03.07.2017 - 17:44 Uhr
HirschbachOberpfalz

Hirschbachtal vervollständigt die Liste der Kletterkonzepte im Naturpark "Wir wollen sanften Tourismus"

Zone 1, 2 oder 3: Das muss ein Kletterer wissen. Schilder am Fels sagen ihm, ob er hier hochsteigen darf oder nicht. Vielleicht hat er sogar ein Gelände vor sich, in dem er eine neue Route erschließen kann.

Vor der neuen und letzten Tafel versammelten sich die Beteiligten, allen voran Landrat Richard Reisinger
von Pauline ReglerProfil

Nach mehr als 20 Jahren hat sich im Hirschbachtal der Kreis geschlossen. Das letzte Kletterkonzept im Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst ist fertig. Die Tafeln sind aufgestellt und Broschüren dazu im Umlauf. Beteiligt sind daran auch die Gemeinden Neukirchen, Etzelwang, Weigendorf und Birgland. In Hirschbach trafen sich deshalb Politiker, Naturschützer und Verbandsvertreter.

"Brisantes Thema"

"Es möge jeder auf seine Kosten kommen, aber nicht zulasten des anderen", wünschte sich Landrat Richard Reisinger. Er fand es ein brisantes Thema, wenn sich Naturschützer und Natursportler treffen und gemeinsam an einem Strang ziehen. "Wir wollen sanften Tourismus", fügte der Hirschbacher Bürgermeister Hans Durst hinzu.

Christine Rapp von der oberen Naturschutzbehörde zog einen Vergleich zu ihren ersten Besuchen 1996. Es habe sich nicht viel verändert in der Natur: Nach wie vor gäbe es in der vielfältigen Landschaft eine enorme Anzahl an Tier- und Pflanzenarten; auch solche, die woanders schon verschwunden sind.

Um einerseits die Felsen und ihre Bewohner zu schützen und andererseits auch den Sportlern gerecht zu werden, haben Naturschutz- und Kletterverbände in Zusammenarbeit mit den Behörden bereits 1992 mit der Erstellung eines ersten Kletterkonzepts begonnen, Eibenwände und Weiße Wand im Landkreis Forchheim. Weitere zwölf folgten im Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst. Als 14. und letztes Gebiet war das Hirschbachtal und seine Umgebung dran.

Bei acht Begehungen wurden 88 Felsen aufgesucht und etwa ebenso viele Zonierungstäfelchen angebracht. 68 Felsen wurden in Zone 2 eingeordnet, und 14 Felsen gehören der Zone 3, wo auch neue Routen erschlossen werden dürfen. Ungestörte Lebensräume bietet die Zone 1. Hier darf nicht geklettert werden.

Mehr als 400 Löcher

Rapp richtete einen besonderen Dank an Hans Frost von der IG Klettern, der als ältester Mitstreiter das schwere Werkzeug bergauf und bergab getragen hat. Er bohrte einen Großteil der über 400 Löcher. Auch die stets freundliche Atmosphäre hob sie lobend hervor.

Wolfgang Geißner, Geschäftsführer des Naturparks Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst, sprach von einer Brutdichte an Uhus und Wanderfalken wie schon lange nicht mehr. Die "Fränkische" wie sie in der Kletterszene genannt wird, könne mit fast 1000 Felsen und gut 10 000 Routen aufwarten.

Dass die Kletterer sehr gut informiert sind und sich auch an die Zonierungen halten, bestätigte Guido Köstermeyer, der Vizepräsident des Deutschen Alpenvereins. Beachtet würden auch die Sperrungen, wenn Wanderfalke oder Uhu brüten.

Es möge jeder auf seine Kosten kommen, aber nicht zulasten des anderen.Landrat Richard Reisinger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.