30.08.2017 - 16:24 Uhr
HirschauOberpfalz

Bayerisches Rotes Kreuz Hirschau verabschiedet offiziell ihren stellvertretenden Wachleiter ... Eigenhändig die Wache gebaut

Nach 41 Jahren Dienst verabschiedeten die Kollegen des Bayerischen Roten Kreuzes Hirschau offiziell ihren stellvertretenden Wachleiter Ulrich Gerlach. Inoffiziell werden sie ihn aber nicht vermissen müssen.

Nach 41 Jahren Verabschiedung in den Ruhestand (von links): Rettungsdienstleiter Erwin Gräml, stellvertretender Wachleiter Stefan Stauber, Sanitäter Johannes Sellmeyer, Wachleiter Rüdiger Schnappauf, Ulrich Gerlach, stellvertretender Chefarzt des Kreisverbandes Dr. Christian Wolf, Irene Wolf und stellvertretende Kreisgeschäftsführerin Sabine Bogner. Bild: dwi
von Dagmar WilliamsonProfil

Seit 1970 ist Gerlach mit Leib und Seele Sanitäter in Hirschau. Ab 1976 übte er das Amt hauptberuflich aus. Gerlach war während dieser Zeit Bereitschaftsleiter, Personalratsmitglied und Personalratsvorsitzender. Sein Leben, so scheint es, drehte sich immer um das Rote Kreuz. "Er selber war nur zweimal krankgemeldet", blickte stellvertretende BRK-Kreisgeschäftsführerin Sabine Bogner bei der Verabschiedung zurück.

Als Ulrich Gerlach zum Retter in der Not wurde, gab es noch keine Wache in Hirschau. Der Wagen parkte vor dem Haus des Diensthabenden, und über Umwege kam der Notruf bei ihm an. "Es kam schon vor, dass ich eine Stunde nach Schnaittenbach gebraucht habe, weil ich noch den Kollegen in Gebenbach abholen musste", erzählte Gerlach. Heute ist es unvorstellbar, dass damals auch Passanten den Sanitätern helfen mussten, um einen Wagen aufzubrechen. "Da war jeder noch hilfsbereiter, während man sich heute am Unfallort über Absperrungen oder wer der Schuldige ist streitet."

In Gerlachs Anfängen war das Einsatzgebiet noch nicht eingegrenzt. So mussten die Retter auch schon mal bis nach Vilseck fahren. "Es gab noch keine Leitstelle. Da wusste niemand, wer angerufen wurde und ob überhaupt Hilfe ankommt", sagte Bogner.

Die Wache bauten Gerlach und sein Vater mit eigenen Händen. "Auf der Baustelle waren wir dann immer samstags", schilderte er. Nur 80 000 Mark bekamen sie damals zur Unterstützung. Der Rest bestand aus Eigenleistung und Spenden der Hirschauer. Eingeweiht wurde die Wache 1979.

Das Bronzeabzeichen erhielt Ulrich Gerlach 1985. Dann dauerte es zehn Jahre, bis er die Silber-Verdienstmedaille in Händen halten konnte. 1999 bekam der 64-Jährige schließlich Gold. Zu Beginn von Gerlach Dienstzeit hatten die Hirschauer Sanitäter etwa 40 Einsätze monatlich. Heutzutage sind es etwa 100 mehr. "Da muss ich aber nicht mehr mitmachen. Irgendwann reicht es", sagte Gerlach. Trotzdem bleibt er seinen Kollegen treu. Er wird weiterhin den Erste-Hilfe-Kurs leiten. Sein Nachfolger als stellvertretender Wachleiter ist Stefan Stauber. Er tritt am Freitag, 1. September, seinen Posten an.

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