Metzgerei Weich aus Hirschau feiert Jubiläum
Seit 70 Jahren geht’s um die Wurst

Ob Metzgerei oder Gastwirtschaft der Familie Weich - der Gschrei war auch 1976 eine beliebte Adresse.
Wirtschaft
Hirschau
21.08.2017
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Sie sind rar geworden in Hirschau, die Metzgereien, in denen Ortsansässige schlachten, Fleisch- und Wurstwaren selber herstellen und im eigenen Laden verkaufen. Eine von zwei verbliebenen ist die Metzgerei Weich - im Volksmund der Gschrei genannt. Für sie gibt es Grund zum Feiern. 1947, also vor 70 Jahren, öffnete ihr Laden.

Das Metzgerhandwerk ist im Anwesen Hauptstraße 64 schon wesentlich länger zu Hause, genau seit dem Jahr 1900. Damals erwarb es der Metzger, Landwirt und Restaurateur Michael Gschrei, Urgroßvater des heutigen Geschäftsinhabers und Metzgermeisters Hans Weich.

Gschreis Tochter Anna heiratete 1925 den Metzger, Viehhändler, Gast- und Landwirt Josef Weich. Er übernahm 1930 das Anwesen. Eine Portion Gottvertrauen gehörte dazu, als er - ein Jahr nach dem Bau eines neuen Schlachthauses - 1947 den Laden eröffnete. Metzger gab es damals in Hirschau nicht wenige. Da waren in der Innenstadt die Betriebe Specht, Zimmermann, Dobmeier, Bösl und Rosing und in der Georg-Schiffer-Straße die Metzgerei Knorr. Der Erfolg gab Josef Weich Recht. Eine Statistik der Stadtverwaltung aus dem Jahr 1954 weist aus, dass in keiner Metzgerei mehr Schweine (196) und Rinder (52) geschlachtet wurden als beim Gschrei.

Offenkundig schätzten die Hirschau die Qualität seiner Waren. So übergab er 1956 an seinen Sohn Hans, der 1951 seinen Meister gemacht hatte, ein florierendes Fachgeschäft. Hans Weich führte es mit seiner Frau Margarete erfolgreich weiter, ebenso die Gastwirtschaft. 1960 wurde ein neues Schlachthaus gebaut, 1977 die Gaststube erweitert, 1979 der Laden auf seine heutige Größe erneuert. Am 16. Juni 1988 wurde der Gschrei Hans mit dem goldenen Meisterbrief ausgezeichnet.

Bereits 1987 hatte er Metzgerei und Gastwirtschaft an seinen Sohn Hans übergeben, der seit 1978 im Besitz des Meisterbriefes war. Er ließ das Inventar des Schlachthauses in den Jahren 1992 bis 1998 modernisieren, schaffte einen neuen Kessel und neue Maschinen an.

Aus seiner Ehe mit Katinka Schorner gingen die beiden Söhne Josef und Sebastian hervor. Sie erlernten - wie sollte es anders sein - ebenso das Metzgerhandwerk. Beide machten 2011 ihren Meister. Sebastian ist darüber hinaus seit 2011 Betriebswirt des Handwerks. Hans Weich wurde 2016 mit dem goldenen Meisterbrief ausgezeichnet.
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