Gemeinderat Hohenburg verabschiedet Haushaltsplan - Keine neue Kreditaufnahme
Weiterhin "spitz" rechnen

Mit dem Bau der Abwasserkanäle in Ransbach geht es in die vorletzte Etappe zum Anschluss an die gemeindliche Kläranlage in Hohenburg. Dann steht nur noch der Leitungsanschluss von Ransbach nach Allersburg an. Über den Baufortschritt informierte Polier Hermann Zeitler von der Firma Engelhard Bürgermeister Gerhard Schärl (links). Bild: bö
Lokales
Hohenburg
03.05.2013
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Viel Geld hat die Marktgemeinde in den vergangenen Jahren für die Daseinsvorsorge ausgegeben. Jetzt ist Licht am Ende des Tunnels sichtbar, denn die teueren Kläranlagenanschlüsse und Verbesserungen in der Wasserversorgung sind fast abgeschlossen. Die Marktplatzsanierung kocht allerdings weiter auf "Sparflamme". Und bei freiwilligen Leistungen muss weiter "spitz" gerechnet werden.

Die Haushaltberatungen 2013 sowie der Finanz- und Investitionsplan 2012 bis 2016 waren die wichtigsten Themen der vergangenen Tage im Rathaus. Haushaltssatzung und -plan wurden vom Haupt- und Finanzausschuss vorberaten und im Marktgemeinderat einstimmig verabschiedet. Beim Finanz- und Investitionsplan gab es eine mehrheitliche Entscheidung für das vorgelegte Zahlenwerk. Der Verwaltungshaushalt beläuft sich 2013 auf 2 435 450 Euro, der Vermögenshaushalt auf 2 123 400 Euro, der Gesamthaushalt auf 4 558 850 Euro.

Wie Verwaltungsleiter Theo Fochtner informierte, wurde auf die Bildung von Haushaltsausgaberesten verzichtet und ein Neuansatz der Ausgaben vorgenommen. Durch Entnahme des Jahresüberschusses 2012 aus den Rücklagen sei eine Kreditneuaufnahme nicht erforderlich.

Niedrige Zinsen

Trotzdem: Die enormen Investitionen der vergangenen Jahre konnten nur durch Kredite bewältigt werden. Allerdings wurden Darlehen mit langer Laufzeit und niedriger Zins- und Tilgungsleistung gewählt, so dass im Ergebnis trotz der äußerst hohen Verschuldung die gesetzlich vorgeschriebene Mindestzuführung zur Beurteilung der dauernden Leistungsfähigkeit erreicht wird.
So wurde der Anschluss von Voggenhof, Egelsheim und Friebertsheim samt Wohngebieten abgeschlossen. Die Gesamtausgaben für Kanal, Wasserversorgung und Straßenbau hatten sich auf 2 685 000 Euro belaufen. Zuwendungen in Höhe von knapp 1,1 Millionen Euro erhielt die Kommune vom Freistaat. Die Beitragseinnahmen beliefen sich auf eine halbe Million Euro.

Für den Weiterbau des Kanals in Allersburg und Ransbach sowie Verbesserungen der Wasserversorgung und der Straßen hat der Markt knapp 4,3 Millionen Euro ausgegeben. 1,4 Millionen Euro gab es an Zuschüssen. Die Beitragseinnahmen belaufen sich für Allersburg auf 463 000 Euro und für Ransbach auf 385 000 Euro.

Kein Zuschuss

Für den Unterhalt der Wasserversorgung mit teilweise bis zu 60 Jahre alten Leitungen in Höhe von 900 000 Euro (330 000 Allersburg, 350 000 Ransbach, 220 000 Euro Voggenhof und Egelsheim) gab es keine Förderung. Diese Investitionen müssen von den Abnehmern getragen werden, da die Wasserversorgung kostendeckend arbeiten soll. Deshalb mussten bereits zum 1. Januar die Wassergebühren auf 1,73 Euro pro Kubikmeter angehoben werden. Der Herstellungsbeitrag beläuft sich auf 69 Cent, der Geschossflächenbeitrag auf 4,59 Euro jeweils pro Quadratmeter. Eine Neukalkulation wird voraussichtlich 2014 erfolgen.
Die Kommune schafft zwei neue Löschfahrzeuge für die Feuerwehren an. 220 000 Euro bekommt der Markt für das 354 000 Euro teuere Fahrzeug der Wehr Hohenburg. Für das bereits bestellte Exemplar der Wehr Adertshausen wird die Gemeinde 50 000 Euro übernehmen. Die Kosten belaufen sich hier auf 143 000 Euro.

Eine "große Lösung" der Marktplatzsanierung ist vom Tisch, war in der Sitzung zu hören. Gründe sind die enorme finanzielle Belastung durch den Kanalbau und die Ablehnung der vollen Straßenausbaubeiträge durch die Anlieger in einer Bürgerversammlung. Der Marktgemeinderat berücksichtigte dies auch in der Finanzplanung. Trotzdem, so Bürgermeister Gerhard Schärl, soll durch die Umsetzung kleinerer Teilmaßnahmen im Laufe der kommenden Jahre eine Verbesserung des Wohnumfeldes sowie die Belebung von Handel, Gewerbe und Tourismus erfolgen.

Nur eine mehrheitliche Zustimmung gab es letztendlich für den Finanz- und Investitionsplan der Jahre 2012 bis 2016 in der vorgelegten Fassung. In der Sitzung war beantragt worden, dass ab 2014 für die Marktplatzsanierung alljährlich eine Summe von etwa 30 000 Euro in die Finanzplanung eingestellt wird. Dieser Wunsch wurde mit 5:4 Stimmen abgelehnt.
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