28.02.2018 - 10:24 Uhr

Brandstiftung und viele Waffen Mutmaßlicher "Reichsbürger" in Haft

Hof. Ermittler in Oberfranken haben einen mutmaßlichen "Reichsbürger" festgenommen. Ihm werden Brandstiftung und Verstöße gegen das Waffengesetz vorgeworfen.

Symbolbild: Patrick Seeger/dpa
von Agentur DPAProfil

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten, fanden Beamte in der Wohnung des 61-Jährigen in Hof viele Schusswaffen, drei Langwaffen und Munition für mehr als 2000 Schuss. Er steht zudem im Verdacht, im Oktober 2017 ein Auto in Hof in Brand gesetzt haben. Zum Motiv machte die Polizei zunächst keine Angaben.

Am vergangenen Sonntag fanden Polizisten den Mann im Stadtgebiet. Er habe sich zwar widerstandslos festnehmen lassen, sagte ein Polizeisprecher. Allerdings habe er eine scharfe Schusswaffe und eine scharfe Schreckschusswaffe bei sich gehabt. Der 61-Jährige sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Herrmann: In Bayern gibt es rund 3850 identifizierte "Reichsbürger"

In Bayern sind den Behörden zufolge derzeit rund 3850 sogenannte Reichsbürger bekannt. Bei weiteren rund 1400 Personen sind nach Angaben von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die Überprüfungen wegen eines Verdachts noch nicht abgeschlossen. «Wir gehen weiter aktiv und konsequent gegen die Reichsbürgerszene vor», sagte er am Mittwoch im Innenausschuss des bayerischen Landtags. Generell seien bei der Bekämpfung viele Fortschritte zu verzeichnen.

Darüber hinaus sei bislang 269 Reichsbürgern das Recht auf Waffenbesitz entzogen worden, dabei wurden bis Ende 2017 607 Waffen eingezogen, betonte Herrmann. Ferner sei gegen 18 bayerische Beamte wegen ihrer Zugehörigkeit zur Reichsbürgerszene Disziplinarverfahren eingeleitet worden, darunter acht aktive Polizisten.

Laut Herrmann bestehe der harte Kern der Szene in Bayern aus rund 350 Personen, 60 davon seien dem rechtsextremistischen Spektrum zuzuordnen. Bundesweit gebe es einer bundesweiten Erhebung zufolge rund 15000 sogenannte Reichsbürger, darunter 900 Rechtsextreme.

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