Glaubensabend in der Pfarrei St. Michael Ehenfeld
Vergebung ist Arznei für das Leben

Der Dip. Religionspädagoge Thomas Peter gestaltete den Vortrag anschaulich und kurzweilig.
Vermischtes
Hirschau
02.03.2018
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Ehenfeld. Trotz eisiger Kälte draußen und Nockherberg-Derblecken im Fernsehen war der Saal des Ehenfelder Pfarrheims gut gefüllt. Der Diplom-Religionspädagoge Thomas Peter aus Paulsdorf verstand es, das anspruchsvolle Thema: "Vergebung und Versöhnung - zentrale Botschaft des Evangeliums" anschaulich zu vermitteln. Zu Beginn zitierte er den ehemaligen Chefarzt der Strahlentherapie und Onkologie in Nürnberg, Professor Dr. Helmut Renner: "Vergebung ist wichtig für die körperliche, seelische und geistige Gesundheit." Untersuchungen hätten bewiesen, dass Menschen, die vergeben könnten, gesünder seien. "Vergebung ist Arznei für das Leben, denn psychische Probleme können körperliche Leiden hervorrufen", betonte der Referent. "Wenn die Seele schreit und nicht gehört wird, schreit unser Körper."

Vergebung sei auch wichtig, um nicht selbst zum Täter zu werden. Dies gelte besonders auch für Kinder, die geschlagen und misshandelt werden und sich als Erwachsene oft selber zu Gewalttätern entwickeln. "Vergebung ist Stärke. Der Schwache kann nicht vergeben", sagte der Redner. Vergebung bedeute aber nicht, sich alles gefallen zu lassen. Besonders Kinder und Frauen bräuchten oft Hilfe von außen, damit ihre Pein beendet werde. Erst dann könnten sie verzeihen. Schwierig sei es, zwischen Täter und Tat zu unterscheiden. Peter erinnerte an einen Ausspruch des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau: "Was immer ein Mensch getan hat, er bleibt Mensch."

Vergeben sei nicht vergessen, aber es kenne keinen Hass oder Rachegedanken. Vergebung müsse auch nicht automatisch Versöhnung sein. Sie sei ein langwieriger Prozess und dürfe nie auf Druck erfolgen, sondern müsse freiwillig sein. Er beendete seinen Vortrag mit dem Satz: "Gott vergibt immer, Menschen tun sich da viel schwerer."
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