17.05.2018 - 14:30 Uhr
HohenfelsOberpfalz

47. deutsch-amerikanische Freundschaftswoche in Hohenfels Riesenrad und Fahrt durchs Sperrgebiet

Rund 1500 Interessierte nutzen beim deutsch-amerikanischen Volksfest die Gelegenheit zu einer Busrundfahrt durch den Truppenübungsplatz Hohenfels. Daneben lockt das Volksfest zur 47. deutsch-amerikanischen Freundschaftswoche mit vielen Attraktionen an fünf Tagen Tausende von Gästen.

Das 47. deutsch-amerikanische Volksfest in Hohenfels bot auch diesmal wieder etliche Attraktionen. Bild: bö (3)
von Paul BöhmProfil

Zum Programm gehörten nicht nur Boogie Woogie, Line Dance und polynesische Tänze, Country Musik und die Fahrzeugshow mit militärischem Gerät samt Hubschrauber, sondern auch der typische Vergnügungspark mit Fahrgeschäften wie Riesenrad, Loop, Big Splash und Autoscooter. Dazu gab es reichlich bayerische Blasmusik im Festzelt und natürlich die immer wieder beliebten Box-Tours, die geführten Rundfahrten durch das Truppenübungsplatzgelände. Gut 1500 Besucher hat Norbert Wittl (Öffentlichkeitsarbeit/Public Affairs der US Army) gezählt. Wichtig war ihm wieder, dass die große Nachfrage nach diesen beliebten Rundfahrten auch erfüllt werden konnte.

Zu Gast im Sperrgebiet

Damit alle einen Parkplatz bekamen, hatten die Amerikaner wieder das Flugfeld als Abstellfläche für die Pkw-Flut zur Verfügung gestellt. Gelassen nahmen die Volksfestbesucher die Zugangskontrollen: Schließlich waren sie in einem militärischen Sperrgebiet zu Gast. Viel zu bieten hatte die Gastronomie in den vergangenen fünf Tagen mit typisch bayerischen über amerikanische bis hin zu mexikanischen Spezialitäten.

Beeindruckender Fuhrpark

Beeindruckt waren viele Besucher auch diesmal von der Fahrzeugausstellung aus dem Fuhrpark der Amerikaner in Hohenfels samt gestylter Motorräder, die der Verein US Car Franken zum Volksfest organisiert hatte. Neben US-Pollizeifahrzeugen, Knight Rider und überdimensionalen Jeeps standen formschöne Muscle-Cars von Pontiac, Dodge, Chevrolet und Ford gleich neben überdimensionalen Forstwirtschaftsfahrzeugen.

Um eines der begehrten Tickets zu den Busrundfahrten durch den Übungsplatz zu ergattern, musste man freilich zeitig anreisen. Fünf Busse waren den ganzen Tag über unterwegs, um historisch Interessierte und Naturfreunde gleichermaßen mit den "Box-Tours" zufriedenzustellen.

Box-Tours: Von der Fallschirmabsprungzone bis zum ehemaligen Kriegsgefangenenlager

Zunächst ging die Fahrt durch den Lagerbereich Nainhof, vorbei an Hauptquartier, Feuerwehr, Schulen und Turnhalle, über die Kreuzung "Five Corners" in den Lagerbereich von Albertshof. Dort waren noch die letzten Truppenteile zu sehen, die am US-Großmanöver "Combined Resolve" der vergangenen Wochen teilgenommen hatten.

Die überdimensionale Waschanlage mit fast 40 Plätzen erstaunte ebenso wie der gute Zustand der Panzerstraßen. Über das Deinfelder Tal, die große Absprungzone für Fallschirmjäger, ging die staubige Fahrt in Richtung Raversdorf, einem ehemaligen Kirchdorf am Rande des ehemaligen Wehrmachtsübungsplatzes. Zu sehen sind dort immer noch deutlich die Konturen des ehemaligen Dorfes mit den Obst- und Kulturbäumen und dem Übungsdorf der Militärs mit einem Minarett. Das Café Aladin in Schwend war zum Bedauern der Teilnehmer allerdings geschlossen.

Nicht nur an den Bordercamps der Militärs kamen die Busse vorbei. Auch das Höhlensystem "Tora Bora von Schwend" beeindruckte. Viel Wissenswertes erfuhren die Teilnehmer über die Umweltschutzmaßnahmen der Amerikaner, zum Stand der Entmunitionierung der ehemaligen Schießbahnen bis hin zur Pflege der Regenrückhaltebecken, die zum Schutz vor Bodenerosion im ganzen Gelände verteilt sind. Ein Blick galt dem Sommerquartier der Fledermäuse in Bergheim.

Vorbei an der ehemaligen Raketenstation wurde das große Übungsdorf angesteuert. Weitere Stationen unterwegs waren Kirchenödenhart und Matzhausen, der Fundort der "Linsenflasche von Matzhausen" - einer Grabbeigabe aus der prähistorischen Latene-Zeit etwa 300 bis 400 vor Christus. Ein Nachbildung ist im Parsberger Heimatmuseum zu sehen. Über Oberdietldorf und das Hauntal mit seinem Regenrückhaltebecken, das fast Staudammcharakter hat, die ehemalige Ortschaft Haasla (von Soldaten wegen des Kreisverkehrs "Circle-Town" genannt) und ein wechselweise zu benennendes Stück Autobahn für Konvoi-Ausbildung kehrten die Busse über den Lagerbereich von Pöllnricht und Unterödenhart, einem ehemaligen Kriegsgefangenenlager während des Zweiten Weltkriegs, zurück zum Volksfestplatz.

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