Oberpfälzer Rotvieh trägt zum Erhalt der Großen Hufeisennase bei
Kuhfladen retten Fledermäuse

Ökologische Weidetierhaltung - im Bild mit Oberpfälzer Rotvieh - sei der Schlüssel für den Erhalt einer dauerhaft überlebensfähigen Population der Großen Hufeisennase, betont Fledermaus-Experte Rudolf Leitl. Bild: LBV/hfz
Lokales
Hohenburg
25.08.2014
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Kuhfladen spielen eine wichtige Rolle für viele tierische Lebensgemeinschaften. Allein in den gemäßigten, nördlichen Breiten gibt es etwa 1000 Dungkäferarten. Vor allem im Spätsommer und Herbst bilden sie die Hauptbeute der Großen Hufeisennasen, die sich genügend Fettreserven für den langen Winterschlaf anfressen müssen. Ein Schwerpunkt des "EU-Life+"-Projekts "Große Hufeisennase in der Oberpfalz" ist es deshalb, Weidetiere zurück in die Landschaft zu bringen.

Sie produzieren, was in den intensiv genutzten Agrarlandschaften nahezu vollkommen verschwunden ist: Dung. In einem vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) betreuten Projekt in Hohenburg übernimmt diese wichtige Rolle eine Herde des Oberpfälzer Rotviehs. "Doch Dung ist nicht gleich Dung", erklärt Projektleiter Rudolf Leitl. In der Regel erhalten konventionell gehaltene Rinder oder Schafe präventiv Entwurmungsmittel. "Im Dung von mit Medikamenten gegen Endoparasiten behandeltem Weidevieh entwi-ckeln sich aber keine Dungkäfer mehr", betont Leitl.

Darum sei eine ökologische Weidetierhaltung ein Schlüsselfaktor für den Erhalt und den Wiederaufbau einer dauerhaft überlebensfähigen Population dieses letzten und vollkommen isolierten Vorkommens der Großen Hufeisennase in Deutschland. Es sei ein Glücksfall, dass der Demeter-Landwirt Sebastian Schaller aus Hohenburg, der schon seit längerem eine ökologische Weidetierhaltung mit Rindern und Schafen betreibt, nun über das Life-Projekt seine Herde erweitert hat.

"Eine angepasste Viehdichte und der regelmäßige Wechsel der beweideten Flächen sind der Grund, dass Sebastian Schaller noch nie Probleme mit Parasitenbefall hatte und auch noch nie einen Tierarzt benötigte", weiß Leitl. Mit dem etwas leichteren, aber robusten Oberpfälzer Rot- oder Höhenvieh dürfte das noch leichter fallen. Dieses Jahr weidet der größere Teil der Herde auf dem Schwanenwirtsberg. Dazu bringe der LBV als Träger des Life-Projektes gerade bei der Rotvieh-Beweidung sehr viel Erfahrung aus einem anderen erfolgreichen Projekt mit, fügt Leitl hinzu.

In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich auch der ehemalige Hutanger des Marktes Hohenburg, der inzwischen bewaldet ist. Er soll durch das "Life"-Projekt wieder als Hutewald reaktiviert und aufgelichtet werden. Dadurch werden nach Leitls Worten nicht nur die Jagd-Lebensräume der Großen Hufeisennasen optimiert: "Solche halboffenen Strukturen stellen Landschaften mit ganz besonderen Reiz dar und steigern die Attraktivität dieser Region." Dies tue auch das Fledermaushaus Hohenburg, das sich zum echten Besuchermagneten entwickelt habe.

Dort und auf der Webseite könnten sich Interessenten einen guten Eindruck von der Großen Hufeisennase per Live-Webcam verschaffen.
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