06.07.2017 - 16:24 Uhr
IllschwangOberpfalz

Karlheinz Weigl vollendet seine Deutschland-Tour Finale mit viel Gipfelglück

Geschafft: Karlheinz Weigl hat sein Projekt vollendet. Er war vom tiefsten Punkt der Republik in Schleswig-Holstein bis zur Zugspitze geradelt. Jetzt hat er auch den Gipfel erklommen - mit einem kleinen Geschenk im Gepäck.

Karlheinz Weigl (64) am Ziel. Unter dem Gipfelkreuz legte er einen Stein nieder.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Dietersberg. Ganz oben auf Deutschlands höchstem Berg, direkt unter dem Gipfelkreuz, legte der 64-jährige Dietersberger am Mittwoch einen mit wasserfestem Stift beschriebenen Stein nieder. Beim Start an der tiefsten Stelle der Republik (3,54 Meter unter dem Meeresspiegel) in Neuendorf-Sachsenbande hatte er ihn aufgelesen und während seiner über 1200 Kilometer langen Tour im Rucksack dabei. "Das Unternehmen Deutschland-Tour ist nun beendet", erzählte Weigl am Donnerstag nüchtern. Dabei hat er sich tierisch gefreut, als er unter dem vergoldeten Kruzifix in 2962 Metern stand. So menschenleer die Landschaft während der zwölf Tage dauernden Radtour oft war, so überlaufen war der Zugspitz-Gipfel. "Auf dem Weg dorthin herrschte drangvolle Enge, denn auch viele Halbschuh- und Sandalentouristen wollten zum Kreuz. Nur mit Mühe konnte meine Tochter Verena ein Foto von mir schießen", berichtete er.

Der schwerste Teil

Seine Tochter war am Dienstag und Mittwoch gemeinsam mit ihm aufgestiegen. Nach einer Wanderung durch die Partnachklamm ging es über die Bockhütte (1052 Meter) zur Reintalangerhütte (1369 Meter). Danach folgte der steile und kraftraubende Anstieg zur Knorrhütte (2052 Meter). Auf dem Weg dorthin schauten die beiden auch noch an der Partnach-Quelle vorbei. "Das ist eigentlich keine Quelle, sondern ein großer Quelltopf mit mehreren Metern Durchmesser. Daraus bricht die Partnach als fertiger Gebirgsbach hervor." Am Mittwoch starteten die beiden Bergsteiger um 7 Uhr zum finalen Aufstieg. "Gleich nach der Hütte ging es im steilen Gelände auf schwer begehbaren Pfaden im Zick-Zack bergan. Den Weg zum Gipfel meisterten wir inklusive Trinkpausen in drei Stunden." Die letzten 300 Meter seien die schwersten der ganzen Strecke gewesen. "Da war Trittsicherheit gefragt und auch Schwindelfreiheit, denn oben angekommen, ging es einen Grat entlang, bei dem es ein paar 100 Meter in die Tiefe ging."

Gegen 10 Uhr der große Moment am Gipfelkreuz, eine Brotzeit und der Abstieg, so dass die beiden erst gegen 21 Uhr wieder beim Auto im Tal ankamen. Weigl darf jetzt mit stolz behaupten, Deutschland aus eigener Kraft von Nord nach Süd - oder besser von unten nach oben - erwandert zu haben. Was er auf den Stein geschrieben hat? Kann jeder nachlesen, der auf die Zugspitze steigt.

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