24.08.2017 - 20:00 Uhr
HohenburgOberpfalz

Lena Kopp und Martin Delling sind das neue Oberkirchweihpaar In Bouch dou draus waor Kirwa

"Oh Kirwa lou niat nou"! Kein Wochenende im Jahr prägt das gesellschaftliche Leben im Dorf mehr als das Kirchweihfest. Vier Tage, von Freitag bis Montag, drehten nicht nur die jungen Leute das Kirwakarussell in Bouch.

"In Bouch herauß is Kirwa" am vergangenen Wochenende feierten die Mendorferbucher ihr Kirchweihfest. 22 Paare tanzten heuer den Baum aus.
von Paul BöhmProfil

Mendorferbuch. 22 fesche Kirwapaare haben heuer in Mendorferbuch den Baum ausgetanzt. Dass es da ganz schön eng im Hof vom Wirtsschore - im Hof vom Georg Reis - zugeht, ist immer auch die Anerkennung und der Zuspruch der Bevölkerung für den hohen Stellenwert des Festes der Feste im Jahreskreis.

Zunächst wurde der Baum aus dem Sponsorenwald ins Dorf gebracht und in einer Nachtschicht geschält, verziert und kirwamäßig hergerichtet. Da gehörte auch die Baumwache mit dazu, damit nichts Außergewöhnliches passiert. Mit viel Unterstützung aus der Dorfgemeinschaft wurde das Wahrzeichen aufgestellt, das nun in den nächsten Wochen bis zur Allerweltskirchweih weithin über den Dächern zu sehen sein wird.

Zur Kirwa im Dorf gehört nicht nur das Betreiben der Stodlbar, sondern auch der sonntägliche Kirchgang. Das Fest als solches ist nicht nur Magnet und Zusammenhalt für die Dorfgemeinschaft, sondern Treff für viele Gäste aus der Umgebung und von benachbarten Kirchweihgesellschaften. 22 Paare haben heuer den Klängen der Bouchdna Kirwamusi, die mit der Gruppe Wöidarawöll identisch ist, den Baum ausgetanzt.

Trotz Windstille

Einstudiert hatte man die Sternpolka, einen reschen Boarischen, einen Zwiefachen, den Etzelwanger, einen Plattler, Walzer, Dreher und das Mühlradl, das sich hoch droben im Jura im Wirtshof trotz Windstille drehte.

Richtig eng ist es im Hof gewesen, schließlich wollten mehrere Hundert Gäste beim großen Spektakel dabei sein, wer wohl das neue Oberkirwapaar werden würde. Beim Austanzwalzer fiel das Glückslos auf Lena Kopp und Martin Delling, die das Amt von Franziska Hofmann und Florian Schießl übernehmen.

Dass das Schnoderhüpfltablett randvoll bepackt war, gehörte heuer erneut dazu. "Da sind wir immer richtig neugierig, was so alles von den jungen Leute breit getreten und auch manchen Nachbarn in die Kirwasuppn gespuckt wird", hieß es am Rande. Da wurde die weitangereiste Spitzenband herumgereicht und die Egelsheimer Kirwa als Ableger der Mendorferbucher Kirwapaare in ein paar Wochen angepriesen.

Der lange Heimweg vom Bratwürstlfest und die rasante Bobby-car-Fahrt wurden ebenso aufgetischt wie das Watterturnier in einer Neuauflage unter dem Kirwabaum. Und die Geschichte des Partylöwen im Dorf kennen jetzt alle Kirwagäste.

Die verlorene Hinterachse des Ladewagens wurde wieder angeschraubt und die Mär von dem auf den Hund gekommenen Drittwagen kam als zünftiges Schnoderhüpfl daher. Die Schönheit mancher Lederhose wurde angepriesen und der Hohenburger Kirwabaum rundum mit der Taschenlampe beleuchtet.

Einige Querschläge

Neben den Schmidmühlenern bekamen die Hohenburger traditionell einige gstanzlmäßge Querschläge ab, die aber letztendlich allesamt in gut nachbarschaftlichen Beziehungen bei einem Besuch in der Kirwabar aus der Welt geschafft wurden.

Den Mendorferbucher Kirwabaum hat heuer Lukas Dechant aus Heimhof gewonnen. Mit nach Hause nehmen werden ihn allerdings die Riedener Kirchweihpaare nach einer ausgiebigen Versteigerung.

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