14.07.2004 - 00:00 Uhr
HirschauOberpfalz

Rektor a. D. Wenzel Mrasek stellt Nachforschungen an - "Stein des Anstoßes" im Jahr 1563 Wappenstein erzählt Geschichte

Vor 733 Jahren, tauchte erstmals der Name "Hirschau" auf. Der Hirsch im Wappen weist nicht nur auf den Namen der Stadt hin, sondern auf ihre ersten bekannten Herren, die Grafen von Hirschberg-Sulzbach. Diese regierten die Stadt bis 1305. Der ehemalige Rektor und versierte Historiker Wenzel Mrasek, der schon seit vielen Jahren Hirschauer Geschichtsforschung betreibt, ist auf einen Wappenstein aufmerksam geworden, dessen Zusammenhänge er jetzt erkundet hat.

von Redaktion OnetzProfil

Im Jahre 1563 lag Thomas von Wildenstein mit dem Pfleger Heinrich Schwarz von Haselbach, der die Winkelburg, die so genannte Kagerer Burghut Haus Nr. 13 bewohnte, im Streit, da sich dieser die ganze Breite der Einfahrt anmaßte. Vor dessen Hoftor stand ein großer Stein mit dem Familienwappen der Wildenstein. Das Wappen zeigt ein Einhorn, ein Fabeltier von Pferdegestalt, das ein gerades, spitzes Horn auf der Stirnmitte hat.

Dieser Stein soll damals von Endres Haberstumpf zum Anwesen Haus Nr. 68 gebracht worden sein, das Anselm Freimuth, der Urgroßvater vom heutigen Besitzer Paul Freimuth samt Stall und Stadel 1865 erwarb. Dieses Wohnhaus, so Paul Freimuth, soll einmal zum Burggut der Wurmrauscher gehört haben. Wie Paul Freimut, in dessen Stadel-Außenseite dieser Wappenstein heute noch eingemauert ist, erzählte, erwähnte sein Großvater des Öfteren einen Wappenstein, der im Heustadel mit Stroh zugedeckt in einer Ecke lag.

Ein Brand 1897 ließ diesen Wappenstein unbeschadet. 1930 brach in dessen Nachbarschaft bei der Metzgerei Heinrich Bösl ein weiterer Brand aus. Durch verschiedene Umstände, kauften die Eltern von Paul Freimuth einen Teil des angrenzenden Eiskellers. Da man für die neuerworbene Fläche einen Zugang brauchte, so Freimuth, wurde in die Stadelmauer ein Durchbruch für ein Tor erstellt. Während der Durchbrucharbeiten, wurde man wieder auf den Wappenstein aufmerksam.

Eine andere kleine Öffnung, musste wegen des neuen Tores zugemauert werden. Wegen seiner Abmessung bot es sich förmlich an, diesen Familienwappenstein zum Zumauern für dieses Loch zu verwenden. Als kleiner Bub sah der heute 84-Jährige, wie der Mauerer den Stein mit der glatten Rückseite nach außen einmauern wollte. Durch lauthalsen Protest, konnte er seinen Vater und Großvater überzeugen, dass der Stein so eingesetzt wurde, dass das Wappen zu sehen war. So ist dieses historische Wappen bis heute erhalten geblieben. Um dieses Wappenschild als kunsthistorisches Objekt auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist Wenzel Mrasek bemüht, nachdem er die Geschichte dazu erforscht hat, dass für dieses Objekt ein passender Platz gefunden wird.

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