09.03.2018 - 20:00 Uhr
Illschwang

Präventionsberater der Berufsgenossenschaft spricht bei Waldbesitzern Waldarbeit ist Kopfsache

Anton Zizler kommt mit einer Warnung zu den Waldbesitzern. 25 Tote meldet die Unfallbilanz 2017 bei der Arbeit im Forst. Für dieses Jahr kündigt sich eine ähnliche Entwicklung an.

Vor den Gefahren bei der Arbeit im Wald w arnt (von links) Anton Zizler, hier mit dem Illschwanger Bürgermeister Dieter Dehling und dem WBV-Vorsitzenden Hans Schmid. Bild: sis
von Autor SISProfil

Die Waldbauernvereinigung Illschwang-Birgland ist eine der kleinsten Vereinigungen in der Oberpfalz, sagte der Geschäftsführer Reinhard Rösel bei der Jahreshauptversammlung im Landhotel Nägerl. Sie hat 372 Mitglieder, denen 4530 Hektar Wald gehören.

Der Referent des Nachmittags, Anton Zizler, informierte die Mitglieder darüber, Gefahrensituationen bei der Waldarbeit zu erkennen und richtig darauf zu reagieren. Als Präventionsberater der Berufsgenossenschaft in den Regierungsbezirken Niederbayern, Oberpfalz und Schwaben griff er anhand von Unfallberichten mit einer Prise Humor Fragen auf, die sich jeder Waldbauer stellen sollte: "Bin ich geeignet für die Waldarbeit? Habe ich das richtige Wissen und Können für diese Arbeit? Habe ich die richtige Ausstattung? Und wenn ja, beherrsche ich diese Technik?"

Aufmerksamkeit schaffen

All diese Fragen spielten sich im Kopf ab, erklärte der Referent. Sein Augenmerk lege er darauf, Aufmerksamkeit zu schaffen, damit nicht noch mehr Todesfälle bei der Waldarbeit geschehen. 2017 seien in seinem Bezirk 25 Tote zu beklagen gewesen. Und bis Anfang März 2018 seien bereits schon wieder vier Menschen im Wald zu Tode gekommen.

Der Illschwanger Bürgermeister Dieter Dehling bedankte sich bei Anton Zizler mit einem Geschenk für das Referat. Einen Ausblick für das kommende Jahr gab der Geschäftsführer Reinhard Rösel. Er erwarte stabile Holzpreise. Besonders Stammholz werde gesucht.

Klimawandel angekommen

Dass der Klimawandel hierzulande angekommen ist, stand für Rösel außer Frage. Aus diesem Grund breiteten sich auch Schädlinge sehr stark aus. Der Borkenkäferkontrolle komme große Bedeutung zu. Durchforstete Holzbestände seien für den Käfer nicht so anfällig wie überständige Wälder. "Wenn wir das Holz nicht selbst rechtzeitig zu guten Preisen ernten, dann macht's der Käfer", schloss der Geschäftsführer.

Im Kassenbericht für 2017 stand wegen des geringeren Holzverkaufs ein Minus zu Buche. Kassenprüfer Josef Hummel bestätigte die Richtigkeit der Zahlen.

Wer einen Einschlag oder eine Durchforstung plant, sollte Reinhard Rösel oder Förster Hans Eiber kontaktieren. Die Preise für solche Vorhaben stünden günstig.

Wenn wir das Holz nicht selbst rechtzeitig zu guten Preisen ernten, dann macht's der Käfer.Geschäftsführer Reinhard Rösel

Absatzzahlen

2017 vermarkteten die Mitglieder Holz im Wert von knapp 800 000 Euro. 12 280 Einheiten gingen an die Abnehmer, allen voran die Sägewerke Heckenstaller, Spies, Gelo und Klausner. Die Schule in Illschwang, das Freibad, die katholische Kirche in Illschwang und der Landgasthof Nägerl werden mit 5500 Kubikmetern Hackschnitzel beliefert. Die Maschinen der Waldbauernvereinigung sind gut ausgelastet und verursachten überschaubare Reparaturkosten. (sis)

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