Christsoziale feiern ihr 70-jähriges Bestehen
CSU als Hirschaus Gestalter

Weil er während seiner 54-jährigen Parteizugehörigkeit lange aktiv im CSU-Orts- und im CSA-Kreisvorstand mitgearbeitet hat, wurde Walter Dobmeyer (Mitte) zum Ehrenmitglied des Ortsverbandes ernannt. Es gratulierten unter anderem Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Schönberger (links) und Birgit Birner (rechts).
Politik
Hirschau
07.01.2017
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Beim Festabend wurde eine Reihe langjähriger Mitglieder für ihre Parteitreue geehrt (von links): CSU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Harald Schwartz, Hans Kammerl, Hans Bösl, Walter Majecki, CSU-Ortsvorsitzende Birgit Birner, Georg Zimmermann, Landtagsabgeordneter Erwin Huber, Gerhard König, Evi Kammerl, Werner Weigl, Sepp Strobl und Bürgermeister Hermann Falk. Bilder: u (3)

Sein 70-jähriges Bestehen hat der CSU-Ortsverband im Josefshaus gefeiert. Höhepunkte waren der Rückblick des Ehrenvorsitzenden Werner Schulz, die Festrede von Ex-Minister und -Parteichef Erwin Huber und die Ernennung von Walter Dobmeyer zum Ehrenmitglied.

In seiner 45-minütigen Rückschau rief Werner Schulz ins Gedächtnis, dass die Amerikaner 1945 Mathias Amann (SPD) zum Bürgermeister und Ex-BVP-Stadtrat Anselm Freimuth zum Stellvertreter ernannt hatten. Landrat Dr. Winkler überzeugte Freimuth, die Gründung einer neuen Partei zu wagen. Die für 27. Januar anberaumten Gemeindewahlen bewogen ihn, am 7. Januar 1946 zur Gründung der Christlich-Sozialen Einheit (CSE) in den Fahnensaal des Kommunbrauhauses einzuladen. Die 47 Anwesenden votierten für diesen Schritt und nominierten eine Stadtratskandidatenliste. Die CSE gewann sechs der elf Sitze, die SPD fünf. Da der Stadtrat den Bürgermeister kürte, hätte die CSE das Amt besetzen können. Freimuth verzichtete. Amann wurde mit allen Stimmen erster, Freimuth zweiter Bürgermeister.

Da am 7. Januar kein Vorstand gewählt wurde, holte man dies am 4. März 1946 nach. 14 Männer erklärten ihren Beitritt zu der Partei, die ab dem Tag Christlich-Soziale Union (CSU) hieß. Freimuth wurde Vorsitzender, Johann Brumbach Stellvertreter. 1948 verlor die CSU ihre Mehrheit. Nur drei CSU-Angehörige kamen in den Stadtrat.

Auf den Kopf

1952 errang die CSU nur zwei Sitze. Der Ortsverband hatte fünf Mitglieder, als Paul Freimuth ihn 1955 übernahm. 1956 zogen fünf CSU-Kandidaten in den Stadtrat ein, auch Willi Bösl. Er gewann nach dem Rücktritt von Bürgermeister Lederer 1958 die Wahl. 1960 wurden die Verhältnisse im Stadtrat auf den Kopf gestellt. Bösl erreichte bei der Bürgermeisterwahl 77 Prozent. Die CSU erhöhte die Sitzzahl auf neun, die SPD rutschte auf fünf ab.

Bösl wurde 1966, 1972 und 1978 mit großen Mehrheiten bestätigt. Die Kreispolitik gestaltete er von 1962 bis 1984 als stellvertretender Landrat maßgeblich mit. Bei seinem Abschied 1984 bescheinigte ihm Regierungspräsident Karl Krampol, dass "Hirschau unter ihm zu einem kleinen Musterstädtchen geworden ist". An diesem wurde unter Helmut Rösch, der 1984, 1990 und 1996 zum Bürgermeister gewählt wurde, weitergebaut. Als wichtigstes der unter ihm umgesetzten Projekte sah Schulz die Umstrukturierung des Krankenhauses in ein Alten- und Pflegeheim. 2002 wurde mit Hans Drexler der nächste CSU-Mann Bürgermeister. 2008 wurde er mit 71 Prozent bestätigt. Mit seinem Namen werden der Neubau des Freizeitzentrums Monte Kaolino und die Innenstadtsanierung verbunden bleiben. Seit 2014 steht mit Hermann Falk erneut ein CSU-Mann an der Spitze.

Im Ortsvorsitz folgte auf Anselm Freimuth (1946 bis 1955) und Paul Freimuth (1955 bis 1972) Hans Fleischmann (1972 bis Januar 1979). Unter ihm stieg die Mitgliederzahl auf 160. Nach einem Intermezzo mit Karl-Heinz Knorr (Januar bis August 1979) übernahm Werner Schulz im November 1979 den Ortsvorsitz bis zu seiner Wahl zum CSU-Kreisvorsitzenden 1993. In seiner Amtszeit wuchs die Mitgliederzahl auf über 200. Sein Nachfolger Günter Mrasek verstarb 1996 im Alter von 44 Jahren. Auf ihn folgte 1997 Petra Waldhauser. Unter ihrer Führung pulsierte das Ortsverbandsleben bis 2009 weiter. Ähnlich großes Engagement zeigte ihr Nachfolger Dieter Birner. Nach seinem Rücktritt 2014 wurde Birgit Birner Vorsitzende.

Großartige Entwicklung

Erwin Huber zollte den Hirschauern Respekt dafür, den demokratischen Wiederaufbau frühzeitig in Angriff genommen zu haben. Als dauerhaften Wert der CSU nannte er die Verwurzelung in Bayern. Die großartige wirtschaftliche Entwicklung Bayerns beruhe auf dem Fleiß der Menschen und der Weichenstellung der seit sechs Jahrzehnten von der CSU geprägten Politik. Seit Jahren habe die Oberpfalz die geringste Arbeitslosigkeit in Bayern. Eine Lanze brach Huber für die Partnerschaft in Europa.

Musikalisch umrahmt wurde der Abend von den Watzndorfer Sängern.

Mit Ehrung bedachtMit Birgit Birner, Kreisvorsitzendem Harald Schwartz und Bürgermeister Hermann Falk ehrte Erwin Huber folgende Mitglieder: Hans Bösl (60 Jahre), Georg Zimmermann, Martin Kohl (beide 45), Evi und Hans Kammerl (beide 40), Walter Majecki (35), Brigitte Stark (25), Gerhard König, Birgit Birner (beide 20) sowie Sepp Strobl und Werner Weigl (beide 15). Eine besondere Auszeichnung gab es für Walter Dobmeyer. Als Anerkennung für seine aktive Mitarbeit im CSU-Orts- und CSA-Kreisvorstand wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. (u)
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