden Abend ab 18 Uhr rund vier Stunden ihre Rollen einstudieren, was sicherlich dem einen oder anderen nicht leicht fallen wird. Hat doch alleine ein "Herr Buche" als Hauptdarsteller 138 Einsätze zu bewältigen.

Kein starres Werk

Bereits am ersten Abend erwiesen sich die Erfahrungen von Yvonne Brosch, die für die Inszenierung des Stücks verantwortlich ist, und von Andreas Arneth, der für das Bühnenbild zuständig ist, als sehr hilfreich, ein solches Unternehmen geschickt über die Bühne zu bringen. Die Begeisterung der beiden Münchener für das "Stückl" übertrug sich schnell auf die Schauspieler und nahm diesen das anfängliche Lampenfieber.

Die beiden Verantwortlichen wiesen die Akteure darauf hin, dass das "Stückl" kein starres Werk sei, sondern dass sich während der Proben bestimmt noch einige Änderungen im Text ergeben werden. Dies ermögliche den Mitwirkenden, "ihr Stückl" mitzugestalten und sich so auch bestens mit ihrer jeweiligen Rolle zu identifizieren.

Andreas Arneth erläuterte seine Vorstellung des aufwendiges Bühnenbilds, für das die Schlosskulisse ein idealer Hintergrund sei, habe doch die Liebesgeschichte auch seine märchenhaften Züge. Dann ging er auf das erste Szenario ein, das mit einem Leichenzug und anschließender Beerdigung beginnt. Dazu wird auch ein entfernter Verwandter, ein "Herr Buche", mit einem Heißluftballon eingeflogen, um zu erben.

Bereits zu Beginn des Theaterstücks ist ein Schelmenstück eingebaut, ein richtiges "Stückl" eben, von denen das Freilichtfestspiel seinen Namen hat: Der Dorfpolizist nimmt einem Landstreicher seine Drehorgel ab und deponiert sie im Feuerwehrhaus. Bei einem nächtlichen Brand rückt dann die Wehr anstatt des Spritzenwagens mit der Drehorgel aus, was natürlich fatale Folgen hat.

Kleinste Rolle wichtig

Mit viel Humor und noch mehr Geschick wies Yvonne Brosch den Schauspielern ihre Plätze zu und sprach mit ihnen die Handlungsabläufe und Texte ab. Bei insgesamt 70 Schauspielern hatte sie damit alle Hände voll zu tun. Dabei betonte sie: "Wir spielen eine Gemeinschaftsgeschichte, bei der die kleinste Rolle so wichtig ist wie die Hauptrolle."

Beim "Stückl" stehen sechs Hauptdarsteller auf der Bühne. Einer davon ist Roland Fritsch als "Herr Buche", der zur Beerdigung anreist und glaubt nach Hirschau die Industrie bringen zu müssen. Mit ihm kommen Christian Gnan und Johannes Fleischmann in den Rollen von Ingenieuren ebenfalls in die Kaolinstadt. Kerstin Ackermann fungiert als Wirtin und Petra Lenz als die Tochter des Herrn Buche. Matthias Erlbacher mimt deren Liebhaber.

Grundsätzlich meint Yvonne Brosch: "Unser Ziel ist es, das ,Hirschauer Stückl' möglichst glaubwürdig darzustellen und die Zuschauer mit in das Stück hinein zu nehmen, so dass die sich damit identifizieren können."

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