27.08.2017 - 12:18 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

Kemnath im Rausch der Vergangenheit Oldtimer eroberten die Stadt

Die Abgas-Frage stellte niemand. Dafür war der Anblick einfach zu überwältigend. 167 betagte Autos und 33 Motorräder bevölkerten am Samstag den Kemnather Stadtplatz beim traditionellen Oldtimertreffen.

von Bernhard KreuzerProfil

 

 
Kemnath/Erbendorf. (bkr/njn) Auch Bürgermeister Werner Nickl und Organisator Elmar Högl gerieten ins Staunen: Jedes Fahrzeug war eine Rarität und hatte mindestens 30 Jahre auf dem Buckel. Gut gepflegt und glänzend wurden sie mit geschichtlichem Hintergrund präsentiert. Viele dieser sehenswerten Vehikel erlebten viele Jahrzehnte mit ihren Besitzer und sind untrennbar miteinander verbunden.

Quietschende Reifen und Nostalgie

Was über das Pflaster rollte, glich einem Museum. Gegensätze mit eingeschlossen. Im Schatten des 3,2 Tonnen schweren Cadillacs verschwand das Goggo Coupée, ein Kleinstwagen mit 480 Kilo Lehrgewicht. Beide erzählten ebenso Lebensgeschichte wie die röhrenden Flitzer - der legendäre Sportwagen NSU-Prinz zum Beispiel oder der verschämt tuckernde Trabi. Quietschende Reifen und nostalgischer Benzingeruch zogen Hunderte von Schaulustigen an. Das Tor zur nördlichen Oberpfalz wurde für einen Tag Einfallstor für eine willkommene Invasion betagter Fahrzeuge. Jugendträume wurden für zwei Stunden auf dem Marktplatz wahr.

Das Defilee führte Georg Schwab aus Brand mit seiner Herkules, Baujahr 1940, an. "125 Kubikzentimeter, Dreigang und 3,2 Pferdestärken, verkündete Elmar Högl, während das Stadtoberhaupt Urkunde und Erinnerungsbild überreichte. In der Badstraße präsentierten vier eingeschworene Schrauber ganz privat ihre Prachtstücke aus Amerika. "Keine Konkurrenz zum Oldtimertreffen", meinten sie. Ein Besuchermagnet war auch der berühmte Teilemarkt. Kurz nach dem Mittagessen ging es für die Oldtimer und ihre Fahrer dann zur gemeinsame Ausfahrt nach Erbendorf.

Raritäten im Blick

Die Tour führte über Friedenfels, Bärnhöhe und Wetzldorf kamen sie im Konvoi auf dem Unteren Markt angerauscht. Die Feuerwehr übernahm die Einweisung. Dritte Bürgermeisterin Sonja Heindl begrüßte die Gäste. Organisator Elmar Högl dankte für das abwechslungsreiche Programm beim zweistündigen Aufenthalt. Die Fahrer konnten die Brennerei Schraml, das Heimatmuseum sowie den Turm der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt besichtigen. Für Verpflegung war bestens gesorgt.

Viele Raritäten gab es zu bewundern. Ein Adler Diplomat, ein echter Hingucker aus dem Jahr 1938, war ebenso dabei wie ein Bugatti und ein Nachkriegs-Mercedes. Nicht fehlen durften natürlich der VW-Käfer. Die antike TV-Serie „Isar 12“ ließ grüßen beim „Barock-Engel“, dem berühmten Oberklassen BMW aus der Reihe 501/502. Da ging den Fans so richtig das Herz auf. Zum Ende des Aufenthalts ging es dann hupend über die Bräugasse Richtung Hessenreuther Berg zurück nach Kemnath. Einen Dank sprach dritte Bürgermeisterin Heindl den Wehren aus Erbendorf, Grötschenreuth und Siegritz aus, die für die Verkehrsregelung sorgten. Auch der Bauhof hatte sich ins Zeug gelegt.

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