180 Teilnehmer bei "Kirche und Wirtshaus mit Pfiff" - Wolfgangskirche und Goldener Hirsch
Im Zeichen des Halbmondes

Als einer der schönsten Fachwerkbauten in der Oberpfalz gilt der Traditionsgasthof "Goldener Hirsch" in Hirschbach. Bild: rrd
Lokales
Hirschbach
26.04.2013
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Überwältigt war Pfarrer Konrad Schornbaum vom Echo auf die Reihe "Kirche und Wirtshaus mit Pfiff", die diesmal in Hirschbach Station machte. Mehr als 180 Interessierte sahen sich das Hammerschloss an (Bericht folgt), die St. Wolfgangskirche und den Gasthof "Goldener Hirsch".

Die Führungen durch Kirche und Hammerschloss mussten geteilt werden, um dem Ansturm gerecht zu werden. Viele Besucher kamen aus dem Landkreis aber auch aus dem nahen Mittelfranken. Unter ihnen auch Pfarrer Gerhard Durst, "Hausherr" der St. Wolfgangskirche, den sein "Nachbarkollege" Schornbaum willkommen hieß. Die zwei Pfarreien liegen zwar in der Gemeinde Hirschbach, gehören aber zu verschiedenen Dekanaten und Bezirken.

Führung mit Paul Haller

Paul Haller, Kirchenvorstand und Obmann der evangelischen Kirchengemeinde Hirschbach, übernahm Führung und Vortrag in der Wolfgangskirche. Zur knapp 400 Seelen zählenden Kirchengemeinde, die seit 1957 selbstständig ist, gehören die Orte Hirschbach, Unterklausen, Ober- und Stoffelmühle sowie Hauseck und Loch.

"Mit einer Erlaubnisurkunde vom 18. Juni 1640 von Papst Pius II wurde dem Bürger Jakob Sauerzapf von Sulzbach erlaubt, eine Kapelle in Hirschbach zu erbauen, darin ein tüchtiger Priester möchte Messe lesen, dieweil er die Pfarrkirche zu Eschenbach wegen des weiten Weges und Gefährlichkeit der Mörder nit allewege besuchen könnte", so der Originaltext, den Haller verlas.
Die Kirche wird oft "Sauerzapfsche Kapelle" genannt. Jakob Sauerzapf war zu diesem Zeitpunkt auch der Besitzer des Hammerwerkes und Hammerschlosses in Hirschbach. Der Bau der Kapelle fällt in die Zeit des Spätmittelalters. Anfangs durften nur der Schlossherr mit Gefolge in die Kapelle, das gemeine Volk musste weiterhin nach Eschenbach.

"Im Jahre 1528 wurde die Kirche und Hirschbach evangelisch durch den Beschluss des Rates der Stadt Nürnberg", so Haller. Die zwei Wappenscheiben in den Fenstern gehen auf die Familie Meindl zurück, die den liegenden Halbmond im Familienwappen haben.

Im Wappen der Gemeinde

In der ersten und zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts sind sie als Schloss- und Hammerwerks-Besitzer in Hirschbach nachgewiesen. Den Halbmond findet man auch im Wappen der politischen Gemeinde, der daraufhin zurückgeht. Der heilige St. Wolfgang mit der Kirche im Arm, rechts der Kanzel und die Maria auf der Mondsichel links schmücken die Kirche. 1852 wurde die Kirche, nachdem sie baufällig war, wieder aufgebaut in den ungefähren heutigen Zustand. Der Turm kam auf die andere Seite. Eine Kanzel bekam man aus Vorra geschenkt, die früher aber seitlich angebracht war.

Letzte Renovierung 2002

Die größte Renovierung erfolgte 1965 bis 1966, da kam die Kanzel dann auch in den Altar. Und seit dieser Zeit gibt es auch einen Posaunenchor, wie der Kirchenvorstand wusste. Die Orgel wurde von 1977 an erneuert und 1986 eingeweiht und die letzte Renovierung erfolgte 2002. Da wurde auch der Außenaufgang angebaut. Gottesdienst waren früher nur sieben Mal im Jahr, zu Pfarrer Metzers Zeiten dann im 14-tägigen Rhythmus und Pfarrer Hornfeck führte dann den wöchentlichen Kirchgang ein, der auch von Pfarrer Durst weitergeführt wird.

Jeden Sonntag hält er um 9 Uhr in Eschenbach und um 10 Uhr in Hirschbach Gottesdienst. Der katholische Gottesdienst ist immer Freitags um 18 Uhr. Paul Haller lud die vielen Zuhörer ein, auch einmal einen Gottesdienst zu besuchen.
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