Maifeier in Hirschau fordert neue Kraft und Bündnisse der Arbeitnehmer
Motivieren und kämpfen

Arbeit war einst Quelle von Wohlstand. Heute ist sie Quelle von Armut - und das kann und darf so nicht weitergehen.
Lokales
Hirschau
01.05.2013
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"Gute Arbeit. Sichere Rente. Soziales Europa." Das war auch in Hirschau das Motto der Maikundgebung des DGB, die trotz kühler Witterung viele Teilnehmer auf den Marktplatz lockte. Für "Feuer" zum Tag der Arbeit sorgte schließlich Hauptredner Hans-Jürgen Hinzer, Sekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) aus Frankfurt, der "aktive und politisch handelnde Belegschaften" forderte.

Denn nur sie werden nach seinen Worten "die größten Chancen bei der Verteidigung ihrer Arbeitsplätze und Tarifverträge haben". Mit einem Blick in die Geschichte stellte er fest, dass die abhängig Beschäftigten früher objektiv in der Lage und subjektiv bereit gewesen seien, ihre Errungenschaften der Novemberrevolution wie den Acht-Stunden-Tag und die Mitbestimmung der Betriebsräte aktiv, ja sogar mit der Waffe in der Hand zu verteidigen. Im "ständigen Personal- und Sozialabbau ohne nennenswerte Veränderungen und im frontalen Angriff auf die Tarifverträge durch die Unternehmer", sah Hinzer eine derzeit stagnierende Situation in einem schleichendem Prozess.

Der Gewerkschaftssekretär machte deutlich, dass, wenn es nicht gelinge, diesen Prozess zu stoppen und nachhaltig umzukehren, die akute Gefahr bestehe, "dass unsere Kinder und Enkel von den heute noch existierenden vielen tariflichen und sozialen Rechten nur noch träumen können". "Wer eine solche Entwicklung verhindern möchte, der muss in den Betrieben und in den Gewerkschaften für eine Veränderung kämpfen, gesellschaftliche Bündnisse zur Stärkung der eigenen Kraft schmieden und dafür sorgen, dass sich die Menschen ihrer tatsächlichen Lage bewusstwerden, um sie wieder zum persönlichen Engagement in eigener Sache zu motivieren", so der Redner.
Und weiter: "Für Solidarität und Humanität ist die Arbeiterbewegung einst eingetreten - ein altes Ansinnen, aber zugleich das aktuellste, das ich kenne." Der Vorsitzende der Ortsgruppe Hirschau der IG Bergbau, Chemie, Energie (BCE) und Gesamtpersonalratschef der Firma AKW, Josef Birner, betonte, dass der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften einen Kurswechsel in Europa und eine neue Ordnung am Arbeitsmarkt verlangen. Denn immer mehr Menschen drohe Altersarmut, die Kluft zwischen Arm und Reich wachse.

"Der DGB fordert deshalb gute Arbeit, ein sicheres Auskommen und ein Leben in Würde mit einem gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro." Es werde Zeit, dass die Volksvertreter das nun endlich per Gesetz beschließen. "Wir Arbeitnehmer wollen ein gerechtes, prosperierendes und demokratisches Deutschland und Europa - frei von Zukunftsängsten und Armut - mit Teilhabe an Arbeit, Vermögen und Wohlstand für alle", verlangte Birner.
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