Wegen Turnhallennutzung durch Schulen: Familienferienstätte angeschwärzt
Anonymer Brief verfehlt Ziel

Lokales
Immenreuth
20.04.2013
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Als "hammerhart" wertete Bürgermeister Peter Merkl einen anonymen Brief an das Bayerische Ministerium für Arbeit und Soziales. Die Familienferienstätte Kemnather Land sollte angeschwärzt werden, weil die dortige Turnhalle vorübergehend von Immenreuther Schulen und Vereinen für die Dauer der Sanierung der Mehrzweckhalle genutzt wird.

Die damalige Kolpingferienstätte wurde 1992 für die Erfüllung sozialer Zwecke mit öffentlichen Mitteln gefördert. Bedingung war eine 25-jährigen Bindefrist, das heißt, die Fördergelder sind zurückzuerstatten, wenn der Förderzweck entfällt. In der Februarsitzung des Gemeinderates hatte Merkl mitgeteilt, die Schulturnhallen in Kemnath, Speichersdorf und Kulmain für den Schulsport und für sporttreibenden Vereine während der Sanierungsarbeiten der Mehrzweckhalle nutzen zu wollen. Die Turnhalle der Familienferienstätte stehe nicht zur Disposition.

Die geforderten Kapazitäten für die Hallen in Kemnath und Speichersdorf waren aber nach dem Zeit- und Busraster nicht gegeben, erklärte der Rathauschef auf Nachfrage. Die vorgesehene Nutzungen der beiden Hallen sei technisch nicht möglich und auch nicht wirtschaftlich gewesen.

Entsprechend der Anfrage der CSU-Fraktion teilte der Rathauschef in der Sitzung am Mittwoch mit, dass für die Dauer der Sanierungsarbeiten nunmehr die Turnhallen in Kulmain und die der Ferienstätte im Umfang von 421,25 Stunden angemietet würden. Auf Kulmain entfallen 150, auf die Familienferienstätte 271,25 Stunden. Die Stunden verteilen sich auf den Schulsport (238,75 Stunden), Tischtennis (114,5), SOS-Kinderdorf Fußball (11), Volleyball (30) und Gymnastik Landfrauen (27). Einschließlich der Kosten für den Bustransfer für die Schüler belaufen sich die Aufwendungen auf 22 753 Euro. Voraussetzung ist, dass die Sanierungsarbeiten fristgerecht am 9. September zum Abschluss kommen.
Bei einer Besprechung in München am 11. April sei er auf das anonyme Schreiben angesprochen worden, berichtete Merkl. Da die Nutzung der Turnhalle der Familienferienstätte durch Schule und Vereine einem gemeinnützigen und nur einem vorübergehenden Zweck diene, sei das Schreiben in München gleich wieder zur Seite gelegt worden. Merkl ließ am Mittwoch wenig Freude erkennen, dass Ergebnisse aus der nichtöffentlichen Sitzung vom 13. März nach Außen gedrungen sind.
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