Ein Jahr lang 5000 Euro monatlich für die Kindertagesstätte St. Vitus
Gemeinde überbrückt Engpass

Viele Aktivitäten - beispielsweise das große Sommerfest (Bild) - prägen den Jahreslauf in der Kindertagesstätte St. Vitus in Illschwang. Vor diesem Hintergrund stimmte der Gemeinderat für Sonderzahlungen, um die geringeren Belegungszahlen im Jahr 2017/18 ohne Personalentlassung zu überbrücken. Bild: no
Politik
Illschwang
10.12.2016
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Vier Erzieherinnen und fünf Kinderpflegerinnen arbeiten derzeit in der Kita St. Vitus in Illschwang. Im nächsten Herbst müsste die eine oder andere von ihnen wohl um ihren Job bangen. Diese Sorgen hat der Gemeinderat jetzt zerstreut.

Sinkende Belegungszahlen im Kindergartenjahr 2017/18 - im Schnitt 20 Kinder weniger - führen zu einem ungewöhnlichen Schritt: Einem Antrag der katholischen Kirchenstiftung als Träger der Einrichtung folgend, leistet die Gemeinde Illschwang von September 2017 bis August 2018 eine Sonderzahlung von monatlich 5000 Euro.

Aus dem Haushaltsjahr 2015/2016 hat die Gemeinde noch Forderungen von ca. 20 000 Euro an die Kindertagesstätte. Sie sollen mit verbucht werden. Für 2017 müsste demnach kein Geld fließen. Bis August 2018 blieben 40 000 Euro zu finanzieren.

Der Beschluss des Gemeinderats vermeidet Entlassungen im nächsten Kindergartenjahr. 2018/2019 würden diese Kräfte dann sehr wahrscheinlich wieder gebraucht, weil die Geburtenzahlen ab diesem Zeitpunkt eine steigende Belegung erwarten lassen. Die Sonderzahlungen überbrücken die Durststrecke des kommenden Jahres, ohne Abstriche am Personal - momentan vier Erzieherinnen und fünf Kinderpflegerinnen - zu machen.

Gut 20 Kinder weniger

Ausführlich begründete Pfarrer Markus Priwratzky den Antrag der katholischen Kirchenstiftung. Heuer besuchen durchschnittlich 60 Mädchen und Buben den Kindergarten. 15 davon werden in der Krippe betreut, die damit voll ausgelastet ist. Neben 19 angehenden Abc-Schützen wechseln auch drei Kinder, die momentan einen Integrationsplatz haben, ab September 2017 in die Grundschule.

Im kommenden Kindergartenjahr gebe es einen Überschuss an Personalstunden. Priwratzky betonte, dass Entlassungen für die Kirchenstiftung keine Option darstellten, weil ab September 2018 wieder alle Kräfte gebraucht würden. Geeignete Erzieherinnen oder Kinderpflegerinnen seien gegenwärtig schwer zu finden.

Die katholische Kirchenstiftung erwartet 2017 ein Defizit von mindestens 16 000 Euro und 2018 ein Minus von 40 000 Euro. Sie sehe sich nicht in der Lage, diese Beträge über den normalen Defizitausgleich - 80 Prozent Gemeinde und 20 Prozent Kirche - aufzufangen. Negative Haushaltspläne für die Kindertagesstätte hätten wenig Chancen, von der Bischöflichen Finanzkammer Eichstätt genehmigt zu werden. Im Blick auf die 20 000 Euro Forderungen der Gemeinde an die Kindertagesstätte St. Vitus merkte er an, dass in den letzten Jahren verantwortungsvoll gewirtschaftet worden sei.

In der Diskussion befürwortete es Henner Wasmuth, das Personal zu halten und das eine Jahr durch Sonderzahlungen der Gemeinde zu überbrücken. Heinz Pickel lobte die fundierte Darstellung der Kirchenstiftung und signalisierte ein Ja.

"Faktenlage beachten"

Kritischer sah es Helmut Kellner. Ihm fehlte die Meinung der Diözese. Richard Koller bewertete es als positiv, dass die Kirchenstiftung rechtzeitig die Gemeinde eingeschaltet habe. Gerald Habermehl betonte die Notwendigkeit für den Kindergartenträger, auf der Basis der wirtschaftlichen Faktenlage zu handeln. Er sprach sich für die Reduzierung des Personals für das Kindergartenjahr 2017/18 aus.

Thomas Dirler würdigte die bisher gute Zusammenarbeit zwischen Kirche und Gemeinde bei der Kindertagesstätte und betonte die soziale Verantwortung der Räte. Er befürwortete die Sonderzahlung. Hans Pirner wies darauf hin, dass es sich um eine freiwillige Leistung der Gemeinde handelt. Es sollten noch weitere Gespräche mit allen Beteiligten geführt werden, um eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung zu finden.

2. Bürgermeister Benjamin Hiltl betonte, dass Kinder unsere Zukunft sind. Durch eines seiner Kinder, das die Einrichtung besucht, sei er hautnah am Geschehen dran. "Das Personal leistet gute Arbeit", war er überzeugt und wandte sich gegen Entlassungen. Elke Pirner sprach sich dafür aus, wegen eines einjährigen Engpasses keine Stellen abzubauen.

Große Mehrheit dafür

Ihren Impuls, noch weitere Gespräche zu führen, nahm Bürgermeister Dieter Dehling auf. Die große Mehrheit des Gemeinderats stimmte den Sonderzahlungen zu.
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