26.07.2017 - 20:00 Uhr
HohenburgOberpfalz

Energie- und Umwelttag an der Lauterachtal-Grundschule Kinder lernen unbefangen

Es sollte nicht bei dem bloßen Prädikaten Energie- oder Umweltschule bleiben. Der Anspruch der Lauterachtal-Grundschule geht weiter.

Der OTH-Student Martin Huber (im Hintergrund) stellte das Projekt "Technik ohne Grenzen" vor. Er war erst kürzlich ein halbes Jahr in Ghana, um dort eine einfache, aber funktionierende Wasserversorgung mit aufzubauen.
von Autor HAHProfil

Zu einem Tag, an dem sich alles um Energie und Umwelt drehte, hatte die Lauterachtal-Grundschule eingeladen. Rektorin Andrea Meier begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und freute sich über die Teilnahme der Hauptakteure dieser Veranstaltung.

Den breiten Themenbereich Umwelt und Energie präsentierten plakativ und auch kindgerecht unter anderem Manfred Bauer und Martin Huber von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden (OTH), Sebastian Schärl und Lorenz Hirsch von der Arbeitsgemeinschaft (AG) Schule des ZEN Ensdorf und Rudi Leitl vom Landesbund für Vogelschutz (LBV,) der das Fledermaushaus in Hohenburg betreut. Doch auch die Kinder und Eltern hatte einiges zu bieten. So präsentierten Christian Kiebel, Nora Baumann und Niklas Lindner die Solarautos, die die Kinder der 3. und 4. Jahrgangsstufe mit Manfred Bauer und Martin Huber bei einem Projekttag Elektromobilität gebaut hatten. Daraufhin ging Schulamtsdirektor Heinrich Koch auf die Grundschule Hohenburg ein, die er als "klein, aber fein" beschrieb. Hier werde Enormes geleistet, was sich nicht zuletzt an den Prädikaten "flexible Grundschule", "Energieschule" und "Umweltschule" ablesen lasse. Koch zeigte sich beeindruckt von dem Programm dieser Veranstaltung.

Es funktioniert

Sebastian Schärl von der AG Schule lobte in seinem Grußwort das Projekt der Elektromobilität und hob die Wichtigkeit einer Energiewende hervor. Johanna Höllriegel und Marie Cavilie de Amorim Ferreira brillierten dann mit ihren Referaten über den Schneeleoparden und den rosa Delfin. Mit diesen Referaten machten sie auf zwei bedrohte Tierarten aufmerksam. Bürgermeister Florian Junkes, der selbst Fahrer eines E-Autos ist, machte deutlich, dass Elektromobilität nicht nur als Bausatz im Spielzeugformat, sondern auch als richtiges Fahrzeug im Alltag funktioniert. Das "Energielied" der Grundschüler leitete zum nächsten Programmpunkt über. Hubert Harrer, Förderlehrer und Energiebeauftragter der Schule, stellte die neuen Energiespardetektive vor.

Die von ihm unterrichteten Kinder der 4. Jahrgangsstufe erwerben während dieser Einweisung Grundwissen über Energieverbrauch und Stromerzeugung, bevor sie auf die Suche nach sogenannten "Powerklauern" - das sind Geräte, die im Stand-by-Betrieb andauernd Strom verbrauchen - gehen. Dazu waren sie in der Schule, aber auch bei sich Zuhause mit Messgeräten und Ableseprotokollen unterwegs. Dieser Stromverbrauch im Stand-by-Betrieb summiere sich in einem Jahr in Deutschland auf eine Gesamtsumme von vier Milliarden Euro, erörterte Förderlehrer Harrer. Das entspreche 22 Milliarden Kilowattstunden, was wiederum der Jahresleistung von zwei mittelgroßen Atomkraftwerken gleichkomme. Diese Zahlen beeindruckten das Publikum zusehends. Vertieft wurde die gesamte Thematik von Umwelt und Energie an mehreren Stationen.

Anschauliche Beispiele

Bei der Lehrerin Christine Kölbl konnten Groß und Klein mit Solarenergie experimentieren. Solarbetriebene Krabbeltiere, Autos, Propeller oder auch "der heiße Draht" konnten ausprobiert werden. Lehrkraft Sabine Lubich malte mit den Kindern mit Naturfarben. "Mein Körper- ein Kraftwerk" hieß es in der Turnhalle bei der Lehrerin Gertrud Lautenschlager. Hier konnten die Kinder durch verschiedene Übungen Kraft und Energie am eigenen Leib verspüren. Auch das Energiefahrrad war hier platziert. Mit diesem Fahrrad kann man Strom erzeugen und eine Lampe zum Leuchten bringen. Rudi Leitl informierte über den neuesten Stand aus dem Fledermaushaus. Im Pausenhof befand sich der Klimawürfel, der gemeinsam mit dem Energiefahrrad, das kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Dieser Holzwürfel mit einem Meter Kantenlänge soll verdeutlichen, wie wichtig die heimischen Wälder sind. Weiterhin stellte der OTH-Student Martin Huber das Projekt "Technik ohne Grenzen" vor.

Er war in dessen Rahmen für sechs Monate als Entwicklungshelfer in Ghana unterwegs, um eine funktionierende Wasserversorgung mit aufzubauen. Huber hatte auch einen Solarkocher mitgebracht. Dass sich die erst kürzlich geschlossene Kooperation der Lauterachtal-Grundschule mit der OTH als Gewinn erweist, machten auch die vielen Modelle deutlich, die der Diplom-Physiker Manfred Bauer mitgebracht hatte. Hier ging es um Wasserturbinen und -räder sowie Windmühlen.

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