13.03.2018 - 20:00 Uhr
Hohenburg

Vielfältige Themen sollen in Vordergrund rücken Kirwaleit schieben bei Kultur mit an

Zu einer rührigen Gemeinschaft haben sich die Hohenburger Kirwaleit entwickelt. Künftig wollen sie sich auch mehr um heimatkundliche Themen annehmen. Davon berichteten Vorsitzender Johannes Reindl und Robert Jung bei der Jahreshauptversammlung im TuS-Sportheim.

Steinerne Zeugen der drei Markgrafen von Hohenburg finden sich in Rohrbach an der Vilsbrücke. Hier betrat man von Regensburg her kommend erstmals Hohenburger Gebiet. Die drei Steinkreuze von Rohrbach erinnern an die Grafen Otto, Ludwig und Dietpold, die in Kerkern im fernen Sizilien zwischen 1256 bis 1258 zu Tode kamen. Bild: bö
von Paul BöhmProfil

Mit Spenden in Höhe von je 500 Euro hat der Verein die neu formierte Prinzengarde in Hohenburg und die Ersthelfer der Gruppe Hirschwald unterstützt. Weitere 500 Euro spendierten die Kirwaleit für die neuen Willkommensschilder in Hohenburg.

147 Mitglieder gehören dem jüngsten Verein des Marktes mittlerweile an; im vergangenen Jahr sind 13 neue dazugekommen, informierte Vorsitzender Johannes Reindl. Mit dem Abbrennen des Johannisfeuers und der neu gestalteten Hohenburger Kirchweih haben die jungen Leute viele Punkte sammeln können. Nichts geworden ist es aus dem Kathreintanz im vergangenen Jahr; hieß es in der Versammlung.

Aus dem Jahresprotokoll informierte Jonas Stauber, über den Kontostand der Vereinskasse gab Mathias Reiser Auskunft. Keine Gegenstimme gab es zur vorgetragenen Satzungsänderung für Einzelverfügungen.

Etwas Besonderes war der offene Stammtisch, um die Hohenburger mit Geschichten und Anekdoten aus vergangenen Jahren zu erfreuen. Jung und Alt näher zusammenzubringen ist das künftige Ziel der Kirwaleit. Kulturausschussmitglied Robert Jung machte den Vorschlag, dass man mit Themen aus der Hohenburger Geschichte, zu Brauchtum und gesellschaftlichen Veranstaltungen künftige Schwerpunkte legen sollte.

"Wir haben sieben ausgebildete Leute, die Bier brauen können und da wollen wir uns in der nächsten Zeit einmal damit beschäftigen", meinte Robert Jung. Vorstellbar wäre da an die alte Tradition anzuknüpfen, dass früher in Hohenburg Bier gebraut worden ist. "Wir haben uns daher unter anderem mit dem Gedanken befasst, zur Kirchweih Ende Juli dieses Jahres eine kleine Ausstellung zum Thema "Hohenburg und das Bier" zusammenzustellen.

Das Johannisfeuer und die Kirwa gehören auch heuer wieder zur festen Einrichtung im Jahreskreis, hörte man bei der Versammlung. "Uns schwebt vor, den gesellschaftlichen Rahmen und ein Forellenfest - sowie auf die nächsten Jahre vorgegriffen - mit einem Backofenfest anzugehen. Einen guten Platz für einen Backofen sehen die jungen Leute in Hohenburg an der Uferpromenade.

"Die Errichtung eines Festplatzes durch die Gemeinde wäre eine gute Idee und zugleich auch ein guter Standort für einen Backofen", schlug Robert Jung vor.

Vortrag "Mit Kaiser Seit an Seit"

Gut angekommen ist der Vortrag von Stefan Lindner zum Thema "Mit Kaiser Seit an Seit" in den vergangenen Tagen im Musikstadel der Trachtenkapelle, hieß es in der Versammlung der Kirwaleit. Wie Stefan Lindner erzählte, tauchen ab 1100 die Hohenburger Grafen aus dem Dunkel der Geschichte mit ersten urkundlichen Erwähnungen auf.

"Es ist aber sicher davon auszugehen, dass bereits vor diesem Datum die Diepoldinger ihren Einfluss in Hohenburg geltend gemacht haben". 1242 vermachten Ernst und Friedrich ihre Herrschaft an das Hochstift Regensburg, falls sie söhnelos versterben. Markgraf Berthold von Vohburg-Hohenburg, auch als Minnesänger bekannt, übergab Burg und Dorf Rohrbach dem Bischof Siegfried von Regensburg und erhielt es von ihm als Lehen zurück.

Das Aus für die Hohenburger Grafen kam im Jahr 1250. Die Hohenburger findet man an der Seite des Kaisers im fernen Sizilien. "Am 13. Dezember 1250 stirbt Kaiser Friedrich II. in Castel Fiorentino".

Die Söhne Berthold Otto und Ludwig waren bedeutende Anhänger der Staufer und spielten in der Verwaltung von Süditalien eine wichtige Rolle. 1256 wurden die Hohenburger Grafen Otto, Ludwig und Dietpold auf dem Landtag von Bari gemeinsam zum Tode verurteilt, wenig später dann zu lebenslanger Haft begnadigt, dann jedoch in ihren Zellen ermordet. Damit erlosch das Geschlecht der Hohenburger. "Sie starben zwischen 1256 und 1258 in sizilianischen Gefängnissen. Danach gelangte das Herrschaftsgebiet an das Hochstift Regensburg.

Die ehemalige Reichsherrschaft des Hochstiftes Regensburg wurde 1803 zusammen mit der freien Reichsstadt Regensburg säkularisiert und fiel an das Fürstentum Regensburg des Fürst-Primas von Dalberg. Mit dem Pariser Vertrag von 1810 kam der Ort zu Bayern. Die Burg verlor im 17. Jahrhundert endgültig ihre Bedeutung und war langsam dem Verfall preisgegeben. (bö)

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