07.07.2017 - 14:56 Uhr
HohenburgOberpfalz

Kriegerdenkmal in Hohenburg wird saniert 99 Namen in Stein gemeißelt

(bö) Das Kriegerdenkmal am Hohenburg Markplatz wird derzeit restauriert. Die Steinstelen hat Malermeister Andreas Kohl aus Fensterbach in den vergangenen Tagen schon gereinigt. Die Tafeln mit den eingemeißelten Namen der Gefallenen und Vermissten aus dem ersten und zweiten Weltkrieg sind aufgefrischt worden, so dass jetzt wieder alles gut lesbar ist.

Das Kriegerdenkmal in Hohenburg wird saniert. Malermeister Andreas Kohl (links) aus Fensterbach ist damit beauftragt. Hier zeigt er zusammen mit Bürgermeister Florian Junkes und dem Vorsitzenden der KSK und Tellschützen Hohenburg, Josef Scharr (rechts), die Tafeln. Der Verein spendete 1000 Euro für die Renovierung. Bild: bö
von Paul BöhmProfil

Im Jahr 2009 hatte der Nürnberger Maler und Grafiker Dieter Uhlschmidt die heruntergefallenen Steintafels kunstvoll zusammengesetzt und aufgefrischt. Dieter Uhlschmidts Mutter war nämlich eine gebürtige Hohenburgerin. Sofie Mosandl wurde 1908 in Hohenburg geboren und ist schon in jungen Jahren über Ornbau im Altmühltal zu einer Tante nach Nürnberg gekommen. In seinem Buch "Bauernzopf und Bubikopf - ein Frauenleben im 20. Jahrhundert" hatte Dieter Uhlschmidt aus den Aufzeichnungen seiner Mutter die Geschichte eines Bauernmädchens aus der Oberpfalz, das in die Großstadt Nürnberg zieht, aufgezeichnet. "Deswegen war auch die Verbindung nach Hohenburg zustande gekommen", erzählt Altbürgermeister Gerhard Schärl zu den Besuchen von Dieter Uhlschmidt in Hohenburg. Im Jahr 2010 war die Buchvorstellung im Rathaus gewesen.

Ein erstes Heldendenkmal in Hohenburg errichtete die Gemeinde mit Eisen- und Blechkreuzen zunächst im Friedhof. Das würdige Denkmal am Marktplatz entstand 1934 auf Anregung des damaligen Bürgermeisters Franz Xaver Steinbauer. Aus dem Vermögen des Kriegervereins und Spenden konnte das Ehrenmal finanziert und durch Steinmetzmeister Fleischmann aus Neumarkt geschaffen werden.

Am 23. September 1934 wurde es enthüllt und am 17. März 1935 durch Expositus Andreas Ach kirchlich geweiht. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden auch die Namen der Gefallenen und Vermissten auf dem Ehrenmal eingemeißelt.

Schaut man sich die Namen etwas genauer an, dass stellt man fest, dass von mancher Familie oft mehrere Söhne gefallen sind oder heute noch als vermisst gelten. Tragische Schicksale junger Menschen aus Hohenburg, denen neben einer Kindheit, die keine war, auch ein Leben in Frieden und Freiheit verwehrt geblieben sind. 30 Namen findet man auf den Steintafeln aus der Zeit des 1. Weltkrieges, 42 Namen aus der Zeit des 2. Weltkrieges in Stein gemeißelt. Dazu kommen noch 27 Namen von Vermissten Hohenburgern, der Schicksale auch heute noch vielfach nicht geklärt sind.

Die Kosten der Sanierung belaufen sich auf etwa 3000 Euro. Ein Drittel, sprich 1000 Euro haben die KSK und Tellschützen aus Hohenburg für die Sanierung beigesteuert.

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