09.02.2018 - 16:28 Uhr
Hirschau

Sitzung des Hirschauer Stadtrats Beim Parken bewegt sich nichts

Zusätzliche Stühle für die Zuhörer werden gebraucht: Das Thema Parken am Markplatz sorgt für einen vollen Saal bei der Sitzung des Hirschauer Stadtrats. Dagegen fällt das Ergebnis mehr als mager aus. Für keinen Antrag findet sich eine Mehrheit, obwohl darüber schon mehrfach diskutiert worden ist.

von Autor FGProfil

Ordnungsamtsleiter Christian Piehler skizzierte die seit 2016 laufende Diskussion, und auch Bürgermeister Hermann Falk meinte: "Jetzt muss etwas gehen." CSU-Fraktions-Chef Hans-Jürgen Schönberger beantragte die Schaffung von etwa acht Parkplätzen am unteren Marktplatz zwischen Post und dem Anwesen Nummer 38. Hinzu könne ein Platz für Fahrzeuge mit Anhänger auf Höhe des Reisebüros kommen.

Probleme in Stoßzeiten

Einiges habe sich seit der Planung geändert, sagte Schönberger. Es gebe mehr Wohnungen am unteren Marktplatz, eine Arztpraxis ziehe ein, bei der Post herrsche reger Betrieb, der Parkdruck in diesem Bereich sei groß. 3. Bürgermeister Peter Leitsoni (CSU) sah die Flaniermeile als überdimensioniert für Hirschau an, es gebe Probleme in Stoßzeiten und massive Wünsche aus Bevölkerung und Gewerbe. Laut Stadtrat Christian Gnan handelt es sich momentan streng genommen um wildes Parken im beantragten Bereich, das sollte man ändern.

Seitens der SPD hielten 2. Bürgermeister Josef Birner und Rudolf Wild den Parkdruck für nicht so gravierend. In der Regel seien Stellplätze frei, wenn auch nicht unmittelbar vor dem gewünschten Geschäft. Auch gebe es neue Parkflächen beim Zimmermann-Anwesen nahe dem Rathaus. Wild forderte mehr Karenzzeit und Fingerspitzengefühl der Überwacher. Die Geschäfte am oberen Marktplatz bräuchten eine Lieferanfahrt auch für größere Fahrzeuge. Man könnte Anwohner auch bitten, ihr Fahrzeug nicht den ganzen Tag in der Stadt abzustellen, ihm fielen da einige Kennzeichen ein. Günter Amann warf ein, dass der Architekt den Wettbewerb auch wegen der offenen Gestaltung gewonnen habe, man solle jetzt nicht alles zuparken, sondern am Konzept festhalten. 2. Bürgermeister Josef Birner sah es als wichtig an, die Balance zwischen privaten und geschäftlichen Interessen, zwischen Fußgängern Radfahrern und Autos zu suchen.

15 Minuten Karenzzeit

Für die Freien Wähler erkannte Tobias Meindl einen Bedarf an Kurzzeitparkplätzen. Die Markplatzgestaltung sei noch nicht abgeschlossen. Die Probleme schienen ihm auch ein wenig selbst gemacht, man könnte an Samstagen auf Kontrollen verzichten. Günther Schuster schlug eine etwa 15 Minuten lange Karenzzeit als einfachsten Weg vor. Für Johanna Erras-Dorfner ist längeres Abwarten nicht möglich: "Die Geschäfte überlegten schon Aktionen wie das Zuhängen der Fenster mit schwarzen Tüchern und der Aufschrift 2020, es ist vor allem mehr Flexibilität nötig." Gegenseitiges Beobachten schaffe nur böses Blut. Wenn Anwohner ihre bezahlte Parkberechtigung nutzten, sei das nachvollziehbar.

Hans-Jürgen Schönberger sah eine Tendenz zum kürzeren Parken und öffnete den Antrag entsprechend. Aber auch das half nichts. FW und SPD stimmten geschlossen gegen die CSU und den Bürgermeister - mit 10:11 war das Anliegen abgelehnt.

Sanduhr hat keine Chance

Johanna Erras-Dorfner (FW) beantragte die Einführung des Kurzzeitparkens auf nicht markierten Flächen unter Verwendung einer ablaufenden Sanduhr, wie es etwa in Volkach eingeführt sei. Den Marktplatz könnte man von der Regelung ausnehmen, meinte sie.

Die Verwaltung hat in Volkach nachgefragt und in Erfahrung gebracht, dass die Sanduhr dort nur auf gekennzeichneten Parkflächen erlaubt ist. Man wolle Kurzzeitparken fördern, aber das Umstellen der Parkautomaten sei zu teuer gewesen, hieß es in der Antwort. Da habe man sich für diesen unkonventionellen Weg entschieden. Erras Dorfner begründete ihr Ansinnen mit dem Wunsch der Geschäftswelt nach kurzfristigen Parkmöglichkeiten. Zudem passe die Sanduhr zu Hirschau mit dem Sandberg gut, für Auswärtige könne daraus sogar ein Souvenir werden. Die Stadt sollte die Kosten vorfinanzieren. Die Geschäfte wären bereit, die Sanduhren zu vertreiben, die Einnahmen flössen in die Stadtkasse zurück.

Rudolf Wild (SPD) verwies auf die Straßenverkehrsordnung und sah keine Möglichkeit, die Bürger zur Nutzung einer Sanduhr zu verpflichten. "Die Idee könnte fast als Grundlage für ein Hirschauer Stückl dienen, das ist nicht durchsetzbar", meinte er. Einige Stadträte sahen hinter dem Vorschlag die Idee zu mehr Karenzzeit. Darüber könnte man ja noch einmal reden, klang durch. Eine Sanduhr einzuführen, konnte sich der Rat aber nicht entschließen. Nur die vier Räte der Freien Wähler befürworteten die Idee, die 17 Stimmen von CSU und SPD standen dagegen.

Angesichts dessen beantragte Günther Schuster (FW), über die Verlängerung der Karenzzeit für Kurzparker in nächster Zeit im Stadtrat noch einmal zu reden. (fg)

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