28.06.2017 - 16:42 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

René Bauer ist Europameister in der Böhmisch-Mährischen Blasmusik Der Flügelhorn-Ronaldo

René Bauer ist Jahrgang 1990 und er ist Europameister. Obwohl im besten Fußballer-Alter, bringt der Mehlmeiseler aber nicht im Sport Spitzenleistungen.

Mit seiner "Killer-Queen", kann René Bauer beides: Musizieren und Dirigieren. Bild: bkr
von Bernhard KreuzerProfil

Mehlmeisel. (bkr) Ein junger Musiker, immer gut aufgelegt und vielseitig interessiert: René Bauer liebt klassische Musik genau wie Jazz und besonders die Böhmische Blasmusik. Seit zwei Jahren ist er Teil von "Mission Böhmisch". Mit der 20-köpfigen Kapelle feierte er nun seinen bisher größten Erfolg: Am 18. Juni sicherte sich die Formation in Bamberg den Europameister-Titel der Böhmisch-Mährischen Blasmusik - in der höchsten Wertungsklasse mit einer bisher nicht erreichten Punktzahl.

Was hat den jungen René einst bewogen, Trompete, Piccolotrompete und Flügelhorn zu lernen? Opa Josef war da nicht ganz unschuldig. Er schenkte René im Alter von sieben Jahren seine erste Trompete. Franz Pscherer, Jochen Glaser und später Norbert Lodes aus Speichersdorf vermittelten dem Talent dann die nötigen Fertigkeiten. Seine Leidenschaft führte René Bauer danach an die Berufsfachschule für Musik in Sulzbach-Rosenberg. Die Musikakademie in Wiesbaden und die Hochschule für Musik in Frankfurt folgten. Seit 2012 ist er Diplom-Musikpädagoge fürs Hohe Blech. Bei der Musikschule im Vierstädtedreieck in Pressath, Grafenwöhr, Eschenbach sowie in Marktredwitz verdient er sein Geld. Den Dirigentenstab führt Bauer zudem beim Blasorchester der Musikschule Pressath sowie bei der Stadtkapelle und der Jugendblaskapelle Kemnath. Nebenbei gründete er selbst das Blechbläserquintett "NOpf-Brass".

Es gibt nichts Schöneres

"Musik - es gibt nichts Schöneres", sagt René Bauer und schwelgt in Erinnerungen. Während des Studiums prägten Konzertreisen sein Leben. Er strahlt, wenn er an Auftritte in Sankt Petersburg oder Helsinki denkt. Noch mehr begeistert ihn, und da ist er schon ganz heiß darauf, im Oktober für zehn Tage mit "NOpf-Brass" zu Auftritten nach China zu reisen. Die Musikschule Regensburg lud die fünf Musiker ein. "Bei solchen Gelegenheiten sagt man nicht nein. Da muss ich nicht lange überlegen."

Aber ist Blasmusik, besonders die Böhmische oder Egerländer, überhaupt noch gefragt? "Die Europameisterschaft hat das wieder einmal bewiesen, die Musik kommt bei jedem an", betont der begeisterte Flügelhornist, der das Modell "Killer-Queen" des österreichischen Instrumentenbauers Schagerl spielt. "Durch die verschiedenen Orchester bin ich das ganze Jahr unterwegs", berichtet er. So mit dem Trockauer Chor und Orchester. In Assisi und Polen war er mit dem Ensemble auch schon. Aber die Europameisterschaft war bislang die Krönung. "Wir haben zwei Tage nicht geglaubt, dass wir Europameister sind", verrät er.

Bereicherung für jeden

Seine Hauptaufgabe sieht er allerdings darin, seinen Schülern den Spaß an der Musik zu vermitteln und ihnen zu zeigen, wie man sein Instrument gut und richtig beherrscht. Am meisten begeistert ihn, den Fortschritt seiner Schüler zu sehen. "Musik ist eine Bereicherung für jeden", davon ist René Bauer überzeugt, und auch davon, dass jede Musikart seinen eigenen Reiz besitzt.

In ihrer Selbstbeschreibung sagt Mission Böhmisch: "Eine Kapelle bestehend aus Oberpfälzern, die die Liebe zur Blasmusik in hoher Virtuosität leben." Nun gut, René Bauer lebt im oberfränkischen Mehlmeisel, aber er wurde in Kemnath geboren und viele Mehlmeiseler wünschen sich, in jüngster Zeit wieder Oberpfälzer zu werden. Bürgermeister Franz Tauber zumindest fährt schon ein Auto mit "KEM-Kennzeichen".

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