11.12.2017 - 20:00 Uhr
HirschauOberpfalz

Aus der Stadtratssitzung Hirschau Bachranken und Boranger reizen

Soll Hirschau neben dem ruhenden Verkehr, dessen Überwachung in Händen des Zweckverbandes Kommunale Verkehrssicherheit liegt, auch die Kontrolle des fließenden Verkehrs dort beauftragen? Diese Frage steht hinter den Infos, die Geschäftsführer Maximilian Köckritz dem Stadtrat vermittelt.

von Autor FGProfil

Er zeigte an Beispielen anderer Regionen auf, dass Übertretungen sich mittelfristig bei zielgerichteter Überwachung an Gefahrenstellen oder schnell befahrenen Straßen von 25 auf 11 Prozent in der Regel mehr als halbierten. Zudem sterben bei Unfällen mit 65 km/h acht von zehn Beteiligten, bei 50/km/h überlebten acht von zehn. Wie im ruhenden könne die Stadt auch im fließenden Verkehr Messungen beauftragen und dabei die Messstellen innerorts bestimmen. Die Vorgehensweise und Qualität entspreche der der Polizei, Absprachen mit der Polizei seien zudem im Vorfeld erforderlich. Vorab könne an den vorgeschlagenen Messpunkten die aktuelle Verkehrssicherheitslage mit exakten Geräten ermittelt werden.

Alles zertifiziert

Bußgelder und mögliche Punkte seien gleich mit denen bei Polizeikontrollen. Das Geld fließe in die Stadtkasse, der im Gegenzug für Vorabzählungen 40 Euro/Tag und pro Messstunde 100 Euro berechnet würden - nachts das Doppelte. Dazu kämen zehn Euro Bearbeitungskosten pro Übertretung. Mitarbeiter und Messgeräte seien zertifiziert.

Zuerst seien der Bedarf zu klären und zu ermitteln, wo die Brennpunkte in Hirschau liegen, stellte für die CSU-Fraktion Hans-Jürgen Schönberger fest. Genannt wurden die Schule, Kindergärten, die Einfallstraßen. Entschieden wurde, sich später erneut mit der Thematik zu befassen.

Nach dem Antrag von Rudolf Wild (SPD), die Erschließungsstraße im neuen Industriegebiet nicht Am Bachranken, sondern wie die Hirschauer es aussprechen und kennen Am Boranger zu nennen, kam Leben und Witz in die Sitzung. Vom Bauch her schien der Antrag auf Sympathie zu stoßen. Die Hirschauer Stückl gingen eh aus, wurde aber auch angemerkt. Am Ende stand die SPD geschlossen hinter Wilds Antrag, die Mehrheit wollte aber lieber beim Hochdeutschen bleiben.

Bürgermeister Hermann Falk teilte mit, dass die 450 Straßenlampen auf LED umgerüstet wurden. Besonders am Parkplatz beim Schloss sollte von der Beleuchtung her nachgebessert werden, so Tobias Meindl (FW). Eine Verbesserung des Belags sei schon beauftragt, so Falk. Nach Problemen mit der Stromverteilung beim Weihnachtsmarkt am Marktplatz sollten die Verteiler dort optimiert werden, regte Stefan Bauer (SPD) an.

Johanna Erras-Dorfner (FW) beantragte die Prüfung der Einführung des Volkacher Modells für Kurzzeitparker in Hirschau in der nächsten Sitzung. Dort sei es auf nicht markierten Flächen erlaubt, 15 Minuten ohne Strafzettel zu parken. Beim Aussteigen werde die an der Seitenscheibe befestigte Sanduhr gedreht. Solange der Sand riesele, bliebe der kurze Halt in Volkach straffrei. So eine Regelung könne die Parksituation in der Innenstadt entspannen.

Vergabepraxis prüfen

Zum Parken in der Innenstadt regte Josef Birner (SPD) an, die Besitzer von Sonderparkausweisen zu bitten, bei längerer Abwesenheit nicht in der Innenstadt zu parken. Rudolf Wild fügte den Vorschlag hinzu, über die Vergabepraxis der Parkscheine nachdenken.

Sauer stieß Wolfgang Bosser die Abholzung einer Waldspitze beim Wasserwerk Richtung Großschönbrunn auf. Wald für eine Streuobstwiese als Ausgleichsfläche abzuholzen, verstehe er nicht. Es stellte sich dann heraus, dass das wohl schon vor langem beschlossen und jetzt erst umgesetzt worden war.

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.