13.07.2017 - 16:16 Uhr
HirschauSport

Bernhard Hornek "probt" in Peru für Sand-Spirit in Hirschau Der Dünenreiter

Es beginnt mit einer kleinen Enttäuschung am Fuße des Monte Kaolino in Hirschau. Und wird für Bernhard Hornek zu einem großen Abenteuer. In einer Oase in Peru.

von Christian Frühwirth Kontakt Profil

Nach dem Slalom-Rennen des Sand-Spirits im vergangenen Jahr hatte sich Bernhard Hornek so richtig geärgert: "Ich wurde zum vierten Mal in Folge Dritter - und dachte, es reicht jetzt." Doch es sollte sein Glückstag werden: Die Urkunden aller Medaillengewinner der Sandboard-Rennen im Slalom, Boardercross und Waterslide am Monte Kaolino in Hirschau kamen in eine Lostrommel. Und Horneks wurde gezogen. Der Preis: Ein Startplatz für den ersten Sandboard-Weltcup in Peru, samt Flug und Unterkunft, bezahlt vom südamerikanischen Staat.

Für den Hirschauer wurden die zwei Wochen im Juni zu einem "unvergesslichen Erlebnis". Als "Kleinstadtbürger das erste Mal außerhalb Europas", so Hornek, "war die gesamte Reise wie ein Film". Mit unheimlich vielen Eindrücken. Geschockt haben ihn die Armenviertel rund um die Stadt Ica ohne fließend Wasser und Kanalisation, beeindruckt die wunderschöne Natur zwischen Pazifik und Anden, der tolle Sternenhimmel und der Wettkampfort, die Dünen in der Oase Huacachina, rund 300 Kilometer südlich der Hauptstadt Lima. "Das ist so ein bisschen wie das Mallorca Perus", erzählt Hornek. Bei den Touristen bekannt für die vielen Partys - und die "Sand-rallyes" mit Buggys und Abfahrten auf einem Sandboard.

Martin Guerra, vor zwei Jahren erster Peruaner, der in Hirschau startete, betreibt dort eine Sandboard-Schule und richtete das erste Weltcup-Rennen aus, das, so der Plan, in den kommenden Jahren zu einer weltweiten Serie ausgebaut werden soll. Mit Rennen in Mexiko, Peru, Chile, Brasilien, Marokko, den USA - und eventuell am Monte Kaolino.

Einer von fünf Europäern

60 Sandboarder waren in den Dünen von Huacachina am Start, fünf aus Europa, der Rest aus Peru, Chile und Brasilien. Mit seinen 42 Jahren war Hornek ältester Teilnehmer. Und einziger Nicht-Profi. "Ich habe halt Familie, Beruf, Miete fürs Haus. Die leben alle nur für den Sport. Der Sieger des Slaloms und des Boardercross', ein Peruaner, will zum Beispiel bei den nächsten Olympischen Spielen in den Snowboard-Wettkämpfen antreten."

Olympia war auch Horneks Traum, "aber dafür ist Sandskifahren eben die falsche Sportart. So gesehen war Peru jetzt mein Olympia." Mit einer ganz besonderen körperlichen Herausforderung. Die Dünen haben anders als der Monte Kaolino keinen Lift, die Fahrten mit einem der Touristen-Buggys wären zu kostspielig gewesen, so musste mit dem Brett unter dem Arm bergauf marschiert werden. "Geradeaus kommt man da aber nicht rauf", sagt Hornek, "das ist so steil, dass man zickzack schräg hochgehen muss." Die 20 Minuten merkte man in den Beinen, dazu kam ein völlig anderer Sand als in Hirschau. "Der war durch den Wind wie gepresst, steinhart und extrem schnell. Fast wie Schnee. Vom Gefühl her zwischen Snowboarden und Wellenreiten. Und unten musste man sofort bremsen, da kommt gleich die Straße, kein Auslauf wie am Monte Kaolino."

Fast allen südamerikanischen Teilnehmern war Hirschau ein Begriff, obwohl bis auf Organisator Martin Guerra noch keiner dort war. "Der Monte Kaolino und der Sand-Spirit genießen einen guten Ruf", berichtet Hornek. "Sie wussten, dass unsere ,Düne' etwas kleiner ist. Aber wir sind bekannt für die perfekte Organisation und vor allem den Lift. Um den beneiden sie uns alle." Sportlich lief es für den Hirschauer nach Rang drei in der Slalom-Qualifikation nicht ganz nach Wunsch. Am Ende war es Platz neun. Die Sprungwettbewerbe ließ er aus "Altersgründen" aus, war beim Bigjump und Slopestyle aber trotzdem dabei. Als Kampfrichter. "Die Nominierung hat mich sehr gefreut. Die Leistungen waren schon sehr beeindruckend. Vor allem die Brasilianer sind uns um die Ohren geflogen wie die Adler."

"Eine Spur gemütlicher"

Auch wenn die Eindrücke aus Peru noch frisch sind, Bernhard Hornek, der als Sozialarbeiter im Berufsbildungswerk in Abensberg tätig ist, freut sich jetzt so richtig auf "seinen Sandkasten" Monte Kaolino an diesem Wochenende. "Das ist halt alles eine Spur gemütlicher und familiärer als beim Weltcup." Doch der Ehrgeiz deswegen nicht kleiner: "Ich möchte es den Jungen schon noch einmal zeigen. Nächstes Jahr soll dann nicht mehr das Gewinnen im Vordergrund stehen. Sondern der Spaß."

Sand-Spirit

Zeitplan

Freitag, 14. Juli 17 Uhr: Quali Boardercross 20 Uhr: Waterslide

Samstag, 15. Juli 11 Uhr: Quali Slalom 13 Uhr: Finals Slalom 16 Uhr: Finals Boardercross

Wir sind bekannt für die perfekte Organisation und vor allem den Lift. Um den beneiden sie uns alle.Bernhard Hornek über den Sand-Spirit in Hirschau

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