10.07.2017 - 20:00 Uhr
HirschauOberpfalz

Hirschauer Stadtrat debattiert über Regelung für Marktplatz Parkdisziplin schon verbessert

Ist mehr Fingerspitzengefühl vielleicht die Lösung in der Innenstadt? Eine engagierte Debatte ergab sich im Hirschauer Stadtrat, als es um die Verbesserung der Parksituation ging. Letztlich einigte man sich einstimmig darauf, das Spektrum der Ideen bei der Klausurtagung im Herbst zu besprechen.

von Autor FGProfil

Problematisch erschienen den Räten Änderungen derzeit auch deshalb, weil der Brunnen noch fehlt und die Gestaltung mit Grün oder Kunst noch nicht komplett ist. Einen gewissen Charme hatte für zahlreiche Plenumsmitglieder der Idee, die Karenzzeit bis zur Verhängung eines Bußgeldes zu verlängern, aber auch eine mögliche Bürgerbefragung wurde kurz angesprochen. Übergreifend herrschte die Ansicht, den Marktplatz selber von parkenden Fahrzeugen frei zu halten.

1065 Verstöße geahndet

Seit die Verkehrsüberwachung aktiv sei, habe sich die Parkdisziplin deutlich verbessert, informierte Ordnungsamtsleiter Christian Piehler: Wurden im zweiten Quartal 2016 noch im Schnitt 8,6 Bußgelder pro Stunde verhängt, waren es im ersten Quartal 2017 nur mehr 3,5. Insgesamt seien bislang 1065 Verstöße geahndet worden, sagte Piehler. Trotzdem ergebe sich ein Defizit von 3615 Euro, jede Stunde koste 30, die Bearbeitung jedes Bußgelds 9,90 Euro. Von den 61 ausgegebenen Bewohnerparkvorrechten werden tagsüber im Schnitt 20 genutzt. Das liege im Rahmen der Erwartungen, war sich das Gremium einig. 2. Bürgermeister Josef Birner regte an, bevorrechtigte Autos außerhalb der Altstadt zu parken, wenn sie länger nicht genutzt würden.

CSU-Sprecher Hans-Jürgen Schönberger sprach von Parkdruck am unteren Marktplatz. Die Fraktion könne sich die Ausweisung von sechs bis acht weiteren Stellplätzen an der Nordseite der Straße ab der Poststelle in Richtung Osten vorstellen. Problematisch sei die Situation bei der stark frequentierten Poststelle sowie an der Zufahrt zum Werkmarkt beim Marktplatz mit dem Be- und Entladen auch größerer Fahrzeuge. Günther Schuster (FW) brachte ins Spiel, die Karenzzeit bis zur Verhängung eines Bußgelds zu erhöhen. In Amberg seien das zehn Minuten, in Hirschau derzeit vier. "Wenn man auf 15 bis 20 Minuten ginge und alle Verkehrsüberwacher das mit Fingerspitzengefühl umsetzen, könnte das einiges bringen", meinte er.

Einige Räte hatten sich die Situation vor Ort angesehen und stimmten mit Tobias Meindl (FW) überein, dass es lediglich zu Stoßzeiten eng werde. Festgestellt wurde auch, dass die zusätzlich im Zimmermann-Anwesen bei der Sparkasse angepachteten Parkplätze wenig genutzt würden. Christian Gran plädierte für gegenseitige Rücksichtnahme und das Einhalten der Vorgaben. Man müsse versuchen, die Interessen der Bewohner, Autofahrer, Senioren, Radler und Fußgänger zu berücksichtigen, waren sich die Räte einig. Rudolf Wild (SPD) berichtete von Gesprächen mit Auswärtigen, die gut mit den geltenden Regeln zurecht kämen. 2. Bürgermeister Josef Birner sah den derzeitigen Wegfall der Parkplätze in der Georg-Schiffer Straße mit als Ursache für mehr Parkdruck an. Man solle nicht zugunsten einiger weniger zusätzlicher Stellplätze das beschlossene kommunikative Innenstadtkonzept verlassen, forderte er.

Auf dem Rad flanieren

Johanna Erras-Dorfners (FW) Überlegung, dass mit dem Rad auch die Flaniermeile zwischen Straße und Plattenweg in der unteren Stadt genutzt werden könne, wurde durchwegs positiv bewertet. Vorsichtiges Fahren sei aber angesagt, wie Schönberger aus eigener Erfahrung ergänzte. Der Vorschlag eines Bewohners, am Bischof-Bösl-Platz wie früher Parkplätze entlang der Häuser hinter der Kirche auszuweisen, soll aktuell nicht umgesetzt werden. Speziell für Rollstuhlfahrer und Rollatoren würde es dann eng. Sie müssten auf das Großpflaster der Straße ausweichen was nicht zumutbar sei, betonte Rudolf Wild. Das Gremium war sich einig, dass für den Platz ein Gesamtkonzept erstellt werden sollte.

Gefährliche Fräskanten

Rudolf Wild schnitt den Brunnen am Marktplatz an, Bürgermeister Hermann Falk berichtete von laufenden Gesprächen. Auf Wilds Frage zur gefällten Eiche in der Sonnenstraße hieß es, das Landratsamt sei zuständig. Erneut waren die gefährlichen Fräskanten der Telekom-Baustelle beim Radweg an der B 14 beim St.-Wolfgang-Kindergarten ein Thema. Vorgeschlagen wurde, dass der Bauhof provisorisch eingreifen sollte, wenn in nächster Zeit nichts passiere. Beim Friedhof-Haupteingang sei ein behindertengerechter Parkplatz geschaffen worden, der meist anderweitig belegt sei, stellte 2. Bürgermeister Josef Birner fest. Falk informierte, dass im Hof der Leichenhalle zwei Behindertenparkplätze geplant seien, deren Bau sich verzögere. Der Parkplatz am Eingang werde deshalb entsprechend beschildert. (fg)

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