Amberg-Sulzbacher Bürgermeister testen abgasfreien Transporter
Auch der Bauhhof könnte elektrisch

Das Zentrum für Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) organisierte die Besichtigung des StreetScooters in Hohenburg.
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Hohenburg
13.05.2018
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"Wenn wir etwas für das Klima und die Umwelt verändern wollen, müssen wir was tun und nicht nur reden." Diesem Appell von Hohenburgs Bürgermeister Florian Junkes folgten gut zwei Dutzend seiner Amtskollegen und Unternehmer aus dem Landkreis: Sie testeten ein Elektro-Auto, das für Schlagzeilen sorgt.

Hören kann man ihn nicht, den "Streetscooter". Und doch lässt das abgasfreie Transportfahrzeug der Deutschen Post im Nutzfahrzeug-Sektor aufhorchen: Die Post hat es geschafft, innerhalb von vier Jahren ein praxistaugliches elektrisches Fahrzeug zu entwickeln - nicht nur für ihre Zwecke. Dafür interessierten sich zahlreiche Vertreter von Gemeinden und Firmen, die der Markt Hohenburg, das Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) und Klimaschutzkoordinator Joachim Scheid in den Bauhof Hohenburg eingeladen hatten.

Hier konnten die Interessenten das vollelektrische Transportfahrzeug der Post testen. Wie in Hohenburg kann der Strom für diese Fahrzeuge sogar billig aus der eigenen Photovoltaikanlage kommen. Dafür ist der Anschaffungspreis jedoch deutlich höher. Doch für Klima und Umwelt müsse man eben etwas tun, "nicht nur reden", wie Bürgermeister Florian Junkes dazu anmerkte. Seine Gäste machten ausgiebig Gebrauch davon, das E-Auto selbst auf Herz und Nieren zu prüfen. Die Deutsche Post bietet den Gemeinden an, das Auto einige Tage in ihren Arbeitsabläufen zu testen. So könne es sein, meinte Klimaschutzkoordinator Joachim Scheid, "dass vielleicht in nächster Zeit auch in Ihrer Kommune ein elektrisches Transportfahrzeug zu sehen ist. Hören können Sie es nicht."

Hintergrund2010 hat sich die Deutsche Post das Ziel gesetzt, den CO2-Ausstoß bis 2020 um 30 Prozent zu verringern. Schnell stellte sie fest: Mit der bisherigen Fahrzeugflotte ist dies nicht möglich. Schon damals befürchtete die Post Einfahrverbote in die Innenstädte für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, um die Luftverschmutzung zu reduzieren. Der Wunsch nach einem emissionsfreien elektrisch betriebenen Transportfahrzeug war geboren.

Bei den deutschen Automobilherstellern stieß die Post damit aber auf taube Ohren. Also entwickelte sie mit der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen selbst einen vollelektrischen Transporter - und dies erfolgreich. Über 4000 elektrische "Streetscooter" sind bereits im Betrieb und die Deutsche Post erweitert ihr Angebot jetzt auf kommunale Transportfahrzeuge. Die Vorteile liegen auf der Hand: Neben abgasfreiem und geräuschlosem Fahren sind die Betriebskosten deutlich geringer als beim Dieselbetriebenen: Motoren- und Getriebeöl braucht dieses Auto nicht, sondern nur Strom. (sön)
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