09.03.2018 - 20:00 Uhr
Hirschau

Einzigartiges Übungsgerät macht Station bei Feuerwehr Hirschau Halsbrecherische Blaulicht-Fahrten

Jede Menge Tatütata war in dieser Woche in der Fahrzeughalle der Hirschauer Feuerwehr zu hören. 36 Maschinisten aus fünf Wehren übten dort mit dem Sondersignal-Fahrt-Trainer des Landesfeuerwehrverbands Bayern (LFV) den Ernstfall einer Einsatzfahrt mit Blaulicht, Martinshorn und Sprechfunk.

Unter Leitung von Sandra Reichert (vorne rechts) üben die Feuerwehr-Maschinisten am Sondersignal-Fahrt-Trainer den Ernstfall einer Einsatzfahrt. Auch Bürgermeister Hermann Falk (am Steuer) unternimmt eine Probefahrt. Mit im Bild: Kreisbrandrat Fredi Weiß (Zweiter von links), Kommandant Sebastian Jasinsky (Dritter von links) und Kreisbrandmeister Marco Weiß (Sechster von rechts). Bild: u
von Werner SchulzProfil

Da Blaulichtfahrten in der Verkehrsrealität nicht geübt werden dürfen, Learning by doing aber die beste Vorbereitung auf den Ernstfall ist, bietet der LFV seit 2013 zusammen mit der Versicherungskammer Bayern und dem Bayerischen Innenministerium den Maschinisten der Feuerwehren dieses Training mit dem Fahrsimulator an. Er wurde eigens für diesen Zweck vom Würzburger Institut für Verkehrswissenschaften in Zusammenarbeit mit der Polizei entwickelt.

"Das ist eine tolle Sache, dass der Sondersignal-Fahrt-Trainer der Stadt Hirschau vier Tage lang zur Verfügung gestellt wurde", erklärten unisono Bürgermeister Hermann Falk, Kreisbrandrat Fredi Weiß, Kreisbrandmeister Marco Weiß und Kommandant Sebastian Jasinsky, die sich gleich am ersten Ausbildungstag ein Bild von den Inhalten des Lehrgangs machten. Der Rathaus-Chef setzte sich selbst ans Steuer des Fahrsimulators und unternahm eine Probefahrt, die letztlich mit einem Crash endete. Wesentlich länger dauerten die Fahrten der Maschinisten aus den Wehren Hirschau, Schnaittenbach, Steiningloh-Urspring, Krondorf-Burgstall und Kohlberg.

Die Wehrmänner stiegen nach einem einstündigen theoretischen Unterricht durch Trainerin Sandra Reichert von der Staatlichen Feuerwehrschule Regensburg in den Simulator. Dieser ließ die Fahrer in unterschiedlichen Verkehrsräumen agieren, angefangen vom Stadtverkehr über Land- und Bundesstraßen bis hin zur Autobahn.

Dabei wurden die Einsatzfahrer mit unvorhersehbarem Verhalten von Verkehrsteilnehmern, Überholmanövern und Vorbeifahrten unter verschiedenen Sichtbedingungen genauso konfrontiert wie mit der Gassenbildung in diversen Verkehrssituationen, dem Annähern und Überqueren von Kreuzungen mit verschiedenen Vorfahrtsregelungen, plötzlichen Ereignissen und der Wahrnehmung von Gefahren. Nach den Fahrten analysierte Sandra Reichert mit den Maschinisten das Geschehen im Simulator, das digital aufgezeichnet wurde.

Das Fazit der Teilnehmer fiel positiv aus. Dass die Sonder- und Wegerechte explizit behandelt wurden, sprach die Teilnehmer ganz besonders an, ebenso wie die Videoanalyse des eigenen Fahrverhaltens. Alle erachteten das Training als Gewinn für ihren Einsatzdienst. "Wir wissen nun, worauf wir im Ernstfall ganz besonders achten müssen."

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