Vor 50 Jahren kam die Musik nach Edelsfeld
Erinnerungsabend für Paul Schertl

Die Großalbershofer Moidla wurden von Peter Schertl begleitet. Evi Strehl zeichnete alles auf. Bilder: rrd (2)
Vermischtes
Hirschbach
12.10.2017
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Vater und Sohn Bruhn aus Königstein brachten das Königsteiner Liederheft mit zum Gedenkabend für Paul Schertl nach Edelsfeld.

In diesen Tagen würde Paul Schertl seinen 95. Geburtstag feiern. Vor 50 Jahren begann der Erzmusikant aus Königstein, der Edelsfelder Jugend Musikunterricht zu geben. Seine Schüler von damals vergessen nicht, was sie ihm verdanken.

Edelsfeld. Auch wenn das eine oder andere Saatkorn nicht aufgegangen ist, so sind doch viele auf fruchtbaren Boden gefallen. Dafür stehen Evi Strehl oder Karin Bleisteiner. Mit einem Erinnerungsabend, den diese beiden organisierten, gedachten ehemaligen Zöglinge dem Schertl Paule im Saal vom Gasthof Heldrich.

Rundfunksendung in Arbeit

Dort fanden auch immer die Unterrichtsstunden statt. Gekommen sind vor allem die, bei denen es "gefruchtet" hat. Der Schertl Paule hat den Grundstein gelegt für so manche musikalische Karriere, etwa bei Evi Strehl. Sie hat es bis zum Bayerischen Rundfunk gebracht. Evi Strehl übernahm die Moderation des Gedenkabends und kündigte bei der Gelegenheit gleich an, im kommenden Jahr eine Sendung zu Ehren vom Schertl Paule zu bringen. Er war nicht nur Musiklehrer, sondern auch ein begnadeter Musikant. In vielen Besetzungen waren der Schertl Paule und seine Begleiter zu erleben. Er selbst hat vor allem mit der Zither großen Erfolg gehabt.

Neben seiner Frau Rosa war natürlich auch Sohn Peter da, der schon mit sieben Jahren vom Vater Akkordeon-Unterricht bekam. Alle anderen Instrumente hat er sich dann selber beigebracht. "Hauptsache, der Bub spielt", sagte der Vater, als sein Sohn Peter mit den "Kingstones" den Beatclub im alten Königsteiner Schulhaus rockte.

Der Sohn greift zur Hohner

Zusammen haben die Schertls aber auch "auf vielen Hochzeiten gespielt". Der Peter und der Paul sind nicht umsonst in die Schnadahüpfltexte eingegangen. Mit der alten Hohner Morino V M seines Vaters gab der Sohn dann einige Stücke zum Besten. Aber auch die Großalbershofer Moila mit Karin Bleisteiner, die Hannesreuther Boum sowie Hermann und Hans-Jürgen Bruhn spielten zünftig auf, begleitet von Peter Schertl auf der Kontragitarre. Evi Strehl bereicherte manche Stücke mit ihrem Zitherspiel.

Es war ein kurzweiliger Abend, und gerade deshalb gelang es Evi Strehl, den ehemaligen Schülern so einige Anekdoten aus der Unterrichtszeit entlocken. Demnach war für sie die Bierschinkensemmel frisch aus der Hausmetzgerei nach dem Unterricht das Tüpfelchen auf dem i. Die war bei den fünf Mark, die sie für die Busfahrt und die Musikstunde bekommen hatten, noch drin.

Auch der damalige Wirtssohn und jetzige Hausherr lernte Akkordeon, "weil halt alle Akkordeon gelernt haben", wie er erzählte. Dieses Pflänzchen reifte zwar nicht zu einem großen Musikanten heran, aber dafür zu einem hervorragender Koch und Wirt. Mehr Geschichten werden dann in der Sendung von Evi Strehl zu hören sein.

Wenn alle ehemaligen Schüler von Paul Schertl gekommen wären, hätte wohl der Saal vom Heldrich nicht ausgereicht. Aber es ist halt nicht bei allen "die Saat aufgegangen".

Hauptsache, der Bub spielt.Reaktion von Paul Schertl auf die Ausflüge seines Sohnes Peter in die Rockmusik
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