Die vierte Auflage von "Gsunga, gspielt und tanzt" macht auch Kusswalzer-Flüchtlingen Freude
Zwiefacher trennt Spreu vom Weizen

Lokales
Hirschbach
02.05.2009
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Alte Tanzbodenbräuche brachte Ortsheimatpfleger Sepp Gössl bei der vierten Auflage von "Gsunga, gspielt und tanzt" dem zahlreichen Publikum im Zubersaal in Hirschbach näher. Einige der Gäste erinnerten sich noch an jene Zeiten, als diese Bräuche verbreitet waren, doch es kamen auch ganz junge Tanz- und Volksmusikfreunde.

Eigentlich hätten die Kirchenreinbacher Spitzboum auch im Wirtsgarten spielen können, so ein schöner Aprilabend war es - fast wie an der Kirwa. Und dass auch die flotten Klänge von Marco, Gerd, Erwin und Werner an die Kirwa erinnerten, braucht nicht extra erwähnt zu werden.

Zither, Gitarre und Bombardon, eine nicht ganz alltägliche Besetzung, bot die "Blecherne Sait'n" aus Schnaittenbach auf. Ingrid und Hans Gehrike, begleitet von Karl Schatz, bereicherten den Abend nicht nur mit guter Volksmusik, sondern gaben auch herrliche Couplets zum Besten.

Im Tröpferlbad

Hans Gehrike, der sich die "preußische" Herkunft nicht anmerken lässt, spielte sein komödiantisches Talent voll aus. Beim "Tröpferlbad" erzählten Ingrid und Hans, was es auf Wellness-Aufenthalten zu erleben gibt.

Das Schreiner-Trio, Sepp Gössl mit seinen Enkeln Florian und Maximilian, rundete das musikalische Angebot ab. Mundartbeiträge steuerte Stefan Thumann aus Hausheim bei. "Tierisch" ging es bei ihm zu, unter anderem mit einem Vergleich zwischen Mensch und Rindvieh.

Mittelfranken auch dabei

Die mittelfränkischen Farben vertrat Werner Ertel aus Altensittenbach, bekannt als Sänger der "Hammerbachtaler". Er stand dem Ortsheimatpfleger als "Adjutant" bei der Weitergabe alter Tanzbodenbräuche zur Seite. Ob die Kirchenreinbacher Spitzboum bei ihrem Stückl "Ei Maderl, du wunderschoins Ding" die jungen Klarinettistinnen Julia und Lena meinten, die zeitweise mitspielten, war nicht zu erfahren.

Komischerweise verließen aber genau dann, als Sepp Gössl den Zufallswalzer ankündigte, einige Herren fluchtartig den Saal. Aber es gab noch genug Tanzfreudige, die zu Walzer, Polka, Schottisch und Dreher das Tanzbein schwangen. Der Zwiefache trennte dann die Spreu vom Weizen.

Ein paar Schmankerl brachten Marco und Werner von den Spitzboum als Dreingabe, alte überlieferte Lieder, zweistimmig gesungen, wie "Mir zwoa traurige Boum" oder den "Holzknecht". Beim "Baum in der Au" machte das ganze Publikum mit.

"Nix gekünstelt"

Hans Schultes, "Bürgermeister ehrenhalber" aus der gemeindeeigenen Weltstadt München, brachte die ganze Sache auf den Punkt: "Eine schöne Veranstaltung, nix gekünstelt - so wie's früher war."
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