12.03.2018 - 20:00 Uhr
Immenreuth

Mit BVS-Reha-Sportverein Waldsassen und SOS-Kinderdorf Oberpfalz zwei neue Partner Netzwerk Inklusion wächst weiter

Immenreuth/Tirschenreuth. Jeder Mensch ist ein Teil der Gesellschaft, unabhängig vom Alter, Geschlecht, Behinderung, Sprache oder sonstigen Merkmalen. Das Netzwerk Inklusion des Landkreises Tirschenreuth hat sich zum Ziel gesetzt, bestehende Barrieren in den zwischenmenschlichen Beziehungen abzubauen und alle als Partner in das tägliche Leben einzubinden.

Robert Zinnecker und Holger Hassel (sitzend von links) unterzeichneten im Beisein von stellvertretendem Landrat Roland Grillmeier und Projektleiterin Christina Ponader (stehend von links) den Kooperationsvertrag. Bild: bkr
von Bernhard KreuzerProfil

19 Mitglieder hatte das Netzwerk bisher. In der Jahreshauptversammlung im SOS-Kinderdorf Oberpfalz in Immenreuth erhöhte sich die Zahl auf 21. Neu dabei sind der BVS-Reha-Sportverein Waldsassen und der Gastgeber, das SOS-Kinderdorf, selbst. Die Kooperationsverträge unterschrieben Robert Zinnecker und Dorfleiter Holger Hassel.

Projektleiterin Christina Ponader freute sich, dass nach der Förderung des Netzwerks durch die Aktion Mensch nun der Landkreis Tirschenreuth mit einem Zuschuss von 30 000 Euro und die Lebenshilfe-Kreisvereinigung Tirschenreuth das Projekt in den kommenden zwei Jahren weiter tragen. Dazu habe sie Spenden aus dem Eiswasser-Grillen erhalten.

Stellvertretender Landrat Roland Grillmeier und Vorsitzender der Lebenshilfe sah in der Arbeit des Netzwerks Inklusion ein Aushängeschild für den Landkreis Tirschenreuth und darin einen entscheidenden Grund für die finanzielle Förderung. Die fehlenden Restkosten von 20 Prozent trage die Lebenshilfe gerne. Grillmeier ermutigte, weiterzumachen und neue Partner zu gewinnen. Vor allem Menschen, die bisher mit der Inklusion nichts zu tun hatten, sollen einbezogen werden.

Beim zehnten Inklusionslauf am 12. Mai in Mitterteich wünscht sich Grillmeier aus diesem Grund eine Rekordbeteiligung. Aber auch viele andere Aktionen werden dazu beitragen, den Gedanken der Inklusion in die Bevölkerung zu tragen.

Barrierefreiheit wird Dauerthema bleiben. Theater und Inklusion heißt das Klassenzimmerstück "Patricks Trick" mit den Luisenburg-Festspielen an verschiedenen Schulen. Ziel ist und bleibt, den Umgang mit der Behinderung zu fördern und Demokratie zu leben. Mit einem ökumenischen Gottesdienst beteiligt sich die Kirche Mitterteich am 14. April. Viele Vereine haben in ihrem Jahresprogramm Angebote dazu, betonte Christina Ponader.

Dabei ist es Ziel, mit den Netzwerkpartnern die Eingliederung aller Menschen in den Gemeinden vor Ort zu stärken. Beratungsangebote zum Schreiben und Sprechen in verständlicher Sprache, politische Bildung und Erstellung von inklusiven Freizeitführern in allen großen Städten des Landkreises sind Themengebiete in diesem Jahr.

In diesem Zusammenhang machte Ponader auch auf den 23. März aufmerksam. Noch sind Anmeldungen für den Inklusiven Poetry Slam von 15 bis 18 Uhr in der Lebenshilfe Mitterteich möglich. Die deutsche Autorin, Bühnenpoetin und Diplom-Psychologin Pauline Flüg sowie Tobias Heyel treten mit Sprachspielereien und tiefsinniger Poesie auf. Sie reden dem Publikum aus dem Herzen. Abschluss der Projektphase wird am 14. Juli im Kettelerhaus Tirschenreuth mit Ministerialdirigent Burkhard Rappl vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, der Band "Inclusions", der Theatergruppe und des Radios "Sag was" sein.

Neue Schwerpunkte werden geplant. Ganz oben steht die Barrierefreiheit bei den Netzwerkpartnern in Gebäuden, die Sprache und Internetseiten, mehr Kooperation und die Inklusion in den Gemeinden vor Ort zu stärken. Der Gedanke der Inklusion soll in den Kommunen und den Behörden weiter verankert, aber auch die Zusammenarbeit im Bereich Arbeitswelt gefestigt werden.

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