Bürgermeister mahnt dringende Sanierung des Rathauses an - Schimmel im Keller des Anbaus
"Will mir kein Denkmal setzen"

Lokales
Immenreuth
22.04.2013
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Das Rathaus, zumindest der unterkellerte Anbau, ist marode. In der einstigen, 1926 errichteten Lehrerwohnung bilden sich Längsrisse im Fußboden. Unter manchen Türen klaffen große Lücken. Sie verkanten, senken sich und müssen regelmäßig nachgestellt werden, um sie schließen zu können.

In den Keller darf und kann keiner mehr gehen. Stützbalken vermitteln einen optischen Eindruck von den massiven statischen Problemen. Eisenträger sind ver- und durchgerostet. Alles senkt sich. Was noch schlimmer ist: Schimmelpilze, von denen eine tödliche Gefahr ausgeht, haben sich in den feuchten Kellerräumen eingenistet und können über die Luft ins Erdgeschoss gelangen, auch wenn die Kellertür geschlossen ist.

Seit Jahren überlegt die Gemeinde, wie sie das Übel beseitigen, den Mitarbeitern vernünftige und vor allem gesunde Arbeitsverhältnisse als minimalen Standart anbieten kann. Auch das 1920 erbaute Rathaus, die ehemalige Volksschule, ruft nach einer gründlichen Sanierung. Durch den Dachboden pfeift der Wind. Löcher im Dach und in der -stuhlverankerung lassen Licht ins Innere dringen. Eine energetische Sanierung und Neueindeckung zeigen sich als dringend erforderlich an.

Den Bericht über die Jahreshauptversammlung der CSU, in dem es hieß "... Kritik zum geplanten Rathaus-Neubau durch Bürgermeister Peter Merkl seien bei den Stammtischen diskutiert worden", sprach der Rathauschef bei der jüngsten Gemeinderatssitzung an. "Es ist nicht so, dass der Bürgermeister einen Rathausbau oder sich ein Denkmal setzen will", sagte er. Zustimmung erhielt er von CSU-Fraktionssprecher Josef Hecht, der betonte, dass die Gesundheit und Sicherheit der Bediensteten vorgehe.

Abriss unumgänglich

Viele Überlegungen wurden bereits angestellt. Eines ist sicher, die alte Lehrerwohnung, dort wo die Verwaltung sitzt, muss abgerissen werden. Sie ist nicht mehr sanierungswürdig. Ein Teilanbau ist im Gespräch, ebenso die Unterbringung von Teilen der Verwaltung im ersten Stockwerk oder die Auslagerung von Teilen in andere Gebäude. Die Nutzung der Schule stehe mit zur Diskussion, so der Rathauschef. "Die Entscheidung hängt vom Haushaltsplan ab. 2013 oder 2014 muss unbedingt etwas passieren."

Bei der Raumplanung darf der Blick auf einen barrierefreien Zugang nicht verloren gehen, und den Büroräumen im Obergeschoss des Rathauses fehlen die erforderlichen Fluchtwege. Das dortige Archiv ist bereits ausgelagert.

Noch hält die vor zwei Jahren eingebrachte Unterkonstruktion in den Kellerräumen. Eine laufende Überwachung sorgt dafür, dass es zu keinen bösen Überraschungen kommt. Dennoch, es ist nur eine Frage der Zeit: Die Gemeindeverwaltung braucht sichere und vernünftige Räume. Seiner Verantwortung sei sich der Gemeinderat bewusst, versicherte Merkl. Aber: "Am Stammtisch lässt sich das Problem nicht lösen."
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