Bürgerversammlungen in Eschenfelden, Achtel und Hirschbach
Gemeinde Hirschbach baut Schulden ab

Politik
Hirschbach
21.04.2017
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Aus spärlichen Mitteln das Optimale herausholen, den Spagat schaffen zwischen Schuldenabbau und sinnvollen Investitionen: Was den Verantwortlichen der Gemeinde Hirschbach zu dieser Vorgabe einfällt, erklärt Bürgermeister Hans Durst gern auch drei Mal.

(rrd) Bürgerversammlungen standen auf der Tagesordnung in Eschenfelden, Achtel und Hirschbach. Die zentrale Botschaft war stets die selbe: "Auch wenn die Pro-Kopf-Verschuldung erstmals unter 1000 Euro gesunken ist, so ist der Konsolidierungsprozess noch lange nicht abgeschlossen."

Konsolidierung fortsetzen


Ende 2017 soll der Schuldenstand noch knapp eine Million Euro betragen. Auf dem Weg dorthin halfen die Stabilisierungshilfen des Freistaates, bisher mehr als 900 000 Euro. Wichtig sei aber, dass die Gemeinde das Konsolidierungskonzept weiter fortschreibt. Dazu gehöre der Verkauf von nicht benötigten Grundstücken.

Das leerstehende Schulgebäude in Eschenfelden werde nicht unter Wert veräußert. Die Gemeinde habe einen Makler eingeschaltet. Abreißen und in Bauplätze umwandeln wäre angesichts der ortsübliche Quadratmeterpreise ein Draufzahlgeschäft, gab Durst zu bedenken.

Wohl ein Auslaufmodell


Weniger Geburten, mehr Übertritte an weiterführende Schulen und die bayerische Bildungspolitik stellten die Zweihäusigkeit des Mittelschulverbands Neukirchen-Königstein zunehmend in Frage. Der Hirschbacher Bürgermeister erwartet das Ende "wohl schon im Schuljahr 2017/2018". Waren es vor einem Jahr 113 Schüler mit einer Umlage von 2861 Euro, so sind es heuer noch 82 Kinder und 2687 Euro. Die Grundschule besuchen derzeit 89 Mädchen und Buben. Pro Kopf zahlen die Gemeinden 1675 Euro und zusätzlich 350 Euro Investitionsumlage.

Nachdem die bisherige Gastkinderregelung ersatzlos gestrichen wurde, sieht Durst zusätzliche Probleme auf kleinere Kindergärten zukommen. 16 Kinder aus der Gemeinde werden derzeit in auswärtigen Einrichtungen betreut. Die Gemeinde führt an deren Träger den kommunalen Beitrag ab. Gleiches gilt natürlich auch umgekehrt.

"Live" bedankte sich Durst bei Angelika Friedlein und Elke Reif, die sich ehrenamtlich in Hirschbach um die kleine, aber feine Bücherei kümmern. Im Zwei-Jahres-Turnus werden Bücher vom Michaelsbund bestellt. Dafür stehen 500 Euro pro Jahr bereit.

Der Vorschlag, die drei Feuerwehren in der Gemeinde zusammenzulegen, erwies sich als nicht mehrheitsfähig. Mittelfristig braucht jede von ihnen ein neues Fahrzeug. Das Hirschbacher Auto zählt schon mehr als 30 Jahre. Für die geplante Neuanschaffung ist auch ein neues Dach notwendig. Aktuell läuft eine Bauvoranfrage für einen Anbau am Haus der Begegnung. Durst möchte aber noch alternative Standorte in die Überlegungen einbeziehen.

Noch zwei Posten frei


Erste Veranstaltungen durch die engagierte Seniorenbeauftragte Annegret Voggenreiter wurden schon durchgeführt. Die Gemeinde sucht noch einen Jugendbeauftragten und ein Energie-Experten. Damit war auch eine Zuhörerfrage beantwortet: Eine Fragebogenaktion, wie sie jüngst für ältere Bürger lief, wird es für Jugendliche oder junge Familien vorerst nicht geben.

Um etwas Geduld bat Hans Durst beim Umbau der Heizung im Haus der Begegnung in Hirschbach. An manchen Tagen war es etwas kalt, da die Heizung ausgefallen ist. Mit dem Einbau eines neuen Tanks werde das Problem behoben.

Kanalgebühr steigt"Der Kanal ist das größte Vermögen der Gemeinde. Geht pfleglich damit um", appellierte Bürgermeister Durst. Bei der Abwasseranlage in Hirschbach steht eine Gebührensteigerung ins Haus. 746 Einleiter bringen dort 33 223 Kubikmeter, fast 2000 mehr als zuvor. Dagegen ging die Schmutzwassermenge in der 574 Anschließer in Eschenfelden um 3904 auf 17 043 Kubikmeter zurück. Die Erstellung eines Kanalkatasters wurde in Auftrag gegeben. Durst wies darauf hin, dass die Überwachung der Kanäle und Hausanschlüsse eine gesetzliche Forderung ist und künftig weitere Kosten verursachen wird. (rrd)

"Lebensader nicht durchschneiden"

Hirschbach. (rrd) Zum öffentlichen Personennahverkehr hatte Bürgermeister Hans Durst eine gute und eine schlechte Nachricht für die Bewohner der Gemeinde Hirschbach. Zum einen gibt es eine neue und barrierefreie Haltestelle beim Rathaus in Eschenfelden. Dabei wird auch der Platz vor dem Rathaus und dem Feuerwehrhaus neu gestaltet. Die Parkplätze werden auf die Fläche hinter den Bauhof verlegt.

Nachdem für die Strecke 446 ein kommerzieller Betrieb beantragt wurde, würden ab Ende 2018 Königstein und Hirschbach nicht mehr angefahren, da die Linie erst in Fischbrunn beginnt und dort auch endet. Dies würde aus der Sicht des Bürgermeisters eine notwendige Lebensader durchschneiden. Gespräche mit dem ZNAS und dem Landratsamt werden geführt; auch zum Nürnberger Land wurde bereits Kontakt aufgenommen.
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