12.04.2017 - 20:00 Uhr
HirschbachOberpfalz

Gemeinde Hirschbach durchbricht Schallgrenze bei Pro-Kopf-Schulden Zum ersten Mal unter 1000 Euro

Die Finanzlage der Gemeinde Hirschbach entspannt sich langsam. Zum ersten Mal unterbietet sie bei den Schulden eine magische Grenze. Sorgen macht noch das Freibad - genau gesagt der Kiosk.

von Pauline ReglerProfil

Einstimmig verabschiedeten die Hirschbacher Gemeinderäte den Haushalt für 2017. Die Zahlen des vergangenen Jahres hatte der Rechnungsprüfungsausschuss unter die Lupe genommen und für richtig befunden. Bürgermeister Hans Durst wurde die "Absolution" erteilt. Die Jahresrechnung 2016 schließt mit 2 398 569,53 Euro im Verwaltungshaushalt und 1 633 190,27 Euro im Vermögenshaushalt.

Friedhofsgebühren bleiben

Die Gebührensätze für den Hirschbacher Friedhof bleiben bis 2020 unangetastet, entschied der Gemeinderat. Durchschnittlich kamen in den Jahren 2014 bis 2016 jeweils 4733 Euro in die Kasse.

Nachträglich segnete der Gemeinderat die außerplanmäßigen Ausgaben im vergangenen Jahr ab. Darunter fielen zwei Aufsitzmäher für die beiden Kläranlagen zu je 2650 Euro, ein Hausanschluss in Hirschbach mit gut 2000 Euro, der Grundstückskauf für Wohnmobilstellplätze mit fast 10 000 Euro, neue Kunststofffenster im Freibad mit knapp 8000 Euro und eine Fortbildung für den Gemeinderatsgremium mit gut 2000 Euro. Für die Fenster im Freibad gingen andererseits Spenden von 2755 Euro ein.

Die Gesamtfläche der Gemeinde beläuft sich auf 3102 Hektar mit 49 Kilometern eigenen Straßen. Die Einwohnerzahl lag am 31. Dezember 2015 bei 1237 und ein halbes Jahr vorher noch bei 1206. Für 2017 ist keine Kreditaufnahme vorgesehen, jedoch eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklagen für heuer und 2018 von insgesamt 300 000 Euro.

Ab 2019 will die Gemeinde ihre allgemeine Rücklage wieder auffüllen. Die gewährte Stabilisierungshilfe von 250 000 Euro floss komplett in den Schuldenabbau. In der Rücklage waren Anfang des Jahres 809 933 Euro. Am Ende werden es voraussichtlich noch 584 847 Euro sein.

Um zwei Drittel gesenkt

Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt mit 921 Euro zum ersten Mal unter der 1000-Euro-Marke. 2003 drückte die Gemeinde noch eine Last von mehr als drei Millionen. Seither hat sie ihre Verbindlichkeiten auf gut eine Million abgebaut. Der Freistaat griff Hirschbach dabei bis jetzt mit gut 900 000 Euro Stabilisierungshilfen unter die Arme. Für den Umbau des Rathausvorplatzes mit Bushaltestelle und Wohnmobilstellflächen sowie dem Breitbandausbau bekommt die Gemeinde lukrative Fördermittel und steigert ihre Attraktivität.

Noch kein Kioskpächter

Mitglieder und freiwillige Helfer des Fördervereins arbeiten derzeit daran, das Freibad für die Sommersaison fit zu machen. Nach wie vor fehlt ein Kioskbetreiber. Zu seinen Aufgaben gehört der Kartenverkauf.

Zehn Prozent der Erlöse darf der Pächter für sich behalten. Sollte sich in der Kürze der verbleibenden Zeit niemand finden, schwebt dem Bürgermeister vor, jemand für die Kasse einzustellen. "Die Attraktivität eines Freibades steigt aber mit einem gut bestücktem Kiosk", fügte er hinzu.

Nachträglich genehmigt wurde die Umrüstung der Beleuchtung in der Kläranlage Hirschbach auf LED-Lampen. Das kostet gut 1000 Euro.

Dem Ingenieurvertrag mit dem Büro Renner und Hartmann für die geplante Sanierung der Brücke am Adlersberg in Hirschbach stimmte der Gemeinderat ebenfalls zu. Die geschätzte Bausumme liegt bei 117 000 Euro. Reine Formsache war die Bestätigung der Wahl von Hans-Jürgen Pöllinger zum stellvertretenden Kommandanten der Feuerwehr Eschenfelden.

Bei der Vermessung der Forststraßen Achtel - Bärnhof und Ratzenhof - Bärnhof kam ans Licht, dass Teile im Bereich der Gemarkung Königstein verlaufen. Die Grenzen werden geändert; die Straßenteile kommen komplett zur Gemeinde Hirschbach. Königstein hat zugestimmt, mit dem Vermerk, dass für die Marktgemeinde keine Kosten anfallen dürfen.

Haushalt 2017 der Gemeinde Hirschbach

Einnahmen

Grundsteuer A 24 450 Euro Grundsteuer B 77 600 Euro Gewerbesteuer 270 000 Euro Einkommensteuer 519 000 Euro Umsatzsteueranteil 57 000 Euro Hundesteuer 4900 Euro Schlüsselzuweisung 392 716 Euro

Konzessionsabgabe 31 500 Euro Vergütung Photovoltaik-Anlagen 12 000 Euro Wassergebühren 112 000 Euro Kanalgebühren Eschenfelden 58 000 Euro Kanalgebühren Hirschbach 185 000 Euro Friedhofsgebühren 4000 Euro Betriebskostenförderung Kindergarten 120 200 Euro

Ausgaben

Personal 194 910 Euro Kreisumlage 490 000 Euro Umlage an Verwaltungsgemeinschaft Königstein 180 000 Euro Grundschulumlage 64 000 Euro Hauptschulumlage 31 500 Euro Betriebskosten Kindergarten 236 350 Euro Gewerbesteuerumlage 54 000 Euro Kreditzinsen 33 900 Euro Straßenunterhalt 200 000 Euro Bezug Fremdwasser 33 000 Euro Stromkosten Straßenbeleuchtung 15 000 Euro

Schulden

Zum 31.12.2016: 1 139 000 Euro Zum 31.12.2017: 1 042 000 Euro

Rücklagen

Zum 31.12.2016: 810 000 Euro Zum 31.12.2017: 585 000 Euro. (rrd)

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